Verjazzte musikalische Reise durch Europa

Dieses Konzert von Radio Europa hat Spaß gemacht (von links): Wolfgang Lell, Roland Duckarm, Joerg Widmoser, Alexander Bayer und Andreas Wiersich holten sich im Elsen-felder Bürgerzentrum immer wieder Szenenapplaus ab.
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Musiker österreichische, deutsche, ungarische, russische und schwedische Wurzeln haben, kann nur diese Musik herauskommen: Auf der Bühne zeigen Radio Europa die ganze Klangvielfalt Europas.

Im Elsenfelder Bürgerzentrum nahmen Joerg Widmoser (Violine), Wolfgang Lell (Akkordeon), Andreas Wiersich (Gitarre), Alexander Bayer (Kontrabass) und Roland Duckarm (Schlagzeug) im Rahmen des Kulturwochenherbstes des Landkreises Miltenberg das Publikum auf eine unterhaltsame, jazzig angehauchte Reise durch Europa – vom finnischen Norden in den maltesischen Süden, vom atlantischen Frankreich im Westen bis zum bulgarischen Osten. „Sie werden Europa noch gut kennenlernen“, versprach Roland Duckarm zu Beginn des Konzertes und enttäuschte die Gäste nicht: Die musikalische Reise des Quintetts quer durch das kontinentale Europa wurde immer wieder von Szenenapplaus unterbrochen – wenn Duckarm ein Schlagzeugsolo absolvierte, Kontrabassist Alexander Bayer das rhythmische Grundgerüst stellte, Andreas Wiersich mit flinken Fingern seiner Gitarre die schönsten Töne entlockte und Wolfgang Lell mit dem Akkordeon Wärme in die Klanglandschaften brachte.

Als unbestreitbarer Mittelpunkt von Radio Europa präsentierte sich Violinist Joerg Widmoser. Der laut Mitspieler Duckarm „schnellste Jazzgeiger Europas“ riss das Publikum fast in jedem Lied mit. Mehrmals spielte er seine Violine wie eine Gitarre und entlockte ihr dabei ungewöhnliche Töne. Höhepunkt aber war ein langes Solo mit eingespielten Klangschleifen, das mit langem Applaus belohnt wurde. Widmoser, der auch in anderen Formationen

spielt und mit Vorliebe dem Jazz frönt, gelang es stets, sein Instrument in alle Arrange-ments einzubringen – egal ob in flotte Balkanklänge, einen griechischen Sirtaki, einen finnischen Tango oder in Beethovens 9. Symphonie.

Letzteres Lied – arrangiert als „Radio-Europa-Hymne“ –, eröffnete den zweiten Teil des Konzerts. Nach getragenem Beginn mündete es in einen verjazzten Mittelteil und endete im flotten Rhythmus – quasi als Ausdruck eines „lebendigen Europas.“ Ein völlig neu arrangiertes Stück von Vivaldi zeigte, dass es kaum ein Lied gibt, das man nicht mit Jazz bereichern kann, „Becherovka Oro“ gefiel im ungewöhnlichen 11/8-Takt. Nette Geschich-ten zwischen den Liedern, ein kleines Gewinnspiel und ein spektakuläres Solo Roland Duckarms auf zwei Blumentöpfen komplettierten das Konzert. Ohne Zugabe ließen die Zuschauerinnen und Zuschauer das Ensemble nicht von der Bühne und so war es nur folgerichtig, dass Radio Europa mit stehenden Ovationen nach rund 100 Minuten Spiel-dauer verabschiedet wurden.

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