LINKE solidarisiert sich mit Streikenden
Busstreik in Aschaffenburg

Auch am Dienstag den 29.09.2020 traten die Busfahrer*innen wieder für gerechtere Löhne ein.
Ein großer Teil der Gesellschaft empört sich zu Unrecht über die von den Gewerkschaften getroffenen Maßnahmen.
Was jedoch tatsächlich empörend ist, sind die Zustände, unter denen die Angestellten ihr Tagewerk verrichten. Schlechte Bezahlung, ungewöhnliche Arbeitszeiten und aktuell ein hohes Infektionsrisiko durch überfüllte Busse gehören zu den Arbeitsbedingungen, die die Busfahrer*innen täglich erdulden müssen.
Doch statt die wichtigen Leistungen seiner Arbeitnehmer während der Pandemie anzuerkennen und in Form einer angemessenen Lohnerhöhung wertzuschätzen, echauffiert sich der Geschäftsführer der Stadtwerke Aschaffenburg, Dieter Gerlach, über den ungünstigen Zeitpunkt des Streiks.
Gleichwohl ist das Streikrecht essenziell für die Interessenvertretung der Arbeitnehmer*innen. Dies gilt auch während einer Pandemie!
Der Versuch, die Verantwortung für die Gefährdung der Gesundheit von Mitfahrenden an die Streikenden abzugeben, um weiterhin wirtschaftliche Interessen verfolgen zu können, ist hierbei nicht nur fahrlässig, sondern schlicht falsch. Denn wer trotz mangelnder Kapazitäten noch Busse einsetzt und dadurch Menschenaufläufe provoziert, tut genau das!

Wir fordern:
Die langfristige Übernahme aller Busfahrer*innen in den öffentlichen Dienst mit vollen Bezügen. Zudem schließen wir uns der Forderung der Gewerkschaft an, welche eine Stundenlohnerhöhung von 3,50 Euro vorsieht.

Die Herausgabe des öffentlichen Dienstleistungsauftrags zwischen der SVG und der Stadt Aschaffenburg durch die Stadtverwaltung.

Die Einstellung weiterer Beschäftigter, sodass die Fahrtfrequenzen erhöht und die Personenzahlen in den Bussen gesenkt werden können.

Andreas Adrian (Kreisvorsitzender der LINKEN Aschaffenburg und Bayerischer Untermain und Mitglied des Kreistages Miltenberg)
Daniel Kirilow (ver.di Mitglied und Mitglied der LAG Betrieb und Gewerkschaft der LINKEN Bayern)

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