Andacht mit Gräbersegnung -
Gebete wichtiger als Blumenschmuck

Pfarrer Jan Kölbel und die Ministranten bei der Gräbersegnung zu Allerheiligen auf dem Hauptfriedhof Miltenberg
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  • Pfarrer Jan Kölbel und die Ministranten bei der Gräbersegnung zu Allerheiligen auf dem Hauptfriedhof Miltenberg
  • Foto: Martin Winkler
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Zu Beginn der Andacht mit Gräbersegnung auf dem Hauptfriedhof Miltenberg am 01.11.21, 15.00 Uhr, begrüßte Pfarrer Jan Kölbel die Teilnehmenden sehr herzlich. Wir sollten uns freuen, dass Allerheiligen wieder so begangen werden könne, wie es traditionell gefeiert werde. Im letzten Jahr hätten die Friedhofsgänge – trotz niedrigerer Inzidenz als zur Zeit – abgesagt werden müssen. Allerheiligen sei ein kleines Ostern im Herbst, ein froher Festtag. Der eigentliche Totengedenktag sei der morgige Allerseelentag. Wir dürften dankbar sein für die Zeit, für all die schönen Erinnerungen, die wir an unsere lieben Verstorbenen hätten. Mit Allerheiligen eng verbunden sei die Hoffnung, dass der Tod nicht das letzte Wort habe: Christus habe uns durch seinen Ostersieg das Leben errungen. In seiner Predigt ging Pfarrer Kölbel darauf ein, dass vor ca. zwei Wochen im Museum eine Sonderausstellung zu dem Miltenberger Maler Kurt Wolfgang Zöller eröffnet worden sei. Ein Ölgemälde, das von dem Maler am Tag vor dessen Tod fertig gestellt worden sei, zeige den ehemaligen Miltenberger Friedhof in der Nähe der evangelischen Kirche. Es habe sich um eine sehr schöne Anlage, eine Oase in der Stadt gehandelt. Um so schlimmer sei das Ende des Friedhofs gewesen. Dieser sei im Jahr 1963 in einer „Nacht- und Nebelaktion“ abgeräumt worden. Grabdenkmäler seien in einem Akt der Barbarei niedergerissen und für den Straßenbau bzw. für den Sportplatz des Johannes-Butzbach-Gymnasiums verwendet worden. In früheren Zeiten sei der Rat an einen jungen Priester ergangen, sich vor einem Stellenwechsel erst den Friedhof einer Gemeinde anzusehen. Wie die Menschen mit den Verstorbenen umgingen, sage viel über deren Charakter aus. Mittlerweile würden die Friedhöfe immer leerer, da der Trend zum Urnengrab bzw. zur Urnenwand gehe. Diese Form der Bestattung benötige nicht viel Platz. Die Kosten für Beisetzungen bzw. die Tatsache, dass Kinder und Enkel oftmals nicht mehr vor Ort seien und sich um die Grabpflege kümmern könnten, verstärkten den Trend zu Friedwäldern oder anonymen Bestattungen. Was hier aus dem Fokus gerate sei, dass der Mensch einen Ort zum Trauern benötige. Ein guter Christ habe jedoch nicht automatisch das schönste Grab. Viel wichtiger als Grabschmuck sei es, für die Verstorbenen zu beten bzw. Messen für sie lesen zu lassen. Umgekehrt seien unsere Verstorbenen unsere Fürsprecher bei Gott. So wie wir den Toten Liebe erwiesen, so täten sie es für uns. An die Predigt schloss sich die Gräbersegnung mit Weihwasser an; hierzu gingen Pfarrer Kölbel und die Ministranten über den Friedhof. Während der Gräbersegnung wurde nach jeder Strophe des Liedes „Preis den Todesüberwinder“ ein „Vater Unser“ und ein „Gegrüßest seist du, Maria“ gebetet. Danach wurden die Fürbitten insbes. für alle, die auf dem Friedhof ruhen, gesprochen und zum Abschluss ein „Vater Unser“ gebetet. Pfarrer Kölbel lud zum Gottesdienst an Allerseelen ein und dankte der Stadtkapelle für die musikalische Gestaltung.
Nina Reuling

Autor:

Nina Reuling aus Miltenberg

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