Allergie
Heuschnupfen im Frühling - Wenn die Pollen fliegen

Pollen von Gräsern und anderen Pflanzen können Allergien auslösen.
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  • Pollen von Gräsern und anderen Pflanzen können Allergien auslösen.
  • hochgeladen von Sabine Rindsfüsser

Kaum steigen die Temperaturen im Frühjahr an, beginnt die Leidenszeit der Menschen mit einer Pollenallergie. Das beste Mittel ist natürlich, die Allergene zu meiden. Doch das ist nicht so einfach. Was zum Beispiel bei einer Lebensmittelallergie noch einigermaßen leicht umzusetzen ist, fällt bei einer Pollenallergie schon deutlich schwerer. Zumal die Pollen immer früher fliegen. Bei milden Temperaturen entlassen manche Pflanzen, wie Haselnuss und Erle, schon im Winter ihre Pollen in die Luft.

Pollenfreie Zonen finden

Am besten wäre es natürlich, während der Hauptflugzeit der Pollen, auf die man allergisch reagiert, in den Urlaub ans Meer, in eine Wüstenregion oder ins Gebirge (ab 1500 m gibt es fast keinen Pollenflug mehr) zu entfliehen. Wer sich das zeitlich oder finanziell nicht leisten kann, sollte wenigstens ab und zu einen Tag im  Hallenbad verbringen, denn auch dort gibt es kaum Pollen. Für einen Allergiker kann es sehr entspannend sein, wenigstens für ein paar Stunden keine Symptome zu haben.

Rechtzeitig informiert sein

Der Deutsche Wetterdienst stellt auf seiner Webseite für die acht allergologisch wichtigsten Pollen in Deutschland (Hasel, Erle, Esche, Birke, Süßgräser, Roggen, Beifuß und Ambrosia) die in der Luft zu erwartenden Pollen­konzentrationen täglich auf einer Deutschlandkarte dar. Gut zu wissen: der Bezug des Pollenflug-Gefahrenindex über Newsletter sowie als App ist kostenfrei möglich 

Diese Tipps können bei einer Pollenallergie helfen:

1. Geben Sie den Pollen erst gar keine Chance, in die Wohnung einzudringen.
Das können Sie beispielsweise durch das Anbringen von Pollenschutzgittern an den Fenstern erreichen. Ohne diese Schutzgitter sollte nur zu pollenarmen Zeiten gelüftet werden. Das ist in der Stadt morgens und auf dem Land abends.
2. Was für die Wohnung gilt, ist ebenso im Auto relevant. Lassen Sie einen Pollenfilter einbauen und fahren Sie mit geschlossenem Fenster.
3. Kleidung, die Sie im Freien getragen haben, sollte besser nicht mit ins Schlafzimmer genommen werden. So setzen sich Allergiker nachts nicht den daran haftenden Pollen aus.
4. Aus demselben Grund empfiehlt es sich auch, vor dem Schlafengehen eine Dusche zu nehmen und die Haare zu waschen.
5. Wechseln Sie die Bettwäsche häufig.
6. Sinnvoll ist es auch, Wäsche nur in geschlossenen Räumen oder im Trockner zu trocknen.
7. Betroffene sollten sich zudem über den Pollenflug informieren und die Zeit im Freien danach ausrichten.

Elektronisches Polleninforma­tionsnetzwerk Bayern (ePIN)

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittel­sicherheit teilt auf seiner Webseite mit, dass in der ersten Jahreshälfte 2019 das neue Elektronische Polleninformationsnetzwerk Bayern (ePIN) seinen Regelbetrieb aufnehmen soll. Man verspricht sich eine genauere und schnellere Pollenvorhersage durch elektronische Pollenmonitore anstelle von manuellen Pollenfallen. Die neue Technik wird an acht bayerischen Standorten, darunter auch Marktheidenfeld, eingesetzt. Mehr Infos dazu unter www.lgl.bayern.de.

Was tun, wenn Symptome auftreten?

Wer bei aller Vorsicht allergische Symptome an sich feststellt, sollte diese unbedingt behandeln (lassen) und den Ursachen auf den Grund gehen. Sonst kann ein „Etagenwechsel“ drohen, bei dem sich aus einem Heuschnupfen allergisches Asthma entwickeln kann. Auch können sogenannte Kreuzallergien entstehen, die zu Reaktionen auf bestimmte Lebensmittel führen. Zur Bekämpfung der Symptome stehen verschiedene Wirkstoffarten zur Verfügung, sowohl in der Schulmedizin als auch in der Homöopathie. Von der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie werden Nasensprays mit sogenannten Glukokortikoiden empfohlen, da sie die Symptome eines Heuschnupfens besonders wirksam bekämpfen. Zur Behandlung des allergischen Schnupfens können Wirkstoffe verwendet werden, die die Wirkung des Botenstoffs Histamin unterdrücken und deshalb Antihistaminika genannt werden.
Um herauszufinden, ob man unter einer Allergie leidet und was Auslöser dafür sein können, ist ein „Allergietagebuch“ hilfreich. Hier wird alles vermerkt, was mit der Allergie zu tun haben könnte, also Nahrung, Aufenthaltsort, Wetterlage, Uhrzeit, Stärke der Symptome, Stress usw. In Kombination mit anderen Testmethoden kann es dem Arzt bei der Diagnose helfen.

Leben mit Allergie – wie gehen Betroffene damit um?

Heinrich Weitz aus Obernburg leidet unter einer Pollenallergie und berichtet über seinen Umgang damit: „Ich habe bestimmt schon 20 Jahre Heuschnupfen. Mein Hausarzt hat es zuerst erkannt. Der Befund wurde dann später vom Allergologen bestätigt. Bei mir äußert sich der Heuschnupfen mit einer laufenden und gleichzeitig verstopften Nase, tränenden Augen und einem trockenen Husten. Mir hilft am besten eine Cortisonspritze. Das lindert die Symptome. Insgesamt fühle ich mich durch den Heuschnupfen schon beeinträchtigt. Ich bin matt und schlapp, unter anderem auch durch die nächtlichen Husten- und Niesanfälle. Zum Glück habe ich noch keine Folgeerkrankungen bzw. Kreuzallergien. Ich habe mich darauf aber auch noch nicht testen lassen.“
Auch Tochter Miriam Weitz leidet unter einer Allergie, allerdings auf Bienen- und Wespenstiche: „Meine Allergie hat sich im Laufe der Jahre verschlimmert. Früher war ich (relativ) unempfindlich gegen Bienen- und Wespenstiche. Heute reagiere ich zum Teil sogar auf Mückenstiche allergisch, die extrem anschwellen und jucken. Bei Bremsenstichen ist es nochmal extremer. Da ich viel draußen unterwegs bin, sprühe ich mich immer mit Mückenschutzmittel ein. Das hilft normalerweise.
Die Allergie ist übrigens vererbt. Meine Oma hatte auch eine schwere Allergie auf Bienen- und Wespenstiche. Erkannt habe ich die Allergie vor drei oder vier Jahren. Da wurde ich von einer Wespe gestochen, die sich irgendwie auf mein T-Shirt verirrt hatte. Zuerst tat der Stich nur wahnsinnig weh. Innerhalb kürzester Zeit fingen dann meine Arme und Beine an zu kribbeln. Zum Glück war ein Krankenhaus in der Nähe (ich bin da sogar unvernünftigerweise noch selbst hingefahren). Bei der Anmeldung in der Notaufnahme begann die Atemnot. Zum Glück bin ich super schnell versorgt worden. Vielen Dank nochmal an das Team im Dieburger Krankenhaus! Tatsächlich fühle ich mich jetzt sehr unwohl, wenn mir eine Wespe zu nahe kommt. Bei Bienen ist es nicht ganz so schlimm, die lassen einen ja auch für gewöhnlich in Ruhe. Komischerweise habe ich auch keine Angst vor Hornissen, obwohl die ja aussehen wie eine Wespe auf Steroiden. In der Handtasche hatte ich bis vor kurzem ein Allergie-Kit. Das muss ich dieses Jahr erneuern. Ansonsten decke ich halt die Getränke ab und esse im Sommer draußen nichts Süßes. Beeinträchtigt fühle ich mich durch meine Allergie eigentlich nicht.“

Den Sommer nicht vermiesen lassen

Allergiker sollten also entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen, damit sie den Sommer trotzdem genießen können. Übrigens: es gibt Pflanzen und Tiere, die auch Nicht-Allergikern gefährlich werden können, z. B. der Eichenprozessionsspinner, Riesenbärenklau und Jakobskreuzkraut.

Weiter Informationen zum, Thema Pollen und Allergien:

Pollenflug-App Deutscher Wetterdienst

Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Stichwort ePIN 

www.homoeopathie-online.info/

Deutsche Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI) e. V.

Haben Sie besondere Tricks oder Ratschläge, wie Sie mit einer Allergie umgehen? Dann schreiben Sie einen Kommentar zum Artikel.

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