Wenn der Körper das Gehirn attackiert
Buchtipp: Freund oder Feind?

Die Entdeckung, dass Körper und Geist über die Mikrogliazellen miteinander in Verbindung stehen und sich gegenseitig beeinflussen, wird den Lauf der modernen Medizin nachhaltig verändern.
  • Die Entdeckung, dass Körper und Geist über die Mikrogliazellen miteinander in Verbindung stehen und sich gegenseitig beeinflussen, wird den Lauf der modernen Medizin nachhaltig verändern.
  • Foto: VAK Verlag
  • hochgeladen von Hanne Rüttiger

Das Doppelleben der Mikroglia in unserem Gehirn. Mikroglia sind winzig kleine Gehirnzellen und Teil unseres zentralen Nervensystems. Bis vor Kurzem hielt man sie noch für eine Art Polizei des Gehirns, deren Aufgabe vornehmlich darin besteht, Krankheitserreger abzuwehren und als Ordnungshüter dafür zu sorgen, dass beschädigte Zellen korrekt entsorgt werden. Aber neuesten Studienergebnissen zufolge haben dies unterschätzten Gehirnzellen zwei Gesichter: ein schönes und ein hässliches.
Werden Mikroglia nämlich übermäßig aktiviert - und alles, was das Immunsystem des Körpers auf den Plan ruft, kann auch die Mikroglia im Gehirn aktivieren -, zeigen  sie sich von ihrer schlechten Seite. Dann zerstören sie auch gesunde Strukturen und bereits so den Boden für Gedächtnisprobleme, Ängste, Depressionen oder Alzheimer. Unter den richtigen Umständen aber fungieren Mikroglia als eine Art Schutzengel und beheben Schäden im Gehirn, lindern psychische Probleme und können möglicherweise sogar Begleiterkrankungen auf körperlicher Ebene verhindern, etwa Rheuma, Morbus Crohn oder Hautkrankheiten. Bereits 2016 entdeckte die Neurowissenschaftlerin Li-Huei Tsa, Ph. D, (Massachusetts) dass man Mikroglia "hacken" und so umpolen kann, dass sie dazu beitragen, den biologischen Kahlschlag der Alzheimer-Krankheit rückgängig zu machen. 
Die Journalistin Donna Jackson Nakazawa schildert, welche Konsequenzen sich aus diesen faszinierenden Erkenntnissen für die Behandlung zahlreicher Krankheiten ergeben. In ihrem Buch begleitet sie Ärzte und Patienten beim "Neustart" der Mikrogliazellen: Neurofeedback, Interfallfasten und eine spezielle Lichttherapie kommen dabei unter anderem zum Einsatz. Sie berichtet von Patienten, deren Symptome sich - nach unzähligen konventionellen Therapieversuchen - durch diese neuen Methoden endlich besserten, und sie macht all jenen Betroffenen Hoffnung, die unter geistigen und kognitiven Einschränkungen sowie körperlichen Erkrankungen leiden. 
Das Buch ist auch für Laien gut verständlich geschrieben und mit Querverweisen, um diverse Schriften besser zu verstehen.
Der Ratgeber von Donna Jackson Nakazawa ist im Vakverlag (ISBN 978-3-86731-233-2) und kostet 22,80 €

Autor:

Hanne Rüttiger aus Miltenberg

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