28 neu Eingebürgerte bereichern den Landkreis

Die Eingebürgerten stellten sich mit Landrat Jens Marco Scherf (links) und seinem Stellvertreter Thomas Zöller (rechts) zum Gruppenfoto.
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Landrat Jens Marco Scherf und sein Stellvertreter Thomas Zöller haben am Dienstagabend im Landratsamt an 28 Einbürgerungsbewerberinnen und -bewerber Einbürgerungsurkunden überreicht.

Im Sitzungssaal des Landratsamts freute sich der Landrat über den erfolgreichen Abschluss eines langen Wegs zur Erreichung der deutschen Staatsbürgerschaft. Alle nun Einzubürgernden seien seit Jahren ein Teil Deutschlands und unverrückbarer Teil der gesellschaftlichen Wirklichkeit. Für Einheimische und Eingebürgerte sei die Integration ein gegenseitiges Geben und Nehmen, sagte Scherf und stellte fest, dass die freiheitliche Demokratie vom Mitmachen und Mitgestalten lebt. „Werden Sie nicht nur deutscher Staatsangehöriger, werden Sie auch ein aktiver Teil Ihrer Gemeinde und Ihres Landkreises“, forderte er die Eingebürgerten auf.

Für Miteinander, Frieden und Freiheit stünden nicht nur die Farben Schwarz-Rot-Gold, sagte der Landrat und deutete auf die Fahnen im Sitzungssaal: Dafür stünden auch die zwölf goldenen europäischen Sterne auf blauem Grund sowie das Banner des Landkreises Miltenberg, denn hier in der Region habe sich 1792 die älteste freie deutsche Republik gegründet, die Mainzer Republik.

Scherf zitierte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der klare Worte zur Integration gefunden hatte: „Es gibt keine halben Deutschen. Es gibt keine Bio-Deutschen und keine Pass-Deutschen, es gibt keine Deutschen erster oder zweiter Klasse, es gibt auch keine Deutschen auf Bewährung, die sich das Dazugehören immer neu verdienen müssen!“
Nach dem gemeinsamen Bekenntnis der Einzubürgernden überreichten Scherf und Zöller die Urkunden an insgesamt 28 Menschen aus der Türkei (zehn), Rumänien und Pakistan (jeweils zwei) sowie Albanien, China, der Dominikanischen Republik, Griechenland, Honduras, Italien, Kamerun, Kosovo, den Philippinen, Sambia, Thailand, Tunesien, der Ukraine und dem Vereinigten Königreich (jeweils einer).

Nilüfer Ulusoy, vielen Menschen im Landkreis durch ihr Engagement im Verein Frauen für Frauen bekannt, sprach für die Eingebürgerten und ließ alle an ihrem Werdegang teilhaben. Die gebürtige Freudenbergerin, die später mit ihren Eltern zurück in die Türkei zog, war 1997 wieder nach Deutschland gekommen. In Erlenbach traf sie Frauen mit und ohne Migrationshintergrund, die sich einmal in der Woche zum gemeinsamen Frühstücken trafen. Daraus resultierte der Verein Frauen für Frauen, dem sie seit der Gründung vorsteht und dem sie ihre ganze Kraft widmet. Sie sei eine der glücklichsten Menschen in diesem Raum, bekannte sie, denn sie habe zweieinhalb Jahre auf diesen Moment gewartet. „Für mich ist Integration nicht nur das Erlernen der Sprache und der Besitz des deutschen Passes, sondern das Gefühl, dass ich hier angekommen bin und dass Deutschland mein Heimatland ist“, sagte sie und forderte alle Eingebürgerten auf, bei der Kommunalwahl ihre Stimme abzugeben.

Für Thomas Zöller, der im Namen aller anwesenden Bürgermeister sprach, war die Einbürgerungsfeier „etwas ganz Besonderes.“ Dabei werde deutlich, wie vielfältig die Gesellschaft in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten geworden sei. Alle Anwesenden hätten unterschiedliche Biografien und seien aus verschiedenen Motiven und auf unterschiedlichen Wegen hierhergekommen. Er wies auf die Ausstellung „Woher Wohin“ hin, die vom 5. Dezember 2019 bis 22. März 2020 in Würzburg Geschichten aus unterschiedlichen Epochen zeigt und verdeutlicht, dass Mobilität und Migration seit Jahrhunderten prägende Elemente der Gesellschaft sind. Die Gesellschaft müsse sich Menschen aus der AfD entschieden entgegenstellen, die gegen die Migration Ängste schüren und vermeintlich einfache Antworten auf die Flüchtlingspolitik und den menschengemachten Klimawandel geben. „Neues ist belebend, bringt uns weiter und bereichert unser Leben“, verwies Zöller auf ein Beispiel aus seinem Heimatort Mönchberg, wo sich ein Eingebürgerter vorbildlich integriert habe und das Dorf bereichere. „Bringen Sie sich in unseren Vereinen, bei den Feuerwehren, bei den Hilfsorganisationen und auch in der Politik ein“, forderte Zöller auf.

Bevor das Trompetentrio der Fränkischen Rebläuse Bürgstadt (Paul Tabery, Christian Bieberle, Tim Seubert) die Feier mit der Nationalhymne beschloss, dankte Landrat Jens Marco Scherf allen am Gelingen der Feier Beteiligten, insbesondere dem Team des Sachgebiets Personenstandswesen unter Leitung von Rudolf Elbert. Auch für dieses Team sei die Einbürgerungsfeier stets ein besonderes Erlebnis, so der Landrat. Er bat die Eingebürgerten darüber hinaus, sich in das ausliegende Gästebuch einzutragen und ihre Gedanken zur Einbürgerung niederzuschreiben.

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