Feuer im ehemaligen Flüchtlingslager in Miltenberg

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Miltenberg. Am 26. September 2020 ist im ehemaligen Flüchtlingslager, jetzt unter anderem auch Obdachlosenunterkunft, gegen 21 Uhr ein Feuer ausgebrochen. Die Feuerwehren von Miltenberg und Großheubach waren schnell am Brandort. Ein 54-jähriger Mann wurde mit der Drehleiter von einem Balkon gerettet und ins Krankenhaus gebracht. Andere Personen befanden sich zur Zeit nicht im Haus.

Auch viele Heimatvertriebene kamen nach dem Krieg nach Miltenberg ins Flüchtlingslager.

Am 6. Oktober 1946, mussten wir Markt Langendorf im Sudetenland, unser Haus und alles was wir hatten verlassen. Mit 70 kg Gepäck wurden wir vom Marktplatz aus mit Lastautos ins Lager Stefanau gebracht. Am 9. Oktober ging die Fahrt in einem Viehwaggon Nr. 33 weiter, vollgestopft mit Gepäck und mit 31 Personen – wohin wussten wir nicht. In diesem Transport waren 420 Personen von Markt Langendorf.
Die Fahrt ging über Prag zur Grenze nach Bayern. Am nächsten Tag sind wir um die Mittagszeit in Furth im Wald angekommen. Dort fanden eine Entlausung und eine ärztliche Untersuchung statt. Die Fahrt ging anschließend weiter über Regensburg, Nürnberg nach Schweinfurt. Die Familie Lass wurde ausgeladen und in einem Bunker beim Bahnhof, Raum 316 untergebracht. Essen war annehmbar, aber im Bunker war es kalt.
Am 17. Oktober wurden alle Flüchtlinge mit ihren Sachen in 40 Waggons verteilt. Davon gingen 10 Waggons mit 120 Personen nach Ochsenfurt. 10 Waggons führen über Aschaffenburg nach Miltenberg am Main.
Hier in Miltenberg am 19. Oktober 1946 war für uns Endstation. Wir wurden ausgeladen und mit der Fähre über den Main ins Flüchtlingslager gefahren. Essen war gut, Zentralheizung im Zimmer. Im Lager war auch eine Hauskapelle wo jeden Tag eine hl. Messe gelesen wurde.
Ab dem 26. Oktober wurden die Familien im ganzen Landkreis Miltenberg, in Wohnungen verteilt, weil wieder ein anderer Flüchtlings-Transport im Lager eintraf. Eduard Lass

Autor:

Eduard Lass aus Großheubach

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