EU-Abgeordnete Lochbihler zu Gast im Landkreis – Förderung des Landkreises und Bildung im Fokus

In einer Berufsintegrationsklasse an der Miltenberger Berufsschule informierte sich die EU-Abgeordnete Barbara Lochbihler (Mitte), begleitet von Berufsschulleiter Bernd Kahlert und Landrat Jens Marco Scherf (von links), über den Ablauf des Deutschunterrichts für junge Flüchtlinge.
  • In einer Berufsintegrationsklasse an der Miltenberger Berufsschule informierte sich die EU-Abgeordnete Barbara Lochbihler (Mitte), begleitet von Berufsschulleiter Bernd Kahlert und Landrat Jens Marco Scherf (von links), über den Ablauf des Deutschunterrichts für junge Flüchtlinge.
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Bei ihrem Besuch im Landkreis Miltenberg hat sich die EU-Parlamentarierin Barbara Lochbihler am Montag, 23.1.2017, von Landrat Jens Marco Scherf unter anderem über die Beschulung von jungen Flüchtlingen und die Bedeutung der beruflichen Ausbildung informieren lassen. Beide thematisierten aber auch die finanzielle Unterstützung des Landkreises durch EU-Mittel.

Scherf betonte der Europa-Abgeordneten gegenüber, wie wichtig die europäische Unterstützung für die Arbeit der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Main4Eck sei, da diese von den Fördermitteln aus dem europäischen LEADER-Programm profitiere. Laut LAG-Managerin Elisabeth Kluin seien alleine in der letzten Förderperiode insgesamt 1,264 Millionen Euro ausgezahlt worden, zusammengerechnet seien in den Landkreis Miltenberg sogar bereits 1,8 Millionen Euro geflossen. Lochbihler bot sich dem Landkreis als Ansprechpartnerin an, wenn es um offene Förderfragen geht. Sie werde auch gerne den Kontakt zu anderen Parlamentariern herstellen, die in einzelnen Ausschüssen sitzen und sehr fachkompetent seien.

In der Berufsschule Miltenberg empfing Rektor Bernd Kahlert die Abgeordnete und den Landrat. Kahlert stellte Lochbihler, die sich schwerpunktmäßig mit Außen- und Menschenrechtspolitik befasst, das umfassende Konzept zur Beschulung von Asylbewerbern und Flüchtlingen vor und berichtete von motivierten Lehrkräften und Jugendlichen. Landrat Scherf würdigte ausdrücklich das große Engagement der Berufsschule Miltenberg-Obernburg. Nach wie vor gelte für Schulleiter Kahlert der Grundsatz, dass das Beherrschen der Sprache die Grundlage für ein berufliches Weiterkommen und die Integration sei. Kahlert betonte wie schwierig die besondere Lage aktuell für die afghanischen Flüchtlinge sei. Sie hätten große Angst vor der Abschiebung und den Folgen einer Rückkehr nach Afghanistan, wusste der Berufsschulleiter: Das macht ein Arbeiten im Klassenzimmer nur sehr schwer möglich. Auch bei den Praktikums- und Ausbildungsbetrieben sei wegen der Abschiebungspraxis eine große Verunsicherung spürbar.

Die EU-Abgeordnete Lochbihler zeigte Verständnis für die Verunsicherung der jungen Menschen, denn die Lage in Afghanistan sei verheerend; laut Lochbihler fehlten innerhalb Afghanistans Fluchtmöglichkeiten, sogar die Hauptstadt Kabul und das Parlament werde beschossen. Landrat Jens Marco Scherf wünschte sich im Hinblick auf die bisherigen Bemühungen im Landkreis um Integration, dass man neben der rein ausländerrechtlichen Situation auch einwanderungsrechtliche Aspekte berücksichtigen möge. Er bezog sich dabei etwa auf Flüchtlinge, die auf einem guten Weg der Integration sind und die Berufe ergreifen wollen, für die in Deutschland Ausbildungsnachwuchs gesucht wird – etwa Metzger oder Bäcker sowie im Metall- oder Holzbereich. Mit dem Start der Ausbildungsinitiative habe der Landkreis Miltenberg versucht, geeignete Ausbildungsbewerber in eine Ausbildung zu vermitteln, ergänzte der Landrat und wies auf die notwendige Begleitung einer Ausbildung hin.

In einer Berufsintegrationsklasse konnte die EU-Abgeordnete sich anschließend einen Eindruck verschaffen, wie die jungen Flüchtlinge Deutsch lernen. Einige aus Syrien, Äthiopien, Somalia und Pakistan stammende Flüchtlinge stellten sich kurz vor und berichteten von ihren bisherigen beruflichen Erfahrungen bei diversen Praktika. Barbara Lochbihler ihrerseits erklärte ihre Arbeit im EU-Parlament in Brüssel und Straßburg. Ihre Arbeit führe sie häufig an die Außengrenzen der EU im Mittelmeer, erzählte sie und berichtete von den großen Sorgen der Parlamentarier an der „tödlichsten Grenze der Welt.“

Barbara Lochbihler und Jens Marco Scherf waren sich einig, dass die Bedeutung der beruflichen Ausbildung in Deutschland oft unterschätzt werde. Dies gelte insbesondere für den Landkreis Miltenberg mit seiner industriell von starken mittelständischen Unternehmen geprägten Wirtschaftsstruktur, betonte Landrat Scherf und wies darauf hin, dass mit dem Einstieg in die Generalsanierung am Berufsschulstandort Obernburg ein Signal verbunden sei, dass man die Bedarfe der Berufsschule deutlich sehe. EU-Abgeordnete Lochbihler betonte, dass in vielen Ländern Europas mit großem Interesse auf das einzigartige System der beruflichen Ausbildung geblickt werde.

Vor ihrer Abreise nach Brüssel trug sich Lochbihler noch in das Goldene Buch des Landkreises Miltenberg ein.

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