Buchempfehlung: Die Schnüfflerin von Anne von Vaszary
Schwangerschaft meets Mordermittlungen

Wo da der gemeinsame Nenner ist, erfahren wir in Band 1 rund um Sonderspürnase Nin(ell)a. Als Freund innovativer Kriminalromane mit Methoden, die ungewöhnlich sind (z. B. Vanitas) hatte ich einiges von dem Buch "Die Schnüfflerin" von Anne von Vaszary erwartet.

Worum geht's?
Die 23-jährige Nina ist schwanger. Von Ricky... Der gilt als absoluter Schürzenjäger, obwohl er sich bei Nina schon besonders viel Mühe gibt. Als Nina ihm von der neuen Herausforderung erzählen möchte, passiert es. Im Restaurant röcheln alle nach Luft, alle außer Nina. Die hat nämlich seit der Schwangerschaft einen ganz besonderen Geruchssinn und hat die Suppe noch nicht angerührt!

Leider rückt sie damit auch direkt in den engsten Kreis der Verdächtigen. Zu ihrem Glück gerät sie an den Hundestaffel-Veteran Koller, der eine Schwäche für eifrige Spürnasen besitzt und sie zur Lösung des Falles zu Rate zieht.

Wie war's?
Die Idee ist wirklich ganz amüsant. Nina ist sehr menschlich und unperfekt für eine so besonders begabte Protagonistin. Gleichzeitig ist sie ziemlich allein und das Buch meint es in dieser Hinsicht auch wirklich nicht gut mit ihr. Kaum jemand in ihrem Umfeld ist nicht auf seine Weise ein bisschen speziell. Die extrovertierte Mitbewohnerin, die sorglose Mutter oder eben der stoffelige Koller machen ihr die ersten Wochen ihrer Schwangerschaft nicht gerade leicht.

Lange bleibt unklar, wer denn wirklich für die tödliche Aktion im Restaurant verantwortlich ist, ganz so wie es bei einem guten Krimi sein soll.

Mich hat allerdings gestört, dass die Arbeit der Polizei wirklich sehr hanebüchen ist. Eine Hauptverdächtige mutiert zum Hauptermittler, die SOKO wird durch Emotionen geleitet, ein sehr wichtiger Zeuge wird ignoriert und das Motiv erschließt sich mir bis zum Ende nur bedingt. Am Schreibstil liegt es nicht, die Ich-Perspektive von Nina ließ mich schmunzeln und die Personen sind sehr detailliert beschrieben. Bei klackernden Hustenbonbons denke ich nun immer an Hauptkommissar Rieb! Auch der Nebenschauplatz rund um Wohnung und Familie von Nina ist gelungen.

Insgesamt agiert allerdings die Polizei in diesem Fall ungemein kopflos und richtig ernst konnte ich die Bemühen nicht nehmen. Meiner Meinung nach verballhornt die Autorin die Polizei so gut es geht.

Nun ja, facettenreiche Charaktere mit mäßiger Kriminalgeschichte und abstrusen Ermittlern aber einer schönen und vor allem neuen Idee machen Hoffnung auf weitere Bände! Liest sich flott und flüssig, es besteht aber noch Luft nach oben!

Das Buch ist im Knaur-Verlag erschienen (ISBN: 978-3-426-52382-7) und kostet 9,99 Euro.

Autor:

Gustav Teschner aus Mönchberg

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