Nur einen Katzensprung entfernt: Karlsbad & Co. - Beliebte Ziele sind Thermen und Quellen, Kurhäuser und Kolonnaden, die meist schon im späten 19. Jahrhundert entstanden

Ein unverfälschte Fluidum der Badeorte mit ihrer herrlichen Umgebung und den vielen Ausflugszielen machen das Bäderdreieck nicht nur für Kurgäste, sondern gerade auch für Wochenendausflügler oder Kurzurlauber besonders anziehend.
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  • Ein unverfälschte Fluidum der Badeorte mit ihrer herrlichen Umgebung und den vielen Ausflugszielen machen das Bäderdreieck nicht nur für Kurgäste, sondern gerade auch für Wochenendausflügler oder Kurzurlauber besonders anziehend.
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Wo: Brückenstraße 1, 63897 Miltenberg auf Karte anzeigen

Sie gehören zu den traditionsreichsten Kurbädern in Europa.

Sie bilden das Herz des Böhmischen Bäderdreiecks, das nur einen Katzensprung von Bayern, Sachsen oder Thüringen entfernt liegt: Franzensbad, Karlsbad und Marienbad.

Als der Kur-Tourismus noch in den Kinderschuhen lag, war es keine Seltenheit, dass die Gäste zuhause noch vor der Abreise ihr Testament aufsetzten. Denn unter anderem aus Vary, dem späteren Karlsbad, sind drastische Behandlungen überliefert – wer sie überlebte, galt als vollkommen geheilt.

Glücklicherweise sind diese Zeiten aber lange vorbei: Die heutigen Heil-Anwendungen sind immer weiter perfektioniert worden. Sie haben sich seit vielen Jahren bewährt, so dass ausgezeichnete Ergebnisse nahezu immer garantiert sind.

Thermen und Quellen, Kurhäuser und Kolonnaden entstanden meist im späten 19. Jahrhundert.

Sie sind ohne Frage architektonische Kleinode in Historismus oder Jugendstil.

Insgesamt zeigen sich die Kurviertel der Bäderorte in sehr unterschiedlicher Weise als Schönheiten, deren harmonische Gestaltung die Sorgfalt und Weitsicht der Stadtplaner noch heute verrät.

Ein unverfälschte Fluidum der Badeorte mit ihrer herrlichen Umgebung und den vielen Ausflugszielen machen das Bäderdreieck nicht nur für Kurgäste, sondern gerade auch für Wochenendausflügler oder Kurzurlauber besonders anziehend.

Denn: bei einer Trinkkur in den Kurbädern handelt es sich nicht um das bloße Ausführen einer ärztlichen Verordnung, sondern um eine Zeremonie.

Dafür erfand man schließlich die Schnabeltasse: Ohne diesen genialen westböhmischen Badebecher aus Porzellan, sei er klein oder groß, altmodisch oder bereits wieder im Trend, müssten alle beim bedächtigen Schlendern durch die Wandelhalle oder beim gemütlichen Promenieren unter freiem Himmel bei jedem Schlückchen stehen bleiben und ihren Kopf in den Nacken biegen.

Nicht zuletzt ist die Schnabeltasse ein beliebtes Andenken, das die Kurgäste gern mit nach Hause nehmen.

Übrigens: Gäbe es die drei großartigen böhmischen Kurorte nicht, so wäre im Laufe der Jahrhunderte auch vieles Geistvolle nicht zu Papier gebracht worden.

Die Liste der Komponisten und Literaten, die sich in Westböhmen zu Werken anregen ließen, ist sehr lang.

Auch die Erfindung des berühmten Karlsbader Becherbitter und der verführerisch duftenden Oblaten ist untrennbar mit dem Bäderwesen verbunden.

Schon Johann Wolfgang von Goethe – er hielt sich allein 17-mal in Franzensbad, 13-mal in Karlsbad und 4-mal in Marienbad auf – zeigte sich von seinen Besuchen und ihren Auswirkungen auf sein Wohlbefinden ganz beeindruckt und dankbar:

»Was ich dort gelebt, genossen / was mir all dorther entsprossen / welche Freude, welche Kenntnis / wär’s ein allzulang Geständnis / Mög es jeden so erfreuen / die Erfahrenen, die Neuen!«

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