Kreisjugendfeuerwehrzeltlager 2025
Hydropresse statt Luftmatratze: So geht Campen mit der Feuerwehr
- Die Nachwuchsfeuerwehrleute wirkten am Übungstag an einer Rettung mittels Seiltechnik mit.
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Vier Tage Sonne satt und jede Menge Action. Das bot das Zeltlager der Kreisjugendfeuerwehr Miltenberg vom 19. bis 22. Juni.
Seit den 90er Jahren können die Jugendfeuerwehren alle zwei Jahre ihre Zelte für vier Tage an einem Ort im Landkreis aufschlagen. Dieses Jahr taten sie das in Dorfprozelten. Insgesamt 150 Jugendliche und ihre Betreuerinnen und Betreuer aus 12 Feuerwehren des Landkreises nahmen an diesem Event teil, das eine gelungene Mischung aus Gemeinschaft, Spaß und Ausbildung war.
Mit dem Entzünden des Lagerfeuers durch Kreisbrandrat Martin Spilger am 19. Juni war das Zeltlager offiziell eröffnet. Wie in den vergangenen Jahren hatte sich die Lagerleitung ein abwechslungsreiches Programm ausgedacht. So boten Nachtwanderung, Dorfralley, Kreiswettspiele, Volleyballturnier, Lagerdisco, Lagerfeuer und gemeinsame Mahlzeiten den Teilnehmenden zwischen zehn und 18 Jahren viele Möglichkeiten neue Freundschaften zu knüpfen und Gemeinschaft zu erleben.
Es gab aber auch eine Neuerung: Am Samstag, 21. Juni, dem dritten Zeltlagertag fand zum ersten Mal in diesem Rahmen ein Ausbildungs- und Übungstag statt.
"Das ist sozusagen ein Pilotprojekt“, erklärte Kreisjugendfeuerwehrwart und Organisator des Zeltlagers Nico Kirchgessner. „Dankenswerterweise werden wir von zahlreichen Feuerwehren aus dem Südspessart unterstützt, wie Collenberg, Breitenbrunn, Faulbach, Stadtprozelten und Dorfprozelten. Auch das THW Miltenberg und Landkreiseinheiten wie beispielsweise die Höhenrettungsgruppe aus dem Landkreis Miltenberg sind mit uns vor Ort. Der Landkreis Miltenberg stellt uns zudem einen Abrollbehälter für Gefahrgut und ein Wechselladerfahrzeug zur Verfügung.“
Gelegenheit zum Austausch
Insgesamt standen am Ausbildungstag acht Stationen mit verschiedenen Workshops zur Auswahl. Für vier davon mussten sich die Kinder und Jugendlichen entscheiden, die sie dann in Kleingruppen über den gesamten Tag hinweg besuchten.
„Mit dem Ausbildungstag wollen wir auch erreichen, dass sich die Kinder und Jugendlichen der verschiedenen Jugendfeuerwehren untereinander kennenlernen“, sagte Nico Köhler, Fachbereichsleiter Öffentlichkeitsarbeit und Teil der Lagerleitung. „Normalerweise finden Übungen ja meist auf Ortsebene statt. Hier sind die Gruppen gemischt, das ermöglicht einen Austausch über die Grenzen der Feuerwehren hinaus.“
- Alison Wölfelschneider, Nico Kirchgessner und Nico Köhler (von links) gehören mit sieben weiteren Personen zur Lagerleitung.
"Die Kids sind zufrieden", sagen sie und "die Stimmung ist gut". - hochgeladen von Marlene Deß
Feuerwehrtechnik, Erste-Hilfe-Maßnahmen, Brandbekämpfung, Unfallverhütung
An den Stationen konnten die Mädchen und Jungen die vielen Aufgaben von Feuerwehr und Rettungsdienst genauer kennenlernen und natürlich auch verschiedenste Gerätschaften, die zum Einsatz kommen.
An der Station des THW Miltenberg ging es um das Sichern und Bewegen von Lasten. „Die Jugendlichen erleben hier wie größere Lasten gezogen, gehoben, abgesenkt oder gesichert werden können“, erklärte Jugendbetreuer Marco Schlackl. Mit einem Mehrzweckzug zogen die Jugendlichen ein Fahrzeug und erfuhren wie sie mit Hilfe einer Hydropresse einen LKW anheben können.
Im Workshop der Feuerwehr Trennfurt war das Thema „Abdichten und Auffangen von Gefahrgut.“ Florian Elbert: „Am Übungstank simulieren wir das Auslaufen von gefährlichen Flüssigkeiten und zeigen wie und mit welchen Hilfsmitteln der Tank oder auch Gullys zum Schutz abgedichtet werden können.“
Übung und Abkühlung versprach die Station der Feuerwehr Dorfprozelten. Dort übten die Kinder und Jugendlichen Löscheinsätze. Nach erfolgreichem Einsatz folgte der Wasserspaß.
In einem weiteren Workshop bekamen die Teilnehmenden einen Einblick in die Rettung einer Person aus einem PKW sowie deren Erstversorgung.
An der Station der Höhenrettungsgruppe des Landkreises Miltenberg, einer Spezialeinheit der Feuerwehr, konnten die Nachwuchsfeuerwehrleute an einer Rettung mittels Seiltechnik mitwirken. „Die Höhenretter kommen immer dann zum Einsatz, wenn man mit normalen Mitteln wie beispielsweise der Drehleiter nicht mehr helfen kann“, erläuterte Leiter der Höhenrettung Daniel Heckmann. „Wir werden unter anderem bei Unfällen mit Gleitschirmfliegern, in Windkraftanlagen, Hochregallagern oder bei der Rettung von adipösen Patienten benötigt.“
Um den Umgang mit Kleinlöschgeräten ging es im Workshop der Feuerwehr Elsenfeld. Michael Fuchs: „Wir machen praktische Übungen, vermitteln Grundlagen von Brennen und Löschen und machen auf potenzielle Gefahren im Alltag aufmerksam.“
Zwei weitere Stationen befanden sich direkt am Mainufer. Die Wehren von Faulbach und Breitenbrunn entnahmen mit den jungen Feuerwehrleuten Wasser aus dem Main und setzten Wasserwerfer ein. Bei der Wasserrettung konnten die Jugendlichen bei einem Bootseinsatz dabei sein.
Positives Feedback und gute Stimmung
Der Mix aus Ausbildung und Austausch kam bei den jungen Menschen gut an.
- Begeisterte Camperinnen: Emma (links) und Sophia (rechts) haben unter anderem gelernt die Pumpe zu bedienen und die Drehleiter zu fahren.
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Sophia, 14 Jahre aus Altenbuch und Emma, 13 Jahre aus Eisenbach waren zum ersten Mal dabei: „Es ist toll! Hier sind viele coole Menschen, nette Menschen, Menschen, mit denen man reden, lachen und spielen kann. Wir sind alle bei der Feuerwehr und haben gleiche Interessen. Am Ausbildungstag heute lernen wir auch viele neue Dinge, wie zum Beispiel die Pumpe zu bedienen oder wie man die Drehleiter fährt. Wir sind beim nächsten Zeltlager in zwei Jahren definitiv wieder dabei!“
Leonie, 14 Jahre aus Laudenbach, Janis, 12 Jahre und Till, 13 Jahre aus Kleinheubach: „Uns gefällt es super hier. Wir haben neue Freunde gefunden und beim Ausbildungstag viel dazugelernt. Es war sehr interessant. Toll war, dass wir auswählen durften, an welchen Stationen wir mitmachen.“
- Mellyssa und Lea gefällt das Zeltlagerprogramm.
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Mellyssa, 11 Jahre aus Miltenberg: Die Höhenrettung fand ich besonders interessant. Am besten aber war die Discoparty!“
Lea, 15 Jahre aus Miltenberg: „Ich freue mich hier Freunde aus anderen Feuerwehren wieder zu sehen. Es ist auch toll, wie der Teamgeist hier wächst. Das Zeltlager ist von der Struktur her besser als 2023. Jeder Tag ist voll mit einem tollen Programm.“
Autor:Marlene Deß aus Miltenberg |
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