LEV-RS in Bayern: gemeinsam. Brücken. bauen
Realschulen im Blindflug? Zwischen Leistungsdruck und wachsender, sozialer Inkompetenz: Ein Corona-Resümee

Der LandesElternVerband der Realschulen in Bayern setzt sich konsequent für die Verbesserung des Realschulsystems ein. Weitere Infos unter www.lev-rs.de
  • Der LandesElternVerband der Realschulen in Bayern setzt sich konsequent für die Verbesserung des Realschulsystems ein. Weitere Infos unter www.lev-rs.de
  • Foto: LEV-RS in Unterfranken
  • hochgeladen von Andrea Faggiano

Am Samstag, den 26.06.2021 fand in Beilngries (Landkreis Eichstätt/Oberbayern) die erste Hybrid-Tagung des Bayerischen Landeselternverbandes der Realschulen (kurz: LEV-RS) statt.
Aus den Regierungsbezirken des Freistaates online zugeschaltet und als Präsenzveranstaltung nahmen beinahe alle BezirksvertreterInnen teil und es war sehr angenehm, endlich wieder vor Ort und live mit Menschen in Berührung zu kommen – trotz geltenden Corona-Regeln, die strikt eingehalten wurden.

Das traditionelle Sommertreffen war dominiert von den anhaltenden Unsicherheiten im Schulalltag. Die Rückmeldungen aus den Bezirken skizzierten fortwährend das Bild vor, welches die erste Vorsitzende Andrea Nüßlein kurz und bündig fertig malte: Beim anstehenden Schuljahresschluss herrscht enormer Leistungsdruck. SchülerInnen und Eltern beklagen das häufigere Benoten der Leistungen, Lehrkräfte handeln wie in einem Blindflug strikt nach den Vorgaben des Kultusministeriums und arbeiten diese weiter aus – mit den entsprechenden Folgen für alle Beteiligten, die mehr oder minder nur noch mit dem Aufholen von Stoff und mit dem Lernen beschäftigt sind.

Vermehrt ist zu beobachten, dass SchülerInnen infolge der anhaltenden Corona-Abstands- und Distanzunterrichtsregeln mit dem „Schulleben vor Ort“ nicht mehr klar kämen. Gewalt nimmt zu, die soziale Inkompetenz ebenfalls.
Dagegen will der Verband zukünftig verstärkt vorgehen und erkennt bereits jetzt Defizite, die dringend beseitigt werden müssen, bevor die Folgen für das Schulsystem insgesamt unabsehbar werden.

Programm „gemeinsam. Brücken. bauen“
Eine Möglichkeit bietet das Kultusministerium den Schulen derzeit an: Mit dem Programm „gemeinsam. Brücken. bauen“ bestehen mehrere Angebote, welche SchülerInnen gerne in Anspruch nehmen können, wie zum Beispiel die sogenannte „Sommerschule“ (Angebote zur Verbesserung der schulischen Leistungen) und die freiwilligen Workshops bzw. Lehrgänge/Aktivitäten im Rahmen der pädagogischen Ausrichtung der jeweiligen Schuleinrichtung.

Bemängelt wurde seitens der meisten Anwesenden, dass die Sommerschule bis dato überwiegend kaum InteressentInnen abgewinnen konnte.
Als möglichen Grund nannten die Meisten die Lern-Übermüdung: Man freue sich nur noch auf die Ferien.

Die Workshops, die beispielsweise von externen Honorarkräfte abgehalten werden können, sind mit einigen Bürokratiehürden verbunden – wie zum Beispiel die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses, oder das Ausfüllen von 8 (!) Formularseiten – inkl. Angaben über die Religionszugehörigkeit, die eventuell sogar zum Ausschluss der Honorarkraft führen können.

Als weitere Ungerechtigkeit bezeichneten einige Verbandsfunktionäre den Zeitpunkt (November 2020) der für das Programm ausschlaggebenden Bedingungen für die Zuteilung der Stundenaufwände: Hatte eine Schule beispielsweise im November 2020 598 SchülerInnen und im Mai 2021 603, so werden trotz dem Überschreiten der Marke 600 (ab 600 SchülerInnen steht der Schule ein höheres Stundenkontingent zu) weiterhin die niedrigere Anzahl an Stunden zugewiesen.

Die Frage, warum ausgerechnet dieser Zeitpunkt gewählt wurde, konnte bis heute nicht beantwortet werden.

Vor den Ferien ist nach den Ferien! Keine weitere Zeit vergeuden...
Insgesamt arbeitet der LEV-RS weiterhin mit Hochdruck daran und fordert vehement, dass nach den Sommerferien der Präsenzunterricht höchsten Vorrang und die Bayerische Staatsregierung die entsprechenden Vorsorgemaßnahmen zu treffen und umzusetzen hat.
Der sukzessive Einbau von Luftreinigern und der konsequente Ausbau der Ressourcen im digitalen Bereich müssen höchste Prioritäten haben.

Es geht schließlich um eine solide Bildung und somit um die dauerhafte Sicherung einer guten Zukunft Bayerns und Deutschlands!
Bitte keine weitere, wertvolle Zeit vergeuden...

Weitere Infos unter www.lev-rs.de

Autor:

Andrea Faggiano aus Obernburg am Main

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