Johannes-Hartung-Realschule Miltenberg
Kriegsende in meinem Heimatort – Johannes-Hartung-Realschule gewinnt mit Lockdown-Projekt einen Wettbewerb

2021 – Das Kriegsende ist nun 76 Jahre her und damit beschäftigten sich die Klassen 10b und 10c der Johannes-Hartung-Realschule im Januar, als sich alle Schulen im Distanzunterricht befanden. Die Schüler hatten zwei Wochen Zeit, sich in ihrem Heimatort oder in dem ihrer Großeltern umzuschauen und nachzuforschen.
Die Recherchearbeiten stellten für die meisten eine große Herausforderung dar. Für Schüler, die es gewohnt sind, alle Informationen im Internet zu finden, war es nämlich nicht so einfach auf Spurensuche zu gehen, da die Homepages der jeweiligen Ortschaften – von Umpfenbach bis Neuenbuch und Richelbach, von Heppdiel bis Neunkirchen – nicht viele Informationen bezüglich des Kriegsendes preisgaben. Einzelne führte der Weg bei der Erforschung der Vergangenheit ihrer Verwandten bis nach Norwegen, Tschechien und Sachsen. Andere Schüler und Schülerinnen suchten die Kriegsgräber und Gedenktafeln auf, andere dagegen versuchten eine Chronik über ihren Heimatort zu finden. Einzelne Schülerinnen riefen sogar Nachbarn oder andere ältere Bewohner an und fragten sie aus, welche sich sicherlich über einen Anruf während des Lockdowns freuten. Manche konnten noch ihre eigenen Großeltern befragen. So tauchte so manches Einzelschicksal auf.
Viele erfuhren, dass die Mainbrücke einst von den Deutschen selbst gesprengt wurden – von einer Schülerin starb dabei der Uropa, ein anderer erforschte die Brückensprengung von Freudenberg.
Viele Kleinheubacher stellten fest, dass die Amerikaner sogar die Orgel der Kapelle des Schlosses zerstörten, da sie befürchteten, man hätte damit eine Waffe bauen können. Die Bewohner Eichenbühls erzählten von der Angst vor den amerikanischen Panzern, aber auch von Kaugummis von den Amerikanern, die auch ihr Essen teilten, da Nahrungsknappheit herrschte.
Großheubach wurde wie die meisten Orte im Landkreis an Karfreitag bzw. in der Karwoche befreit. Die SchülerInnen konnten Vieles der Buchchronik des Heimatvereines entnehmen.
In Bürgstadt fand kurz nach Kriegsende ein großer Brand statt. Eine Schülerin stellte in ihrer Reportage den Bürgermeister Ernst Heinrichsohn vor, der für die Deportation mehrerer zehntausende französischer Juden nach Auschwitz verantwortlich war.
Insgesamt konnten noch viele Schülerinnen und Schüler beider Klassen in die Vergangenheit ihrer Groß- und Urgroßeltern schauen und so zu langweiligen Geschichtsthemen plötzlich doch einen persönlichen Bezug herstellen. Viele erzählten auch von der Kriegsgefangenschaft ihrer Urgroßväter.
Alle sammelten Informationen und Bilder digital und fassten ihre Ergebnisse möglichst wissenschaftlich mit Quellenangaben zusammen. Eigentlich sollten diese gemeinsam mit der Ausstellung „Den Juden Miltenbergs ein Gesicht und eine Stimme geben“ präsentiert werden. Jedoch konnte aufgrund der Pandemie die Ausstellung noch nicht stattfinden. Dennoch wurden alle Ergebnisse wieder beim Landeswettbewerb „Erinnerungszeichen“ des Kultusministeriums eingereicht, da das diesjährige Thema „Kriegsende in Bayern“ war. Dafür wurden sie mit einem „Anerkennungspreis“ sowie einer Geldprämie prämiert.
Veronika Repp

Autor:

Silke Bundschuh aus Miltenberg

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