Mönchberg und Neunkirchen siegen im Dorfwettbewerb

Preisverleihung des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ mit (von links) Landrat Jens Marco Scherf, Bürgermeister Wolfgang Seitz und Gemeinderätin Dominique Seifried (beide Neunkirchen), Bürgermeister Bernd Klein (Laudenbach), stellvertretender Bürgermeister Ferdinand Pfister (Rüdenau), Bürgermeister Thomas Zöller (Mönchberg) und Peter Oesterlein (Sparkasse).
  • Preisverleihung des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“ mit (von links) Landrat Jens Marco Scherf, Bürgermeister Wolfgang Seitz und Gemeinderätin Dominique Seifried (beide Neunkirchen), Bürgermeister Bernd Klein (Laudenbach), stellvertretender Bürgermeister Ferdinand Pfister (Rüdenau), Bürgermeister Thomas Zöller (Mönchberg) und Peter Oesterlein (Sparkasse).
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Mönchberg und Neunkirchen sind die Sieger in der Neuauflage des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft – Unser Dorf soll schöner werden“. Landrat Jens Marco Scherf und Peter Oesterlein (Sparkasse) übergaben am Freitagabend im Mönchberger Pfarrheim die Urkunden an Vertreter der sechs teilnehmenden Gemeinden.

Der Wettbewerb sei nicht wie früher auf möglichst viele Blumen im Ort ausgerichtet, betonte Mönchbergs Bürgermeister Thomas Zöller, die Kriterien bewegten sich eher in Richtung Zukunftsfähigkeit des Dorfs. Er hoffte, dass sich bei der nächsten Auflage des Wettbewerbs mehr als sechs Gemeinden beteiligen. Für jede Gemeinde sei der Blickwinkel der Jury von außen zudem sehr aufschlussreich, bemerkte Zöller.

Laut Landrat Jens Marco Scherf werde der staatliche Wettbewerb von Menschen vor Ort getragen. Er forderte die Bürgerinnen und Bürger auf, ihre Orte selbst zu gestalten, aktiv zu werden und Verantwortung zu übernehmen. Der Wettbewerb wolle dieses Engagement herausstellen, herausragende Ideen und Projekte zur zukunftsfähigen Entwicklung der Dörfer herausstellen und Menschen in anderen Orten zur Nachahmung anregen. Mit der sich verändernden Lebensweise – Globalisierung, Individualisierung, Digitalisierung – ändere sich auch das Leben in den Orten, verwies Scherf auf viele Fundamente, die verloren gehen. Als Beispiel nannte er Dorfpfarrer und Dorflehrer, aber auch Handwerk und Dorfläden. Große Sorgen mache man sich um junge Menschen, die nach Ausbildung oder Studium nicht mehr zurückkehren.

Mit diesen Veränderungen müsse man sich auseinandersetzen und diese gestalten, forderte Scherf. Ziel sei es, „das eigene Dorf bewusst sehen und verstehen zu lernen, seine Werte und Schönheiten zu entdecken und Heimatgefühl und Beziehung zum Lebensumfeld zu verstärken.“ Die Menschen müssten dazu bewogen werden, ihre Chancen zu erkennen und die Zukunft ihrer Dörfer in die eigenen Hände zu nehmen. Dörfer sollten sich als Orte der Zukunft zeigen für ambitionierte Menschen, die hohe Anforderungen an die Lebensqualität stellen.

Um die Dörfer objektiv bewerten zu können, orientiere man sich an den Kriterien Entwicklungskonzepte/ wirtschaftliche Initiativen, soziale und kulturelle Aktivitäten, Baugestaltung und -entwicklung, Grüngestaltung und -entwicklung sowie das Dorf in der Landschaft. Das Amt für Immobilien und Gebäudewirtschaft, Bereich Gartenbau am Landratsamt Miltenberg unter Verantwortung des Fachberaters für Gartenkultur und Landespflege, Gabriel Abt, habe den Wettbewerb organisiert. Die Architektin Christine Hirte (Erlenbach), Kreisbaumeister Andreas Wosnik, der Kreisheimatpfleger und Architekt Gerd Wolf (Miltenberg), die Naturschutzfachkraft Ulrich Müller, der zweite Vorsitzende des Kreisverbands für Garten- und Landschaft Miltenberg-Obernburg, Josef Rodenfels, sowie der ehemalige Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege, Roman Kempf hätten der Bewertungskommission angehört. Scherf dankte allen, die zum Gelingen des Wettbewerbs und der Preisverleihung beigetragen hatten und leitete über zur Preisverleihung, die von Gabriel Abt moderiert wurde.

Der erste Preis in der Kategorie der Dörfer bis 600 Einwohner ging an die Gemeinde Neunkirchen, in der ein lebendiges Vereinswesen herrscht, Bürgerinnen und Bürger sehr aktiv sind. Die Jury lobte die kontinuierliche Umsetzung von aufwertenden und dorfverschönernden Maßnahmen und der vorbildlichen Zusammenarbeit der Dorfgemeinschaft bei diversen Projekten und sprach ihr ein Preisgeld von 1.000 Euro zu. Auf Rang zwei kam Richelbach (Preisgeld 800 Euro). Die Kommission lobte den vorbildlichen Gemeinschaftsgeist der Bevölkerung, allen voran der freiwillige Helferkreis, und den fortlaufenden Dorfverschönerungsmaßnahmen. Auf Rang drei sicherte sich Umpfenbach ein Preisgeld von 400 Euro. Positiv nahm die Jury das rege Vereinsleben und die konsequente Durchgrünung des Ortes zur Kenntnis.

Bei den Dörfern zwischen 601 und 3000 Einwohnern setzte sich Mönchberg die Krone auf und sicherte sich das Preisgeld von 1.000 Euro. Die Gemeinde habe sich als Ort mit starker Gastronomie, Hotels, guter medizinischer Versorgung und Wohnqualität präsentiert, so Abt.

Ein breites sportliches Freizeitangebot sei zudem vorhanden, viele Vereine sorgten für breite Aktivitäten, auch im sozialen Bereich. Die Jury lobte zudem die Gemeinde für das beispielgebende Vorgehen bei der Altortsanierung sowie der Einbeziehung und Förderung der Jugend.

Rang zwei belegte die Gemeinde Rüdenau. Diese habe alles, was ein lebendiges Dorf ausmacht, trug Abt vor. Rüdenau bekam ein Preisgeld von 600 Euro für das Bemühen, als Mitglied der Odenwald-Allianz eine Entwicklungsstrategie zu erarbeiten, um das Dorf auch künftig als Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum zu erhalten. Auf dem dritten Platz sicherte sich Laudenbach ein Preisgeld von 400 Euro. Die Jury stellte unter anderem das rege Vereinsleben, die Mitarbeit beim Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept (ILEK) und das Bestreben einer Dorferneuerung heraus.

Dank eines Zuschusses der Sparkasse Miltenberg-Obernburg waren alle Geldpreise in dieser Höhe möglich, ergänzte Landrat Jens Marco Scherf.

Musikalisch umrahmt wurde die Feier von den „Youngstars“ des Musikvereins Harmonie und dem Gesangverein Mönchberg. Burkard Bösel nahm die Gäste im vollbesetzten Pfarrheim mit auf eine Zeitreise und stellte das Spessartbad Mönchberg im Wandel der Jahre vor. Am Ende enterten Mitglieder der Theatergruppe „Die Gesetzbücher“ den Saal, um Landrat Jens Marco Scherf in Ketten zu legen. Als sich herausstellte, dass es sich um eine Verwechslung handelte, kam der Landrat nach kurzer Gefangennahme aber wieder unversehrt frei. Mit dem Schlusswort von Neunkirchens Bürgermeister Wolfgang Seitz ging die Siegerehrung nach rund drei Stunden zu Ende.

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