Xenia Hügel wird Ehrenbürgerin in Jattaba in Gambia
„Wasser ist Luxus – das muss uns wieder bewusst werden“ - wie Xenia Hügel Ehrenbürgerin von Jattaba wurde

Dr. Darbow bei der Arbeit
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  • Foto: Privat
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Xenia Hügel ist Autorin, Mutter und jetzt auch Ehrenbürgerin von Jattaba in Gamba. Bekannt ist die Amorbacherin eigentlich für ihr Projekt „Sounds of Hope Children Center“ in Uganda, wo sie mit unglaublich viel Engagement und noch mehr Herzblut Nicholas Mubeezi und seine Waisenkinder unterstützte. Den Artikel dazu finden Sie hier

Zwischenzeitlich ist aus dem kleinen Projekt sehr viel mehr geworden. Die Versorgung und Unterbringung der Kinder ist gesichert, und auch die Frauen sind weiterhin eifrig bei der Sache. Das Sounds of Hope Children Center ist mittlerweile selbstständig.

„Ich nehme das in die Hand“ – Wie Jattaba einen neuen Brunnen bekam

Xenia Hügel ist eine rührige Powerfrau, dass ist unbestritten. Das nächste Projekt ließ natürlich nicht lange auf sich warten. Auch hier war es eher zufällig. „Ich habe ein Gespräch zwischen meinem Bekannten Omar Sanneh und seinem Vater Bakery B. Sanneh , der auch Bürgermeister von Jattaba ist, zufällig mitgehört.“ Da hat sie nachgefragt.
Omar Sanneh schilderte der Amorbacherin, die zwischenzeitlich in Offenbach lebt, dass die Menschen von Jattaba seit langer Zeit ohne funktionierenden Dorfbrunnen leben. Die Folge: die Felder waren extrem trocken. Das Wasser musste von den Frauen mühsam aus einem 6 Kilometer entfernten Brunnen geholt werden. Xenia Hügel zögerte nicht lange: „Ich nehm‘ das in die Hand“ und postete noch am gleichen Tag einen Spendenaufruf in den sozialen Medien.
Selbst als die Kosten für die Reparatur unerwartet stiegen, ließ sich Xenia Hügel nicht unterkriegen. Innerhalb von fünf Tagen waren selbst diese Kosten gedeckt. Sie konnte das gespendete Geld dann auf den Weg bringen. Das ist aber noch lange nicht alles. Zum einen konnte Xenia Hügel für die Schirmherrschaft über das Projekt das Model Hana Nitsche, eine ehemalige Teilnehmerin von Germanys Next Topmodel, gewinnen. Hana Nitsche postete beispielsweise mehrere Spendenaufrufe für den Brunnen in Jattaba und half so, das restliche Geld zusammen zu bekommen. Zum anderen unterstützt die Schauspielerin Mariele Millowitsch das Projekt.

Das nächste Projekt: Ein Krankenhaus für Jattaba

Der Dorfbrunnen war aber nicht das einzige Projekt, dass Xenia Hügel und Hana Nitsche in Angriff nahmen. Als nächstes sicherten sie die medizinische Versorgung des Dorfes. Zweimal im Monat kommt nun Dr. Darbow in das Dorf und kümmert sich dort um die Bewohner. Das sprach sich schnell herum. Es kommen auch Menschen aus den umliegenden Dörfern und aus dem benachbarten Senegal, um sich in Jattaba behandeln zu lassen. Hier konnte Xenia Hügel die Abtei Apotheke in Amorbach und die Tempelhof Apotheke in Offenbach als Paten gewinnen.
Der nächste Punkt auf der Agenda ist der Bau des Krankenhauses. Denn bevor überhaupt Dr. Darbow in das Dorf kam, mussten die Menschen aus Jattaba in ein 46 Kilometer entferntes Krankenhaus kommen, um sich dort medizinisch versorgen zu lassen. Der Transport dorthin erfolgt allerdings nicht in einem Krankenwagen oder im PKW, wie wir das kennen. Um das Krankenhaus zu erreichen, nimmt man entweder den Eselskarren oder geht eben zu Fuß. Ein unhaltbarer Zustand, den Xenia Hügel unbedingt ändern will. Unterstützung erhält sie von Sarjo Marong, der sich vor Ort kümmert.
„Ein Grundstück ist schon da, und die ersten Steine liegen auch schon“ freut sie sich sichtlich. Das Grundstück wurde übrigens von Bakery B. Sanneh gestiftet. Der ist übrigens vom Engagement der beiden Frauen Xenia Hügel und Hana Nitsche so beeindruckt, dass er beide zu Ehrenbürgerinnen von Jattaba ernannte. „Hana und ich haben uns unglaublich über diese Ehre gefreut“, sagt Xenia Hügel.
Wenn die Corona bedingte Lage sich wieder etwas normalisiert hat, planen beide übrigens sich ein Bild vor Ort zu machen. Einen kleinen Wunsch hat Xenia Hügel: Wenn nur jeder Mensch eine Kleinigkeit spendet, ist uns auch schon geholfen. Wer das tun möchte, kann das gerne hier: „Health Center Jattaba“ Sparkasse Miltenberg-Obernburg DE12 7965 0000 0501 5662 85

Natürlich ließ es sich auch Hana Nitsche nicht nehmen, ein paar Worte zu sagen:

4 Fragen an: Hana Nitsche

1. Wie seid ihr zwei zusammengekommen – also Xenia Hügel und du?

Xenia hat mich über Instagram und Email angeschrieben und hat mir von ihrem Projekt in Jattaba erzählt. Sie hat mich sofort überzeugt, und es war absolut klar, dass ich sie dabei unterstützen möchte.
Durch weitere Gespräche haben wir dann sogar festgestellt, dass sich unsere beiden Brüder aus der Schule kennen. Absolute Fügung würde ich somit sagen.

2. Warum unterstützt du  das Projekt in Jattaba? Was sind deine Beweggründe?

Die Geschichte der Menschen dort hat mich sehr bewegt. Für uns ist es völlig selbstverständlich, fließendes Wasser zu haben, einfach den Wasserhahn aufzudrehen, ohne weiter darüber nachzudenken. Wir vergessen ganz schnell, wie gut es uns eigentlich geht. Die Menschen in Jattaba hingegen hatten seit 15 Jahren kein Wasser im Dorf und mussten ganz viele Strapazen auf sich nehmen, um überhaupt erst an sauberes Trinkwasser zu gelangen. Als mich Xenia auf all das aufmerksam gemacht hat, konnte ich einfach nicht wegschauen. Aber auch die vorherige Arbeit, die Xenia bereits in Uganda geleistet hat, hat mich einfach überwältigt. Dass sich eine einzelne Frau im Alleingang so sehr für Gutes einsetzt und so viel Positives in das Leben anderer notdürftiger Menschen bringen kann, ist einfach unglaublich. Wir brauchen mehr Menschen wie Xenia!! Deshalb möchte ich ihr unbedingt dabei helfen. Ihre Arbeit ist einfach großartig, und die Menschen dort sind eben auf Hilfe von außen angewiesen. Ich kann da nicht einfach wegschauen.

3. Willst du dir auch vor Ort ein Bild von der Situation machen?

Wenn es die Situation zulässt und wir wieder reisen können, möchte ich auf jeden Fall nach Gambia fliegen und mir selbst ein Bild von der Lage machen. Ich freue mich aber auch besonders darauf, die Menschen in Jattaba persönlich kennen zu lernen.

4. Wie war das für dich, als die Nachricht kam, dass genug Spenden gesammelt wurden, um den Brunnen zu reparieren? Vor allem als das Video kam, dass das Wasser wieder sprudelt.

Ich habe mich wirklich aus ganzen Herzen mitgefreut!!! Spenden zu sammeln ist doch nicht ganz so einfach, gerade über Social Media schauen viele schnell mal weg oder ignorieren solche Aufrufe ganz einfach. Es war doch recht mühsam Leute zum Helfen zu animieren, was irgendwie sehr enttäuschend ist. Als dann aber die gute Nachricht kam, dass genug Geld zusammengekommen ist, war mir sehr nach Jubeln zu Mute!! Ich bin jeden einzelnen Spender sehr dankbar, der das unterstützt und möglich gemacht hat. Jede noch so kleine Summe kann wirklich sehr viel verändern und das Leben der Menschen in Jattaba grundlegend verbessern. Jedes Mal, wenn ich die freudigen Nachrichten aus Jattaba lese und sehe wie dankbar sie sind, bin ich vor Rührung den Tränen nahe!!!

Autor:

Miriam Weitz aus Obernburg am Main

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