Buchempfehlung: Das Ting von Artur Dziuk
Bitte mehr! Modern, sprachlich spitze und realistisch!

Das Buch hat mich vor allem mit seinem Cover gelockt. Klar, auch die Geschichte klingt interessant, aber mit dem Titelbild wollte ich unbedingt wissen, worum es sich bei dem "Ting" handelt. Das Buch liegt super in der Hand und ist allein haptisch ein Highlight - ein gebundenes Buch ohne den verletzlichen Einband ist echt praktisch!

Worum geht's?

Linus Landmann hat es nicht leicht. Mit seiner Freundin und seinen Eltern spitzt sich die Lage aufgrund seiner aussichtslosen, beruflichen Situation immer mehr zu und es ist keine Besserung in Sicht. Oder? Ein verloren geglaubter Freund bietet ihm einen letzten Strohhalm an. Aber ist Adam zu trauen? Die beiden versuchen ein Team aufzustellen, um sich an "Das Ting" zu wagen. Eine Software für den menschlichen Körper, die mittels einer Künstlichen Intelligenz den Mensch und seine Umgebung analysiert und Empfehlungen ausspricht. Eine bahnbrechende Erfindung, aber zu einer guten Idee gehört eben auch ein gutes Team!

Wie war's?

Die Idee das Start-Up-Business mal genauer unter die Lupe zu nehmen und eine spannende Geschichte darum zu spinnen, hat mir sehr zugesagt. In ironischer Art beschreibt Dziuk den Mainstream der Individualisten. Vor lauter Gegen-den-Strom-Schwimmen merken die meisten Start-Up-Helden nicht mehr, dass sie längst der Strom sind. Mit einem guten Gespür für das Wesentliche und die Herausforderungen bei einer solchen Gründung, beschreibt der Autor den Werdegang des Tings. Die Idee ist gelungen, die Charaktere sind interessant. Jeder trägt sein Päckchen und bis auf Linus sind sich letztlich alle selbst die nächsten. Nach und nach ist auch der Einfluss des Tings zu spüren. Und wer schließlich im Haifischbecken der Newcomer überleben wird, ist die große Frage.

Die Einleitung in das Buch - also bis zu "Teil 2" habe ich als sehr lang empfunden. Später sind einige Sprünge zwischen den einzelnen Kapiteln, da wären ein paar extra Seiten eher hilfreich gewesen. Die persönliche Situation der Protagonisten ist ohnehin schnell verstanden. Das Beziehungsgeflecht ist kunstvoll aufgebaut und ergibt Sinn, Dziuk versteht sich darauf seine Protagonisten menschlich darzustellen. Keiner ist nur gut oder nur schlecht. Die Nutzung des Tings hat weitere Folgen für die Charaktere. Eigentlich sollte es ja zur Optimierung führen, aber es ist eben erst in der Beta-Phase.

Der Autor bezieht sich selbst dahingehend ein, dass er Adam einen polnischen Hintergrund und polnischen Freund gibt und so seine eigene Herkunft in die Geschichte einbringt. Sehr authentisch!

Insgesamt handelt es sich bei "Das Ting" um ein herausragendes und modernes Debüt, dass lediglich wegen seiner Längen im ersten Drittel einen Stern Abzug bekommt.

Das Buch ist bei bold, dtv Verlag erschienen (ISBN: 978-3-423-23006-3) und kostet 18 Euro.

Autor:

Gustav Teschner aus Mönchberg

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