Qualitativ hochwertige Projekte sollen die Region voranbringen

Miltenberg. Die lokale Aktionsgruppe (LAG) Main4Eck, ein im März 2008 gegründeter Verein, war im vergangenen Jahr in die zweite Förderperiode für das europäische Programm Leader eingestiegen. Nun präsentierten Vorstand und Mitarbeiter der Geschäftsstelle in einer Mitgliederversammlung am Mittwochnachmittag, 13.7.2016, erste Ergebnisse.

Elisabeth Kluin, Jürgen Jung und Philipp Wollbeck, die Mitarbeiter der LAG-Geschäftsstelle, stellten die einzelnen Projekte vor, die schon teilweise von der Steuerungsgruppe des Vereins bei der Frühjahrssitzung im Zentec, Großwallstadt befürwortet worden waren. Eine ganze Reihe von zum Teil aufwendigen Maßnahmen sollen angepackt werden, um einerseits die Attraktivität der Region für Touristen zu steigern und andererseits auch die strukturschwächeren Gebiete, vor allem im Südspessart und im Raum Amorbach, mit Projekten zur Verbesserung der touristischen und regionalen Infrastruktur zu stärken. Es sind Maßnahmen enthalten, die auch der Gesamtbevölkerung zugutekommen. Ein Beispiel: Ein Radwegekonzept für so genannte „Alltagsfahrer“ im Landkreis Miltenberg.

Eine Sensibilisierungskampagne für eine barrierefreie Urlaubsregion zählt ebenso dazu wie die Gestaltung eines Buntsandsteinwegs im Südspessart mit einem Dokumentationszentrum in der alten Kirche des Collenberger Ortsteils Reistenhausen wie auch ein so genannter Trimm-Dich-Smart-Pfad im Odenwald zwischen Mudau und Amorbach. Außerdem steht das Kooperationsprojekt „Wald(er)Fahren“ mit der LAG Spessart und den vier Allianzen Kahlgrund-Spessart, WeSpe, SpessartKraft und Südspessart auf der Agenda. Bei Letzterem steht die Elektromobilität im Vordergrund. Es wird eine flächendeckende Einrichtung von Ladestationen für E-Bikes angestrebt.

Bürgstadts Bürgermeister Thomas Grün kündigte an, seine Kommune werde sich wohl nicht an der anteiligen Finanzierung des Buntsandsteinwegs beteiligen. Er rechne damit, dass die Touristen auf die andere Mainseite wechselten und Bürgstadt erst gar nicht frequentieren würden. LAG-Vorstandsmitglied Peter Meisenzahl, ebenfalls aus Bürgstadt, befürchtete zu starke Einschnitte in den Naturschutz. Der Landrat erklärte ihm, dass die obere Naturschutzbehörde eingeschaltet worden sei und Zustimmung signalisiert habe. „Es ist immer eine Abwägungssache“, sagte er. Siegfried Scholtka, Rathauschef in der Odenwaldgemeinde Mömlingen riet dazu, die Maßnahmen immer „global“ zu sehen, da sie der gesamten Region zugutekämen.

Wolfgang Fuchs, zentraler Ansprechpartner für das Leader-Förderprogramm und Koordinator vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bad Neustadt, unterstützte Scholtka: „Es geht darum, die Ziele des Entwicklungskonzepts umzusetzen und die ganze Region voranzubringen“. Den Kommunen, die nicht direkt beteiligt sind, aber im Umfeld der Projekte liegen, riet er, interessante Angebote und Aktivitäten zu entwickeln, die in die Projektarbeit einfließen könnten. Er lobte die bisher eingereichten Anträge. Es zeige sich schon jetzt, dass es sich dabei um Projekte von hoher Qualität handele.

Zudem wurde beschlossen, dass der Verein der Bundesarbeitsgemeinschaft der lokalen Aktionsgruppen beitritt. Wie Elisabeth Kluin erläuterte, habe schon bisher ein lockerer Zusammenschluss bestanden. Doch mittlerweile seien feste Strukturen mit einer Vereinsgründung auf Bundesebene und Einrichtung einer Geschäftsstelle geschaffen worden, um die Kräfte zu bündeln.
Lediglich der Großwallstädter Bürgermeister Roland Eppig sprach sich gegen den Beitritt aus. Grund war der Jahresbeitrag von 300 Euro.

Info: Umfassende Informationen über die LAG Main4Eck, die umgesetzten und geplanten Projekte sind auf der Internetseite http://www.main4eck.de/ nachzulesen.

Hintergrund LAG Main4Eck

Das Leader-Förderprogramm ist Teil des europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes. Fördermittel von 1,1 Millionen Euro für Einzel- und 0,4 Millionen Euro für Kooperationsprojekte sind an Zuschussmitteln für die derzeitige Förderperiode bis 2020 zu erwarten. Der Bewerbung der LAG Main4Eck ging eine einjährige Phase der Vorbereitung und Ideensammlung voraus.
Für die erste Förderperiode, die bereits abgeschlossen ist, wurde am 31. März 2008 der Verein Lokale Aktionsgruppe Main4Eck Miltenberg gegründet. Das Aktionsfeld und somit auch die Gebietsstruktur des Vereins umfassen 32 Gemeinden im Landkreis Miltenberg und fünf Gemeinden des Landkreises Aschaffenburg.
Die Lokale Entwicklungsstrategie (LES) ist Grundlage der Bewerbung. Sie wurde im Auftrag der LAG Main4Eck erstellt und am 11. November 2014 von der Mitgliederversammlung beschlossen. Darin wurden fünf Entwicklungsziele mit insgesamt 18 Handlungszielen für die aktuelle Förderperiode definiert.

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