Polizeibericht
Aschaffenburg | Bankmitarbeiter vereiteln Callcenter-Betrug

Bankmitarbeiter vereiteln Callcenter-Betrug

Bankmitarbeiter bewahrten am Freitag eine 84-Jährige vor einem schadensträchtigen Betrug. Callcenter-Betrüger hatten die Frau zuvor mittels sogenanntem Schockanruf getäuscht und wollten von ihr mehrere tausend Euro erbeuten. Die Bankangestellten erkannten die Lage und verständigten die Polizei.

Am Freitagnachmittag erhielt eine Aschaffenburger Seniorin einen Anruf von bislang unbekannten Betrügern, die vorgaben ihr Enkel sei in einer Notsituation. Angeblich habe dieser einen schweren Verkehrsunfall verursacht und könne eine drohende Haftstrafe nur mit einer schnellen Geldzahlung über mehrere tausend Euro abwenden. Die Geschädigte glaubte den professionell agierenden Tätern und wollte bei ihrer Bank entsprechend Bargeld abheben. Dies hätte sie später an einen Abholer übergeben sollen. Die Mitarbeiter der Bank vermuteten hinter der ungewöhnlichen Geldabhebung eine bekannte Betrugsmasche und klärten die Rentnerin darüber auf. Eine Nachfrage bei der Verwandtschaft brachte Licht ins Dunkel - die vorgegebene Notlage war frei erfunden. Das Bargeld wäre ohne das Einschreiten der Bankberater mutmaßlich in die Hände der Betrüger gelangt. Die schließlich verständigte Kriminalpolizei Aschaffenburg hat die Ermittlungen übernommen und warnt erneut vor derartigen Betrugsmaschen.

Leg‘ auf! Die Präventionskampagne des Polizeipräsidiums Unterfranken

Aufgrund der weiterhin hohen Fallzahlen im Bereich Callcenter-Betrug und dem damit verbundenen finanziellen Schaden, aber auch den psychischen Folgen für die Betroffenen, hat sich das Polizeipräsidium Unterfranken Ende 2020 dazu entschieden, zum Schutz der Opfer auch im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit nochmals aktiv zu werden und die Präventionskampagne “Leg´auf!” gestartet.

Das Ziel dieser Kampagne ist es, insbesondere ältere Menschen und deren Angehörigen über die Phänomene wie „Enkeltrickbetrug“ und „Falsche Polizeibeamte“ zu informieren, zu sensibilisieren und Verhaltenstipps zu geben. Die wichtigsten Botschaften sind:

 Legen Sie auf. Wählen Sie selbst die Notrufnummer 110 und fragen bei der Polizei nach einem entsprechenden Einsatz bzw. ob tatsächlich Verwandte in Not sind.

 Die Polizei weist Sie niemals an, Geld oder Schmuck zu Hause zur Abholung bereit zu legen oder an Abholer zu übergeben!

 Übergeben Sie keine Geldbeträge an Fremde! Auch die Polizei holt bei Ihnen an der Haustüre keine Wertsachen ab, um sie in Verwahrung zu nehmen!

 Die Täter können mittels Call ID-Spoofing jede von ihnen gewünschte Rufnummer auf dem Telefondisplay anzeigen lassen - bei der echten Polizei erscheint niemals die 110 (auch nicht mit Vorwahl)!

 Sprechen Sie mit ihren Freunden, Nachbarn und Verwandten über das Phänomen!

 Weitere Informationen: https://www.polizei.bayern.de/unterfranken/schuetzenvorbeugen/senioren/index.html/322685

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