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Wanderung in Mainbullau
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Auf historischen Pfaden: Eine Wanderung voller Geschichten, Schicksale und MythenEs war ein rundum gelungener Tag für alle Natur- und Kulturbegeisterten: Ausnahmsweise an einem Mittwoch, dem 02. September 2026, begab sich eine stattliche Wandergruppe unter der Führung von Wolfgang Heinbücher auf eine geschichtsträchtige Rundtour. Die Strecke wartete nicht nur mit herrlicher Natur, sondern vor allem mit faszinierenden Einblicken in die regionale Vergangenheit auf. Schon der Start bot den Teilnehmern den ersten spannenden Hintergrund, als die Gruppe an einem geschichtsträchtigen Denkmal vorbeikommt. Es handelt sich um ein Projekt der örtlichen Volksschule aus dem Jahr 1956, initiiertvom damaligen Lehrer und heutigen Ehrenbürger Anton Breunig, das an die Besonderheiten dieses Berges erinnert. Von dort aus führte der Weg hinein in den dichten Forst. Selbst eine kleine, spontane Planänderung tat der guten
Stimmung keinen Abbruch: Wegen aktueller Forstarbeiten legte die Gruppe kurzerhand einen kleinen, charmanten Umweg ein, bevor es tiefer in den Wald ging.
Das Kreuzeichle: Ein Denkmal tiefer Trauer Nach rund zwei Kilometern erreichte die Wandergruppe das „Kreuzeichle“,wo Wolfgang Heinbücher die Wanderer mit einer tief berührenden Hintergrundgeschichte fesselte. Das aus Sandstein gehauene Monument wurde vom einstigen Forstaufseher Josef Hock errichtet. Hock war ursprünglich Steinmetz, musste diesen Beruf jedoch aus gesundheitlichen Gründen aufgeben.Das auf der Vorderseite eingemeißelte Jahr 1901 zeugt von einerunvorstellbaren Familientragödie: In diesem Jahr brachte Hocks Frau Drillinge zur Welt, die alle noch im selben Jahr starben. Nur ein Jahr später, 1902,folgten Zwillinge – auch sie überlebten ihr Geburtsjahr nicht. Inmitten dieses tiefen Schmerzes schuf Hock 1902 die beeindruckende Christus-Statue. Insgesamt hatte das Paar zehn Kinder; Hock selbst verstarb früh im Alter von nur 48 Jahren. Ein Ort, der die Wanderer sichtlich bewegte und zum Innehalten einlud.Von singenden Pilgern und der „Lauseiche“ Weiter ging es auf einem wunderschönen Rundweg. Nach weiteren 1,75Kilometern erreichten die Teilnehmer die stolze, rund 300 Jahre alte Lauseiche. Rund um den kuriosen Namen ranken sich gleich drei spannendeTheorien, die der Wanderführer zum Besten gab:
- Die fromme Theorie: Pilger auf ihrer Wallfahrt vom Ohrenbachtal zum Kloster Engelberg sangen hier lautstark das „Te Deum Laudamus“ (Großer Gott, wir loben dich). Im Volksmund wurde aus „Laudamus“ im Laufe der Zeit schlicht „Laus“.
- Die strategische Theorie: Einst befand sich an dieser Stelle ein Beobachtungsposten. Aus der ursprünglichen „Lauscheiche“ wurde so die Lauseiche.
- Die pragmatische Theorie: Das fahrende Volk – Gauner, Bettler und Reisende auf dem Weg nach Miltenberg – nutzte den Rastplatz, um sich an Ort und Stelle von Läusen und anderem Ungeziefer zu befreien. Was davon nun die absolute Wahrheit ist ? Das bleibt wohl ein Geheimnis des Waldes.
Uralte Handelswege und ein gemütlicher Ausklang nächste Etappenziel, das nach weiteren 1,75 Kilometern erreicht wurde,war das „Rote Bild“. Bereits im Jahr 1786 wurde dieser markante Orientierungspunkt an einem alten Prozessions- und Handelsweg, der von Ohrenbach hinab an den Main führt, erstmals urkundlich erwähnt. Der Name leitet sich von den Flurnamen „vorderen und hinteren Roth“ ab. Nach einer ersten Restaurierung im Jahr 1924 wurde das Denkmal genau 100 Jahre nach seiner ersten
Erwähnung – im Jahr 1925 – vom Mainbullauer Heimatverein komplett ausrobustem Eichenholz erneuert.Nach den letzten 3 Kilometern schloss sich der Kreis und die Gruppe erreichte wieder den Ausgangspunkt. Der perfekte Wandertag fand schließlich im wunderschönen Biergarten der Fliegerklause seinen Ausklang. Bei hervorragendem Essen, bester Stimmung und dem spannenden Anblick startender und landender Flugzeuge ließen die Teilnehmer den Nachmittag gemütlich Revue passieren.Wanderführer Wolfgang Heinbücher bedankte sich zum Abschluss herzlich bei allen Wanderern für die zahlreiche Teilnahme an dieser unvergesslichen Tour durch Natur und Geschichte.
Nächste Tour: Di., 06.10.2026, 14:00 Uhr ab Bahnhof Weilbach.Strecke: ca. 9 km.(Gotthardsruine)
Einkehr: Schnitzelhaus Weilbach.
Autor:Forum55 Dekanat Miltenberg aus Miltenberg |
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