Jahresrückblick
(K)Ein Liebesbrief an 2020

Du, neues Jahr, beginnst bereits in Kürze und ich versuche immer noch zu verstehen, was im alten passiert ist. Liebes 2020, jetzt bin ich auch immer noch am überlegen, wer hat in diesem Jahr wohl wen geschafft – wir bald dich oder doch du uns? Wenn man es genau nimmt, wohl beides. So haben wir uns das beim letzten Jahreswechsel nicht wirklich vorgestellt. Ein bisschen mehr Spaß, wäre schon schön gewesen.

Tja, das mit dem mehr Lametta, hast du uns gründlich versaut.

Wie sang Tina York schon damals so treffend: "Wir lassen uns das Singen nicht verbieten, das singen nicht und auch die Fröhlichkeit. Gute Laune muss der Mensch behüten..." Kennt ihr doch noch oder?  Aber eben im Moment nicht so ausgelassen wie gewohnt. Es reicht, dass einer wieder aus der Reihe tanzen muss. Dem es egal ist, wem er damit an den Nerven, der Gesundheit und am Geldbeutel zehrt und der jetzt auch noch seine mutierte, bucklige Verwandschaft aus England anschleppt.

Sind wir schlauer und üben uns einfach auch weiterhin in Geduld. Bleibt uns ja auch nicht`s anderes übrig. Froh können wir trotzdem sein – denn Dank Social Media und digitalem Zeitalter, sind wir nur bedingt eingeschränkt und Kontakte kann man auch auf diese Weise pflegen. Der Zustand der Kontaktarmut, ist ja hoffentlich absehbar und was spart man für ein Geld, da man nicht verreisen kann. THINK POSITIV

Wenn es darum geht Wirrwarr anzurichten, liebes scheidendes Jahr, hast du eine Punktlandung hingelegt. Aber ganz gewaltig. Hätte uns jemand vor einem Jahr gesagt, mit einem Invest in Klopapier macht man 2020 das große Geld, das Aluhüte groß in Mode kommen, Mundschutz und Gummihandschuhe das meistgekaufte Accessoire sind und  Desinfektionsmittel der begehrteste Duft sein wird – wir hätten laut gelacht und diesem Spinner nur mitleidig auf die Schulter geklopft.

Hätte irgendwer gedacht, dass es eine Zeit gibt, in der monatelang Schulen geschlossen blieben? Wir Oma und Opa nicht mehr im Seniorenheim besuchen können? Denn ein sich wiederholender Lockdown hat sich doch wirklich keiner, auch nur ansatzweise, vorstellen können. Sowas kennt man nur aus Filmen.

Du, 2020, hast mit deiner pickligen Corona unser Leben ganz schön auf den Kopf gestellt. Sauber! Apropo sauber – eins hast du uns dann doch gelehrt: Wie man sich die Hände richtig wäscht. Dazu sind die neuen hippen Superstars Epidemiologen und Virologen, auf den Zuschauerrängen der TV Sender sitzt jetzt Papplikum und Weihnachtsfeiern mit Glühwein oder Weinproben, finden Online statt. Denn auch die Weihnachtsmärkte sind bedauernswerterweise, heuer auf der Strecke geblieben. Ja, auch Familienweihnacht wird in diesem Jahr anders aussehen. Wer hätte gedacht, dass unsere Reisefreudigkeit und Sozialkontakte derart eingeschränkt würden. Es wird auf jeden Fall ruhiger. Dankbar wird der Eine oder Andere natürlich sein: Man muss sich in diesem Jahr familientechnisch nicht  zwischen Eltern, Schwiegereltern und der Omma zerteilen. Und ab 21 Uhr ist  auch die Bude leer und das Lied „Stille Nacht“ hält was es verspricht.

Aber, wir werden auch diese Zeit hinter uns bringen. Besinnlicher ging es ja schon mal in der Adventszeit, während des zweiten Lockdown, zu. Uns blieb die Reise nach Jerusalem in Form von Hetzerei und Termin- und Geschenkestress zum größten Teil erspart. Dafür kann man sich wieder mehr auf das Wesentliche konzentrieren. 3 Nüsse für Aschenbrödel läuft in der Adventszeit zum Beispiel auf 89 Kanälen. Und auch die gut verstauten Brett- und Familienspiele, werden mit Sicherheit wieder mal von der Staubschicht befreit. Wenn der Hund die nächste Zeit komischerweise öfters raus muss, ist das halt so – ach, und wenn ich da dann auch rein zufällig auf die Nachbarin beim Gassigehen treffe, bin ich von einem Plausch nicht abgeneigt – natürlich mit genügend Abstand. Aus Gründen!

Liebes Jahr 2020, ich bin jetzt mal freundlich und nicht nachtragend. Du hast die Welt vor eine Herausforderung gestellt die es in sich hat und das war es jetzt dann auch für dich. Wenn du bald gehst, zieh` die Tür bitte sanft hinter dir ins Schloss -  aber geh` und das auf leisen Sohlen. Noch mehr Radau vertragen wir nämlich nicht mehr. Und bitte, kein "auf Wiedersehen" denn das, wollen wir mit Sicherheit nicht. Ich sag schon mal Tschö mit ö, und blick einfach mit Optimismus nach vorne ins neue Jahr.

Ach ja, und bevor ich es noch vergesse, wie heißt es doch so schön...
falls du die Arschkarten für das nächste Jahr verteilst, ich spiele dieses Mal nicht mit!!

Autor:

Sylvia Kester aus Miltenberg

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