Neue Geräte unterstützen Wehren im Landkreis

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Dank des unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatzes der Feuerwehren im Landkreis sind örtlicher und überörtlicher Brand- und Katastrophenschutz gesichert, so die übereinstimmende Meinung aller Redner beim Kreisfeuerwehrtag am Sonntag in Leidersbach. Dank neuem Material wurden die Wehren auch technisch aufgerüstet.

Der Kreistag nehme diesen außerordentlichen Einsatz der Feuerwehr wahr und unterstütze die Wehren gerne, wies Landrat Jens Marco Scherf auf die politische Rückendeckung der Wehren hin. Der Kreistag habe sich den überörtlichen Brand- und Katastrophenschutz mit jeweils rund 750.000 Euro in den letzten Jahren einiges kosten, lassen, sagte der Landrat. Dazu gehöre neben der technischen Ausstattung auch die Bereitstellung personeller Kapazitäten im Landratsamt zur Unterstützung der Kreisbrandinspektion. Nur so sei die Sicherstellung des überörtlichen Brand- und Katastrophenschutzes zu leisten, meinte Scherf und sprach allen Feuerwehrleuten sowie der Kreisbrandinspektion mit Kreisbrandrat Meinrad Lebold seinen Dank aus. Im Grundgesetz sei die Entfaltung der Persönlichkeit garantiert, so Scherf, aber diese entfalte erst volle Wirkung, wenn jeder Mensch seine Fähigkeiten entwickelt und in den Dienst der Allgemeinheit stellt. Die Feuerwehren lebten dies vorbildlich, lobte Scherf.

Bürgermeister Matthias Schüßler verband die Feuerwehren mit den Schlagworten Zuverlässigkeit, Fleiß und Kompetenz. Die Menschen schrieben den Wehren hoch angesehene Tugenden zu, wusste er. Nicht umsonst sei die Feuerwehr laut Umfragen die vertrauenswürdigte Organisation in Deutschland, lobte er den herausragenden ehrenamtlichen Einsatz für die Allgemeinheit. „Machen Sie weiter so“, bat er die Aktiven.

Kreisbrandrat Meinrad Lebold dankte den vielen Gästen aus Politik und Feuerwehr für den Besuch des Kreisfeuerwehrtags, aber auch den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Roßbach für die Ausrichtung des Tags, der in die Feiern des 130-jährigen Feuerwehrbestehens eingebunden war. Lebold würdigte zudem den Einsatz der zahlreichen Aktiven bei den Jugendwettspielen der Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen und Bayern, die am Tag zuvor in Leidersbach über die Bühne gingen.

Er freute sich über die Anschaffung einiger neuer Geräte wie dem Abrollbehälter Ölwehr, der zur Katastrophenschutzausstattung des Freistaates Bayern gehört. Der Behälter bündele die Ausstattung, die für einen umfangreichen Ölwehreinsatz notwendig ist. Der Behälter, der bei der Feuerwehr Obernburg stationiert ist, sei auch für den überörtlichen Einsatz vorgesehen. Die Wehr habe sich in die umfangreiche Technik eingearbeitet und sich teilweise beim THW Einweisungshilfe geholt.

Der vom Landkreis Miltenberg beschaffte Abrollbehälter Material, bei der Feuerwehr Großwallstadt stationiert, diene der Versorgung des Wasserfördersystems des Freistaats Bayern, das ebenfalls in Großwallstadt stationiert wurde. Geplant sei unter anderem, das sogenannte Flood-Modul, welches für das Abpumpen von Hochwasser über kurze Strecken vorgesehen ist, in einer Leistungsgröße von rund 50.000 Liter zu transportieren. Dazu gehöre eine Dieseltankstelle, die der Freistaat dem Landkreis zur Verfügung stelle. Das System, eines von nur zwölf Wasserfördersystemen in Bayern, könne örtlich wie auch überörtlich über die Grenzen des Landkreises hinaus eingesetzt werden, so Lebold. Der Landkreis erhalte für den Behälter 25.000 Euro vom Freistaat.

Den Abrollbehälter Tank habe der Landkreis beschafft, da große Wassermengen auf Verkehrswegen und bei der Vegetationsbrandbekämpfung benötigt werden. Der Tank fasst 8.300 Liter Wasser sowie Schaummittel. Laut dem Kommandanten der Großwallstadter Wehr, Jürgen Schnabel, sei der Behälter schon mehrfach eingesetzt worden – unter anderem bei Waldbränden. Der Landkreis habe hierfür 167.000 Euro investiert, der Freistaat habe einen Zuschuss von 34.700 Euro gewährt. Lebold dankte allen an der Beschaffung der überörtlichen Geräte Beteiligten in Politik und Verwaltung.

Als Motto der diesjährigen bayernweiten Brandschutzwoche sei „Wir sind Ehrenamt“ gewählt worden, sagte Lebold. Damit wolle man das Engagement der Feuerwehr ausdrücken, erklärte er und nannte Zahlen. Demnach sind im Landkreis Miltenberg rund 2.750 Feuerwehrleute in 76 Feuerwehren aktiv. Mit rund 320 Fahrzeugen seien die Wehren im Flächenlandkreis sehr gut verteilt und könnten in kürzester Zeit Ersthilfe leisten. Dies sei bei 1.711 Einsätzen im vergangenen Jahr der Fall gewesen, zählte Lebold auf. Ehrenamtliche Wehren seien immer noch günstiger als reine hauptamtliche Feuerwehren, rechnete er vor. Demnach seien für den Betrieb einer 24-Stunden-Wache mit einem Löschzug rund 125 Mann notwendig mit Kosten von rund 6,5 Millionen Euro im Jahr. Betrachte man die gesetzliche Hilfsfrist von zehn Minuten, sei leicht auszurechnen, wie viele solcher Wachen notwendig seien.

Kritik übte Lebold an Gaffern, die Einsätze behindern oder gar Geräte manipulieren. So hätten Passanten vor wenigen Tagen in Gera während eines Innenangriffs der Feuerwehr drei Hydranten zugedreht und damit die Feuerwehrleute in Lebensgefahr gebracht. Der notwendige Respekt gegenüber den Einsatzkräften gehe immer mehr verloren, bedauerte der Kreisbrandrat. Auch die ehrenamtliche Arbeit der Wehren bis hin zum Kreisbrandrat stoße zunehmend an Grenzen, so Lebold, der auf den Spagat zwischen Arbeitsstelle und Ehrenamt verwies. Trotz all dieser Probleme würden die freiwilligen Feuerwehrleute ihre ehrenamtliche Arbeit gerne weiterhin tun, versicherte er den Gästen des Feuerwehrtags.

Bevor Pfarrer Martin Wissel die neuen Geräte segnete, übergab der Kreisbrandrat im Auftrag des Beauftragten der Versicherungskammer Bayern, Florian Ramsel, einen Flachsaugkorb an den Kommandanten der Roßbacher Wehr, Markus Pfeifer.

Den ganzen Tag über demonstrierten die Feuerwehren vor der Mehrzweckhalle ihre Leistungsfähigkeiten mit Übungen, auch zeigten sie das im Einsatz benutzte Gerät und informierten über die Technik. Informationsstände, unter anderem einer der Höhenrettungsgruppe, ergänzten den Kreisfeuerwehrtag. Am Vormittag hatte Pfarrer Martin Wissel in der Mehrzweckhalle einen gut besuchten Gottesdienst gehalten.

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