Stellungnahme zur Werksschließung MAGNA
Wortbruch auf Kosten der Beschäftigten
- Protest vor dem Magna-Werk in Dorfprozelten am 17. Juni.
- Foto: Marcus Schuck
- hochgeladen von KAB sozial & gerecht
Mit Bestürzung hat die Katholische Arbeitnehmer Bewegung KAB, Kreisverband Miltenberg und die Betriebsseelsorge vom Wortbruch Firma MAGNA erfahren. Vor drei Jahren haben wir uns mit aller Vehemenz für den Erhalt des Standorts Dorfprozelten eingesetzt und die Arbeit des Betriebsrats unterstützt.
In schwierigen Verhandlungen zwischen Betriebsrat, Gewerkschaft IG Metall und der Geschäftsführung von MAGNA wurde seitens MAGNA Zusagen gemacht, dass mindestens bis Ende 2028 etwa 250 Arbeitsplätze am Standort im Südspessart erhalten bleiben. Für die Entwicklung neuer Produktlinien hat das Unternehmen eine hohe Förderung durch den Freistaat Bayern erhalten.
Nun müssen wir feststellen, dass die Entwicklung neuer Produkte nicht ausreichend vorangetrieben wurde und das Werk entgegen der Zusage schon 2027 geschlossen werden soll. Das ist eindeutig Wortbruch des Unternehmens.
MAGNA hat seinen Teil der Vereinbarung offensichtlich nicht erfüllt, während die Beschäftigten ihren Teil mit Gehaltseinbußen und Arbeitsplatzabbau eingebracht haben. Uns drängt sich der Verdacht auf, dass von Seiten von MAGNA nie die Absicht bestanden hat, sich an die Vereinbarung zu halten. Im Gegenteil, es wurden Anlagen abgebaut und nach Osteuropa verlagert.
Der Freistaat Bayern hat sich für den Erhalt des Standorts und der Arbeitsplätze in der strukturschwachen Region Südspessart eingesetzt und dafür viel Geld in die Hand genommen. Wir fordern die bayerische Staatsregierung dazu auf, insbesondere Ministerpräsident Markus Söder und Wirtschaftsminister Hubertus Aiwanger, die offenbar unrechtmäßig erhaltenen Fördermittel vollständig von MAGNA zurückzufordern. Wir meinen, dass dieses Geld für die Arbeitnehmenden im Südspessart eingesetzt werden sollte, für die es auch gedacht war, z.B. für die Verbesserung der Infrastruktur und die Schaffung von neuen Arbeitsplätzen. Der Südspessart muss verkehrsmäßig besser angebunden werden und das Areal der Firma MAGNA darf nicht zur Bauruine werden, sondern als Industriestandort zukunftsfähig erhalten werden.
Den Worten von Minister Aiwanger von 2023 „Wir lassen den Südspessart nicht im Stich“ müssen auch jetzt Taten folgen, um den Raum Südspessart gemeinsam voran zu bringen.
Autor:KAB sozial & gerecht aus Miltenberg |
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