Fünf-Wunden-Bruderschaft hält Tradition aufrecht
Karfreitagsprozession - ein Glaubenszeugnis

Der Miltenberger "Palmesel", ehemals eine Figur der Miltenberger Karfreitagsprozession
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  • Der Miltenberger "Palmesel", ehemals eine Figur der Miltenberger Karfreitagsprozession
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Miltenberg. In früheren Jahrhunderten war es in vielen Orten üblich, das Heilsgeschehen des christlichen Glaubens bildhaft bei Prozessionen darzustellen. So auch in Miltenberg. Ein letztes Relikt, der „Miltenberger Palmesel“, zeugt noch heute davon. Er ist im Stiftsmuseum Aschaffenburg zu sehen. Diese Figur wurde in früheren Zeiten bei den Miltenberger Prozessionen mitgeführt. Dazu schreibt Josef Wirth etwa um 1840 in seiner Chronik: „Am Charfreitag nachmittags um 1 Uhr Prozession vom Kloster bis zum Bildstock der seligsten Jungfrau Maria vor dem äußeren Thor und von da an in die St. Jacobi Pfarrkirche, dann nach abgesungenen Fünf-Wunden in das Kloster zurück. Ehedem war diese Prozession mit bildlichen Vorstellungen aus den Leidensmomenten unseres Heilandes begleitet, wozu gewöhnlich die studierende Jugend verwendet wurde. Der Miltenberg Palmesel ist das letzte Relikt dieser bildlichen Prozession.“ Soweit Josef Wirth.

Ihren Ursprung haben diese Bilderprozessionen wohl dadurch genommen, den Menschen den Glauben nahe zu bringen. Vor allem den Menschen, die die Bibel nicht lesen konnten. Ende des 18. Jahrhunderts wurden diese barocken Bilderprozessionen verboten. Einige Orte hielten sich jedoch nicht an dieses Verbot, so wie in Lohr am Main, eine der bekanntesten Bilderprozession deutschlandweit.

Die Tradition der Karfreitagsprozession wird in Miltenberg von der „Fünf-Wunden-Bruderschaft“ aufrechterhalten. So auch in diesem Jahr, am Karfreitag 2019. Nach der Kreuzwegandacht in der Franziskanerkirche nahmen die Gläubigen Aufstellung zur Prozession. Unter Mitnahme der Bruderschaftsfahne und dem Vortragskreuz mit Begleitfahnen ging der Weg zur Mariensäule im Hof des Seniorenheimes „Maria Regina“, zum Bruderschaftskreuz am Kloster, weiter zur Stadtpfarrkirche und wieder zurück zur Klosterkirche. Wenn auch nicht mehr als Bilderprozession, so wird doch die Karfreitagsprozession mit den Gebeten und Gesängen immer noch sehr geschätzt. Davon zeugte die stattliche Anzahl der gläubigen Teilnehmer auch in diesem Jahr.

Bernhard Setzer

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