Ausschuss sagt Ja zu Plänen für Wertstoffhof Bürgstadt: Bürgerservice im Fokus

Einstimmig haben die Mitglieder des Ausschusses für Energie, Natur- und Umweltschutz am Donnerstag dem Kreistag die Zustimmung zur Planung für den Wertstoffhof in Bürgstadt empfohlen. Gegenüber den vom Büro IBU vorgelegten Plänen entschied sich der Ausschuss auf Vorschlag der Verwaltung für einige Einsparungen. Landrat Scherf wies darauf hin, dass in die nun vorliegende konkrete Planung die Hinweise des Ausschusses aus der Sitzung am 30.11.2015 konkret eingeflossen seien. „Im September hat sich der Kreistag für die „mittlere Lösung“ entscheiden, im November gab uns der Ausschuss weitere inhaltliche Wünsche mit. Dies findet sich nun in der konkreten Planung wieder“, betonte Landrat Scherf das transparente Verfahren: „Jeder einzelne Schritt wurde bislang einstimmig beschlossen“, so Landrat Scherf. Noch offen ist die Umsetzung des Moduls „Bauschutt- und Erdaushubannahme für private Anlieferer“ – hier wird den Fraktionen zur Beratung Zeit gegeben und final Mitte März im Kreistag entschieden.

Rainer Wabersich (Büro IBU) stellte die Pläne für den Hof vor, der im Industriegebiet von Bürgstadt als sogenannte „mittlere Lösung“ realisiert werden soll, die bei Bedarf mit Zusatzmodulen erweiterbar ist. Die wichtigsten Eckpunkte: Im Einbahnverkehr werden die Anlieferer an den überdachten Containern vorbeigeleitet, in die sie ihre Gegenstände von oben einwerfen können. An der Ostseite stehen mehrere Kleincontainer. Der Anliefer- und Betriebsverkehr sollen getrennt werden. Ein Betriebsgebäude wird am Eingang des Bauhofs errichtet, in dem unter anderem Duschen, Sozialräume und Toiletten untergebracht sind. Das Niederschlagswasser auf den Fahr- und Dachflächen darf größtenteils in die angrenzende Flutmulde geleitet werden. Das Niederschlagswasser auf der Hauptbetriebsfläche muss allerdings erst behandelt werden, bevor es in die Flutmulde geleitet werden darf. Laut Wolfgang Röcklein, Leiter der Abfallwirtschaft am Landratsamt, ist mit Kosten von rund 2,54 Millionen Euro zu rechnen, dazu kommen Betriebskosten von rund 235.000 Euro pro Jahr – bezogen auf den Wertstoffhof ohne Zusatzmodule.
Allerdings habe man sich auch Möglichkeiten für Einsparungen überlegt, so Röcklein. Der Ausschuss entschied sich mehrheitlich für zwei Einsparungen und empfahl diese dem Kreistag: den Verzicht auf eine Betriebstankstelle (27.000 Euro) und auf eine zweite Besuchertoilette (2000 Euro). An der Überdachung des Anlieferbereichs für Kleinabfälle und Reifen sowie dem getrennten Anliefer- und Betriebsverkehr hielt das Gremium dagegen fest.
Ein Bauschuttmodul würde Röcklein zufolge mit 140.000 Euro zubuche schlagen, die laufenden Betriebskosten lägen bei 39.500 pro Jahr. Darüber muss ebenfalls der Kreistag in seiner nächsten Sitzung befinden.

Landrat Jens Marco Scherf gab weiter bekannt, dass die Deutsche Umwelthilfe nach ihrem Besuch des Erlenbacher Wertstoffhofs diesem „sehr guten Verbraucherservice“ bescheinigt habe.

Einstimmig sagte das Gremium Ja zur Verlängerung des Pilotprojekts „Miltenberger Bürgerdienst“ vom 1. Juli 2016 bis 30. Juni 2017. Die Förderung bezieht sich wie bisher auf Zuschüsse zum Fahrzeug und die Übernahme von Entsorgungsgebühren. Im vierten Jahr der Förderung – von 1. Juli 2017 bis 30. Juni 2016 – fördert der Landkreis nur noch die Entsorgungsgebühren. Der Entrümpelungsservice der Gesellschaft zur beruflichen Förderung und des Kaufhauses MainSecond war zunächst zäh angelaufen, die Nachfrage steigt allerdings, so dass der „Miltenberger Dienst“ nun wie erwartet gut läuft. In den ersten 18 Monaten war ein Verlust von 4500 Euro angefallen. Die Maßnahme war bisher vom Jobcenter und der Abfallwirtschaft gefördert worden – etwa durch die Finanzierung des nötigen Fahrzeugs mit monatlichen Raten und die Übernahme der Gebühren für Abfälle, die aus dem Kaufhaus MainSecond ausgeschleust wurden.

Aus nichtöffentlicher Sitzung wurde bekannt gegeben, dass der Ausschuss einen Entsorgungsvertrag über mineralische Abfälle mit Stadt und Landkreis Aschaffenburg beschlossen hat. Er umfasst die Entsorgung von Abfällen der Deponieklasse II auf der Deponie des Landkreises Miltenberg und gilt seit dem 1. Januar 2016. Zudem wurde der Vertrag mit der Firma AWN Service über die Grünabfallentsorgung bezüglich des Transports der neuen 15-Kubikmeter-Container für krautige Abfälle angepasst. Der Landkreis hat für den Bau des Wertstoffhofs Bürgstadt nach dem Beschluss des Kreistags zwei Parzellen eines Grundstücks auf Bürgstadter Gemarkung gekauft.

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