Bildergalerie und Essay.
Einheit, Eintopf und Ehrendienst in Riedern.
- Besonders herzlich wurde es, als vier Ministrantinnen aus Riedern ausgezeichnet wurden. Milena Grzechowiak, Jennifer Schneider, Hannah Scheurich und Katharina Schneider erhielten Urkunden als Dank für ihren Dienst. Damit rückte ein Engagement ins Rampenlicht, das während einer Messfeier oft ganz selbstverständlich wirkt, tatsächlich aber Aufmerksamkeit, Verantwortungsbewusstsein und viel Treue verlangt. Wer zuverlässig am Altar steht, weiß schließlich: Auch ein feierlicher Ablauf lebt davon, dass zur rechten Zeit alles am rechten Platz ist.
- hochgeladen von Roland Schönmüller
Messfeier, Erntedank-Eintopf und offene Kirchentüren prägten den Tag der Deutschen Einheit – vier Ministrantinnen erhielten Urkunden für ihren treuen Dienst.
Riedern. Einheit kann feierlich klingen, manchmal aber auch ganz bodenständig nach Orgel, Weihrauch und einem kräftigen Teller Eintopf. Am Samstag, 3. Oktober 2026, zeigte die Pfarreiengemeinschaft St. Antonius Erftal und Höhen, wie gut all das zusammenpasst.
In Riedern wurde der Tag der Deutschen Einheit mit Gebet, Begegnung und offenen Kirchentüren begangen – und mit jener herzlichen Geselligkeit, für die es weder Tagesordnung noch Festprogramm braucht.
Im Mittelpunkt stand die Messfeier mit Pfarrer Artur Fröhlich in der Pfarrkirche St. Kilian und St. Valentin. Organist Wolfgang Fischer sorgte für die musikalische Begleitung. Der Erntedank lenkte den Blick dabei nicht nur auf die Früchte von Feld und Garten, sondern auch auf das, was eine Gemeinschaft gedeihen lässt: Verlässlichkeit, Mitwirkung und die Bereitschaft, Zeit für andere zu schenken.
Nach dem Gottesdienst wurde aus der Kirchenbank die Tischgemeinschaft. Beim Erntedank-Eintopf rückten die Gäste zusammen, tauschten Neuigkeiten und Erinnerungen aus und ließen sich die herbstliche Mahlzeit schmecken. So bekam der Feiertag neben seinem geistlichen Gehalt auch eine angenehm würzige Note.
Beim Tag der offenen Tür konnten die Besucherinnen und Besucher die Kirche anschließend einmal aus einer anderen Perspektive entdecken. Eine Ausstellung mit Messgewändern und liturgischen Gefäßen eröffnete den Blick auf Schätze, die sonst ihren festen Platz im Gottesdienst haben. Stoffe, Farben und kunstvoll gearbeitete Gefäße erzählten von Festtagen, vom Kirchenjahr, von handwerklichem Können und gelebter Glaubenstradition.Manches vertraute Stück gewann aus nächster Nähe ganz neue Strahlkraft.
Besonders herzlich wurde es, als vier Ministrantinnen aus Riedern ausgezeichnet wurden. Milena Grzechowiak, Jennifer Schneider, Hannah Scheurich und Katharina Schneider erhielten Urkunden als Dank für ihren Dienst. Damit rückte ein Engagement ins Rampenlicht, das während einer Messfeier oft ganz selbstverständlich wirkt, tatsächlich aber Aufmerksamkeit, Verantwortungsbewusstsein und viel Treue verlangt. Wer zuverlässig am Altar steht, weiß schließlich: Auch ein feierlicher Ablauf lebt davon, dass zur rechten Zeit alles am rechten Platz ist.
So wurde aus dem 3. Oktober in Riedern weit mehr als ein Datum im Kalender. Einheit zeigte sich hier ohne große Geste, dafür mit vielen kleinen: im gemeinsamen Feiern, im Teilen einer Mahlzeit, im Staunen über kirchliche Kostbarkeiten und im Dank an junge Menschen, die Verantwortung übernehmen.
Und wer am Ende satt, angeregt und mit einem Lächeln nach Hause ging, hatte vermutlich verstanden, wie Gemeinschaft wachsen kann.
Vom Altar bis ins Haus: Eine Perspektive blieb unterbelichtet.
Die Ausstellung richtete den Blick vor allem auf liturgische Zeugnisse wie Messgewänder, Kelche und weitere kirchliche Gerätschaften. Damit vermittelte sie anschaulich einen wichtigen Teil kirchlicher Tradition und gab Einblicke in die Ausstattung und Gestaltung des Gottesdienstes.
Etwas weniger zur Geltung kam dagegen die persönliche und volkstümliche Glaubenspraxis früherer Generationen. Religiöse Bilder aus den Wohnhäusern, Schutzengel -Darstellungen oder Motive des Guten Hirten hätten ebenso wie Gebetbücher, Rosenkränze, Wallfahrtsandenken und Ex-voto-Gaben davon erzählen können, wie eng religiöser Glaube mit dem alltäglichen Leben der Menschen verbunden war.
Solche Zeugnisse hätten die Ausstellung um eine weitere kultur- und sozialgeschichtliche Facette bereichert. Neben der Welt des Altars wäre damit stärker jene persönliche Frömmigkeit sichtbar geworden, die ihren Platz in den Häusern und Familien hatte und Menschen durch ihren Alltag begleitete.
So blieb dieser Teil der Glaubensgeschichte eher im Hintergrund. Gerade er hätte jedoch eine interessante Ergänzung geboten und den Bogen vom liturgischen Leben in der Kirche zum gelebten Glauben der Menschen noch weiter gespannt.
Roland Schönmüller
Weitere Bilder folgen noch!
Autor:Roland Schönmüller aus Miltenberg |
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