Essay und Bildergalerie.
Spürbare Vorfreude auf die Michelsmess‘.
- Blick vom Sommerberg auf Miltenberg und das Maintal am Abend
- hochgeladen von Roland Schönmüller
Ein Sommertag, der Miltenberg in ein warmes Licht taucht.
Ein Sommertag, der die Stadt nicht überfällt, sondern sich sanft über sie legt. Der Main glänzt wie poliertes Glas, die Altstadt atmet Schatten und Geschichte, und die Brunnen – jeder mit eigenem Charakter – erzählen leise von Jahrhunderten, von Menschen, von Sommern. Ein Tag, an dem Miltenberg sich zeigt, wie es ist: lebendig, gelassen, voller kleiner Szenen, die bleiben.
Sommer, Stadt, Strom – Ein Tag in Miltenberg.
Am Main entlang – Bewegung und Ruhe.
Der Spaziergang beginnt am Ufer. Wandernde Menschen ziehen gemächlich dahin, Ruhende sitzen im Gras, Feiernde genießen den Nachmittag.
Zwischen der Minigolfanlage und dem Zwillingbogen (ein einzelner Rundbogen der alten Mainbrücke, der das Panorama prägt) liegt ein kleiner Uferbrunnen. Sein Wasser fließt ruhig, fast meditativ. Menschen bleiben stehen, hören zu, lassen sich vom Rhythmus des Wassers entschleunigen.
Der Löwenkopf glänzt im Sonnenlicht. Der kurze Aufstieg zur alten Mainbrücke führt zu einem weiten Blick über den Fluss und das Messezelt, das bereits für die Michelsmess vorbereitet wird.
Die Brunnen – Wasserorte mit Charakter.
Miltenberg besitzt eine kleine, sehr unterschiedliche Brunnenlandschaft. Jeder Brunnen hat seinen eigenen Ton, seine eigene Geschichte, seine eigene Wirkung.
Rokokobrunnen am Marktplatz.
Der Rokokobrunnen (kunstvoller Brunnen im Stil des Rokoko mit verspielten Figuren) wirkt wie ein Märchenobjekt. Kinder betrachten die Figuren wie Fabelwesen, Erwachsene verweilen, weil er eine stille Eleganz ausstrahlt.
Staffelbrunser-Brunnen.
Der Staffelbrunser-Brunnen (humorvoller Brunnen mit kleinen Figuren, die fast schon etwas gewagt Wasser abgeben) ist ein beliebtes Fotomotiv. Ein Brunnen, der sich selbst nicht zu ernst nimmt und gerade dadurch Aufmerksamkeit gewinnt.
Staffelbrunnen am alten Rathaus.
Der Staffelbrunnen (historischer Brunnen, bei dem Wasser über steinerne Stufen früher geschöpft wurde) wirkt wie ein Zugang zu tieferen Schichten der Stadtgeschichte.
Über Treppenhaus oder Staffel geht es – im übertragenen Sinn – in eine Miltenberger Unterwelt (ein historischer, atmosphärischer Bereich unterhalb der Altstadt, kein kriminalistischer Ort).
Ein Brunnen, der nicht laut ist, sondern geheimnisvoll.
Brunnen am Gasthaus zum Riesen.
Vor dem traditionsreichen Gasthaus zum Riesen steht ein Brunnen, der von Essensdüften und Stimmen umgeben ist. Ein Brunnen mitten im Leben – begleitet vom Klang der Teller und dem Lachen der Gäste.
Spitalbrunnen.
Der Spitalbrunnen (alter Brunnen im Hof der Spitalanlage, heute ohne Wasser) wirkt wie ein eingefrorener Moment. Ein Ort, der an frühere Zeiten erinnert und heute als stilles Denkmal im Hof steht.
Freibrunnen am Engelplatz.
Der Freibrunnen (moderner Brunnen mit rhythmisch aufsteigenden Fontänen) ist der lebendigste Brunnen der Stadt. Kinder spielen, Erwachsene bleiben stehen, lassen sich erfrischen. Ein Brunnen, der Bewegung erzeugt und Sommerlaune verbreitet.
Altstadt – Schatten und Stille.
Der Weg führt in die Altstadt, wo die Hitze sich in den Gassen verliert. Das Schwarzviertel (ältester Teil der Stadt mit engen, schattigen Gassen) bietet kühle Winkel und mittelalterliche Häuser.
Die Brauerei Faust ruht in sommerlicher Gelassenheit. Am Gasthaus Kaltloch (traditionsreiches Gasthaus im Schwarzviertel) sitzen Besucher im Freien und genießen den Abend.
Schnatterloch und Marktplatz – Sommer als Bühne.
Am Schnatterloch mischt sich Brunnenplätschern mit Kinderstimmen. Fangspiele, Versteckspiele, kleine Hände im Wasser – ein Sommertag, der sich selbst feiert.
Der Marktplatz ist ein lebendiger Teppich aus Stimmen und Schritten. Eiscafés locken mit kühlen Versprechen, das alte Rathaus steht wie ein ruhiger Beobachter.
Bollermannswiese und Parkhof – Geschichte im Vorübergehen.
Ein Abstecher führt zur Bollermannswiese (beliebte Grünfläche am Rand der Altstadt) und weiter zum Parkhof (Bereich mit neuen Schautafeln zur Römergeschichte und zum Limes). Ein stiller Kontrast zum lebhaften Sommertag.
Vorfreude – Die Michelsmess rückt näher.
Am 28. August beginnt die zehntägige Michaelismesse (Miltenbergs großes Volksfest mit Festzelt, Fahrgeschäften und Feuerwerk). Das Messezelt wächst, die Sommerhitze lässt nach, der Sonnenuntergang färbt den Himmel weich. Die Stadt spricht darüber – am Main, in den Gassen, vor den Eiscafés.
Stimmen aller Generationen.
Kinder: „Der Brunnen ist heute unser Freibad.“
Jugendliche: „Hauptsache Schatten und ein kaltes Getränk.“
Eltern: „Die Hitze macht müde, aber der Main macht alles wieder gut.“
Senioren: „Früher war’s auch heiß, aber nicht so lang. Die Michelsmess bringt Abkühlung.
Ein Bild, das bleibt.
Zwei junge Mädchen am Mainufer. Die Füße im Wasser, ein Erfrischungsgetränk in der einen Hand, das Handy in der anderen. Sie reden leise, lachen, schauen auf den Fluss. Ein Bild, das den ganzen Tag in sich trägt: die Hitze, die Leichtigkeit, die Vorfreude, den Fluss, der alles verbindet.
Autor:Roland Schönmüller aus Miltenberg |
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