Was es mit der Kräutersegnung auf sich hat -
Uns blüht der Himmel
- Begrüßung der Gläubigen zum Hochfest "Mariä Aufnahme in den Himmel" am 15.08.26 durch Pfarrer Toni Wolf
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„Guten Morgen, liebe Gläubige, herzlich willkommen am Marienfeiertag in der Marienkirche unserer Stadt!“, sagte Pfarrer Toni Wolf zur Begrüßung am Hochfest Mariä Himmelfahrt am 15.08.26 in der Miltenberger Klosterkirche. „Himmelfahrt“ sei ein komischer Begriff, „Aufnahme der Gottesmutter in den Himmel“ sei passender. Die Ostkirche drücke dieses Ereignis wunderbar in einer Ikone aus. Dort seien die Apostel um die tote Mutter Gottes versammelt; Christus befinde sich im Hintergrund und halte die Seele der Gottesmutter wie ein Baby in seinen Armen, um sie in die Ewigkeit mitzunehmen. Gott wolle auch uns in die Ewigkeit mitnehmen; wir dürften ihm nun das Herz öffnen und ihn um sein Erbarmen bitten. An den Lesungen des heutigen Tages merkten wir, dass Mariä Aufnahme in den Himmel ein Fest der Auferstehung sei – ein neues Ostern, so Pfarrer Wolf zu Beginn seiner Predigt. Liturgisch sei es nicht bekannt, auch in der Hl. Schrift sei es nicht enthalten, jedoch in den Apokryphen und Legenden. Es sei von großer Symbolkraft für unser eigenes, religiöses Leben. Die Hauptlegende sei besonders wertvoll. Demnach hätten sich die Apostel nach dem Begräbnis Mariens an ihrem Sarkophag versammelt. Da hätten sie plötzlich bemerkt, dass aus dem Sarkophag Blütenduft hervor geströmt sei, der wundervoll gerochen habe. Die Apostel hätten den Deckel abgehoben und den Sarg leer vorgefunden – bis auf ein Meer von Blumen, Kräutern und Gewürzen, die wunderbar geduftet hätten. Diese seien ein Symbol für Gesundheit, Schönheit, Wohlergehen und Glück. Auch uns blühe der Himmel. Im Kirchenjahr gebe es verschiedene Glanzpunkte, die Ostern aufleben ließen, wie Allerheiligen, das ein kleines Ostern im Herbst sei. Mariä Himmelfahrt sei ein Ostern im Hochsommer. Jeder Namenstag eines Heiligen sei für ihn wie ein Osterfest. Der Herrgott erfülle seine Verheißungen, er schenke uns die Ewigkeit und habe uns einen Platz in seiner Herrlichkeit bereitet. Die Heiligen hätten sich bemüht, das Leben der Menschen besser zu machen; daran hätte Gott seine Freude. Wir dürften uns auf den Himmel freuen, so wie es der 1964 verstorbene Pfarrer Anton Wiedemann seiner Pfarrgemeinde Seeshaupt stets zugesagt habe. Auf seinem Grabstein sei ein Mosaik der Auferstehung abgebildet gewesen. Die Inschrift „Leut, da werds schauen!“ sei der Ausdruck des heutigen Festes. Wir dürften uns auf Gottes Versprechen verlassen, dass uns der Himmel blühe. Dort dürften wir glückselig sein. Dies sei sehr tröstlich, da wir auf Erden viel Unfrieden erlebten. Nach der Predigt segnete der Pfarrer zunächst das Wasser und damit die Kräuterbuschen vor dem Altar. Er bat Gott darum, uns einst die Vollendung zu schenken, die er der Gottesmutter zu Teil habe werden lassen. Dann besprengte er die Gläubigen mit dem Tauferinnerungswasser. Am Ende des Gottesdienstes bedankte er sich für den schönen, würdevollen Blumen- und Kräuterschmuck anlässlich des Festtages und wünschte allen einen frohen Feiertag sowie eine gute Woche.
Nina Reuling
Autor:Nina Reuling aus Miltenberg |
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