Bürgerpreis für drei vorbildliche Helfergruppen

Die mit dem Bürgerpreis ausgezeichneten Bürgerinnen und Bürger mit dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Miltenberg-Obernburg, Thomas Feußner (rechts) und Landrat Jens Marco Scherf (vierter von rechts).
  • Die mit dem Bürgerpreis ausgezeichneten Bürgerinnen und Bürger mit dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Miltenberg-Obernburg, Thomas Feußner (rechts) und Landrat Jens Marco Scherf (vierter von rechts).
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Die Gemeindeschwestern Mönchberg, der ehrenamtliche Helferkreis Richelbach und die Niedernberger Rentnerband sind die Preisträger des ersten gemeinsam von Landkreis Miltenberg und Sparkasse Miltenberg-Obernburg ausgelobten Bürgerpreises.

In einer Feierstunde im Panoramasaal der Sparkasse in Miltenberg wies Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Thomas Feußner am Montagabend auf die große Bedeutung des bürgerschaftlichen Einsatzes im Landkreis hin. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger leisteten in vielen Facetten einen wertvollen Beitrag zum Erhalt und zur Steigerung der Lebensqualität. Insgesamt habe man 33 Bewerbungen erhalten, sagte Feußner, was für die Vielfalt der Aktivitäten spreche.

Die Sparkasse übernehme etwa durch Spenden und Sponsoring Verantwortung in der Region und unterstütze damit das bürgerschaftliche Engagement, sagte Feußner. Da auch dem Landkreis Miltenberg die Unterstützung der Ehrenamtlichen am Herz liegt, habe es nahe gelegen, etwas gemeinsam zu tun. Man habe am Konzept gefeilt und gemeinsam entschieden, vorbildliche Aktivitäten außerhalb des Vereins- und Verbandswesens auszuzeichnen. „Sie sind Möglichmacher“, sagte Feußner zu den Vertretern der ausgewählten Preisträger. Er lobte aber auch sämtliche anderen eingereichten Bewerbungen: „Alle Ideen sind preisverdächtig.“ Die Jury habe sich deshalb schwer getan, die Preisträger zu ermitteln.

Landrat Jens Marco Scherf ging auf die Bedeutung der Freiheit für die Gesellschaft ein, denn nur in freiheitlichen Systemen engagierten sich Menschen für das Gemeinwohl. „Freiheit und Verantwortung bedingen sich gegenseitig“, zitierte er die Schweizer Denkerin Hannah Arendt. Auch Bundespräsident Joachim Gauck habe kluge Worte gefunden, als er die Frage nach dem Sinn des Lebens stellte. Dieser Sinn dürfe nicht auf sich selbst bezogen sein, sondern auf Werte, Ideen und andere Menschen. Der Landkreis habe den großen Wert des Ehrenamts schon seit vielen Jahren erkannt, sagte Scherf und nannte die Einführungen der Ehrenamtsstelle im Jahr 2010, des Ehrenabends für bürgerschaftlich engagierte Menschen im Frühjahr 2015 und der Ehrenamtskarte im Dezember 2015. Zu beobachten seien aber Veränderungen in der Bereitschaft, sich zu beteiligen. Aufgrund geänderter Lebensplanungen engagiere man sich häufiger zeitlich begrenzt und projektbezogen und nicht mehr, wie früher, über Jahrzehnte.

Die Idee für den neuen Bürgerpreis sei bei Helmut Platz von der Fachstelle für bürgerschaftliches Engagement am Landratsamt im Nachgang einer Weiterbildung herangereift und schnell auf Zustimmung sowohl bei ihm, Scherf, als auch bei der Sparkasse Miltenberg-Obernburg und dem Vorstandsvorsitzenden Thomas Feußner gestoßen. Mit dem Preis wollten Landkreis und Sparkassenstiftung das verstärkte Engagement außerhalb von Vereinen, Verbänden und Kirchen in Projekten wie Selbsthilfevereinigungen, Nachbarschaftshilfen, Patenschaften und Helferkreisen würdigen und wertschätzen. Demnach würden nicht Einzelpersonen, sondern Gruppen, Teams und Vereinigungen geehrt, die mit ihren Projekten Maßstäbe setzen.

„Das Ehrenamt im Landkreis Miltenberg lebt“, stellte Simon Eifert, Bereichsdirektor der Sparkasse, fest, als er die Laudatio für die Ausgezeichneten hielt. Für die Gemeindeschwestern Mönchberg nahm Doris Hegmann den mit 1000 Euro dotierten Preis entgegen. Sie hatte sich mit drei anderen medizinischen Fachkräften zusammengeschlossen und 2012 die Gemeindeschwestern gegründet. Wie Hegmann ausführte, kümmern sich die Damen in Absprache mit den jeweiligen Ärzten um hilfsbedürftige Menschen in Mönchberg und Schmachtenberg, indem sie unter anderem Injektionen verabreichen, Verbände wechseln und kranke Menschen versorgen. „Wir helfen sofort, punktuell und für kurze Zeit“, sagte Hegmann und legte Wert auf die Feststellung, dass sich die vier Damen nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zu medizinischen Diensten sehen und das ganze Jahr über rund um die Uhr erreichbar sind. Versichert sind die Damen über die Caritas-Sozialstation in Erlenbach, mit der sie zusammenarbeiten.

Einen Preis bekam auch der ehrenamtliche Helferkreis Richelbach, für den Ludwig Scheurich auf die Bühne kam. Zusammen mit zwei weiteren Mitstreitern – Burkard Eckert und Herbert Ott – erhält er Kulturgüter für die Nachwelt und lässt sie in neuem Glanz erstrahlen, unterstützt von zahlreichen ehrenamtlichen Helfern. „Ohne diese drei Männer wären die Projekte nicht gelungen“, sagte Hedwig Eckert in ihrer Darstellung der geleisteten Arbeit. In ihren Dank schloss sie auch das Natursteinwerk Franz Zeller, die Gemeinde und den Verein für Garten und Umwelt ein. Sie ließ die Gäste teilhaben an den zahlreichen von den Ehrenamtlichen verschönerten und restaurierten Denkmalen in der Gemeinde – unter anderem den Amorsbrunnen und den Märtelsbrunnen. Auch habe man einen alten Hohlweg freigelegt, sagte sie und zählte auf, dass 113 Helfer alleine bei der Erweiterung des Gemeinschaftshauses in den Jahren 2008/2009 insgesamt 3500 Stunden geleistet hätten.

Herbert Hartlaub nahm für die Niedernberger Rentnerband den Bürgerpreis entgegen. Diese Truppe sei seit 1998 aus der Gemeinde nicht mehr wegzudenken, lobte Simon Eifert und listete zahlreiche Projekte auf, die die Männer erfolgreich gemeistert haben. Bürgermeister Jürgen Reinhard lobte den Einsatz der 13 Männer, die seit 18 Jahren jeweils dienstags von 8 bis 12 Uhr in der Gemeinde arbeiten und pro Jahr zwischen 2000 und 2500 Stunden leisten. Zu den Projekten der Rentnerband zählten unter anderem die Befestigung des Leinritts, die Umwandlung des Wiegehäuschens in ein Heimatmuseum, die Errichtung des Mehrgenerationenplatzes, die Sanierung der Mauer am Dorfplatz sowie die Restaurierung des Dorfturms. Die Truppe im Alter zwischen 63 und 83 Jahren habe auch Spenden in Höhe von 25.000 Euro gesammelt, wusste Reinhard, der mit den Worten schloss: „Ich bin sehr stolz auf diese Mannschaft.“

Nach der Feier, die vom fränkischen Trio aus Richelbach umrahmt wurde, tauschten sich die Gäste bei einem Empfang aus.

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