Kirche stets im Wandel-
Goldenes Priesterjubiläum von Pfarrer Toni Wolf
- Pfarrer Toni Wolf (mit ausgebreiteten Armen) begrüßte die Gläubigen zum Festgottesdienst anl. seines 50. Priesterjubiläums
- Foto: Martin Winkler
- hochgeladen von Nina Reuling
„Er hat dich in seine Gemeinde gestellt und macht dich zum Dienen bereit“ – dieser Strophenteil des Liedes, das die Schola Cantorum im Festgottesdienst am 19.07.26 vortrug, könnte als Überschrift für das 50. Priesterjubiläum von Pfarrer Toni Wolf dienen. Pfarrer Jan Kölbel hieß seinen Mitbruder im priesterlichen Dienst herzlich willkommen und bedankte sich bei ihm, dass er seit seinem Umzug nach Miltenberg vor fünf Jahren stets in der Seelsorge mithelfe und heute sein goldenes Priesterjubiläum mit uns feiere. Pfarrer Wolf erinnere sich dankbar an viele liebe Menschen, die ihn vor und seit seiner Priesterweihe am 26.06.1976 auf seinem Weg begleitet hätten – insbesondere an seinen Weihespender, Kardinal Julius Döpfner, der nur knapp einen Monat nach der Priesterweihe von Toni Wolf verstarb. Er schaue mit Dank auf das Vergangene, mit Vertrauen auf das Kommende und mit Freude auf die Gegenwart. In seiner Predigt wolle er einen Blick auf das aus seiner Sicht Wesentliche richten. Dies sei für ihn die Kirche, die immer erneuert werden müsse („ecclesia semper reformanda“), die Freude an der Hl. Schrift und an der Liturgie, die Verbundenheit untereinander, Gottvertrauen, das Genießen von Gottes Schöpfung und Freude am und im Alltag. Gläubige als auch die Kirche sollten sich stets fragen, was die Aussagen der Hl. Schrift für das Leben der Menschen heute bedeuteten. Christus, die Sonne des Lebens solle stets leuchten; nichts dürfe diese Sonne verdecken. Das Kleid der Kirche müsse immer wieder angepasst, geändert werden – wie ein Anzug, der einst gepasst und nun zu klein geworden sei. Jesus habe gesagt, dass das Gesetz für die Menschen da sein müsse und nicht umgekehrt. Christus gehe voran, gebe die Richtung vor – wie der gute Hirte, dessen Stimme die Schafe folgten. Der Herr führe in die Zukunft, nicht die Mächtigen. Hierbei sei es wichtig, wie beim Pflügen stets voranzuschreiten und den Boden für andere zu bereiten und ihnen so ein guter Hirte zu sein. In 50 Jahren als Priester habe er viele wunderbare Menschen mit seelsorgerischem Talent getroffen, die sofort geweiht hätten werden können. Ob bestimmte Menschen gesegnet werden dürften oder ob Laien predigen dürften, seien Fragen, die im Rahmen der Erneuerung der Kirche geprüft werden müssten; hierbei sei der Willen Gottes ausschlaggebend und nicht menschengemachte Vorgaben. Wenn wir Gott nicht aus den Augen verlören und seine Stimme nicht überhörten, dann werde uns Vieles gelingen. Pfarrer Wolf bedankte sich bei Pfarrer Kölbel, der Schola Cantorum und Michael Bailer sowie bei Frau Faust (langjährige Haushälterin). Thomas Sturm (Vorsitzender gem. Pfarrgemeinderat) sprach Pfarrer Wolf ein herzliches Vergelts Gott für 50 Jahre Dienst am Nächsten aus. Aus den Gottesdiensten mit Pfarrer Wolf gehe man stets gestärkt und spirituell bereichert nach Hause. Er wünsche ihm weiterhin Gesundheit und Gottes Segen. Im Anschluss bestand beim Kirchencafé die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen.
Nina Reuling
Autor:Nina Reuling aus Miltenberg |
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