Extremist des Friedens und der Liebe -
Der Heilige Franz von Assisi
- Pfarrer Jan Kölbel erteilt den Pilgersegen zu Beginn der Engelbergwallfahrt am 03.10.26
- Foto: Martin Winkler
- hochgeladen von Nina Reuling
Die traditionelle Engelbergwallfahrt der Pfarreiengemeinschaft St. Martin Miltenberg-Bürgstadt begann am 03.10.26 in Miltenberg-Nord mit dem Pilgersegen durch Pfarrer Jan Kölbel. Ministranten aus Bürgstadt und Musiker der Stadtkapelle Miltenberg begleiteten die Wallfahrer. Gebet, Gesang, Gespräche und Schweigen sorgten für eine kurzweilige Wegstrecke und für Zeit zum Besinnen auf den Glauben und zum Nachdenken über das eigene Leben. An der renovierten Maria-Hilf-Kapelle wurde die Gottesmutter mit Liedern und dem Magnificat verehrt. Im Franziskusgarten auf dem Engelberg wurde der Sonnengesang des Heiligen Franz von Assisi gebetet. Diakon Florian Grimm erläuterte, dass dieses Gebet ein Lob des Heiligen auf Gottes Schöpfung sei. Mit dem Lied „Großer Gott, wir loben dich“, das beim Einzug in die Klosterkirche gesungen wurde, schlossen sich die Pilger dem Lob von Franz von Assisi auf den Schöpfer an. Dabei wurden sie von Pfarrer Kölbel mit Weihwasser gesegnet. Pater Nelson Antoney hieß die Gläubigen auf dem Engelberg herzlich Willkommen. Er wünschte ihnen, dass sie im Gebet Kraft schöpfen und neue Hoffnung finden könnten. Pfarrer Kölbel begrüßte sie mit „Pace e Bene“ – „Frieden und Heil“ - der Grußformel des Hl. Franz von Assisi, der am heutigen Tag seinen 800. Todestag habe. Mit dem Heiligen Franz von Assisi würden wir in einer ehemaligen Franziskanerkirche einen Extremisten feiern – einen Extremisten des Friedens und der Liebe. In seiner Predigt ging Pfarrer Kölbel darauf ein, dass der Heilige Franz von Assisi den Ruf Gottes gehört habe und diesem Ruf gefolgt sei. Er habe die Kirche Christi im Wege der Armut wieder aufgerichtet. Dabei habe er tiefen Frieden und Freude gefunden; zu Lebzeiten habe er viele Menschen mit seinen Charismen gefesselt. Als er mit 45 Jahren schwer krank, erblindet und in völliger Armut im Kreis seiner Mitbrüder auf dem Boden liegend gestorben sei, wären seiner Gemeinschaft bereits mehr als 1.000 Menschen gefolgt. Später habe sich die Gemeinschaft von Europa aus weltweit ausgebreitet. Obwohl ihm ein Leben in Sicherheit und Wohlstand beschieden gewesen wäre, entschied sich der aus reichem Elternhaus stammende „Partylöwe“ anders. Durch den von ihm gewählten Weg habe er ein reiches, erfülltes Leben gehabt, ein Leben, bei dem eine große Ernte eingebracht worden sei und von dem viele Menschen gezehrt hätten. Wir seien dazu aufgerufen, nicht krampfhaft dem Leben mehr Jahre hinzufügen zu wollen, sondern unsere Zeit mit mehr Leben zu füllen. So wünsche er uns und der Welt „Pace e Bene“ – auch unserem Land, das nach 36 Jahren Deutsche Einheit Frieden und Heil angesichts erschreckender Wahlergebnisse dringend nötig habe. Wir dürften Gott an diesem Wochenende für alle guten Gaben, die wir empfangen hätten, danken. Am Ende des Gottesdienstes sprach der Pfarrer allen, die zum Gelingen der Wallfahrt beigetragen hatten, einen herzlichen Dank aus und lud dazu ein, in der Klosterschänke die erlebte Gemeinschaft fortzusetzen.
Nina Reuling
Autor:Nina Reuling aus Miltenberg |
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