Bildergalerie und Essay
Zwischen Himmel und Erde: der Katzenbuckel im Odenwald ist einen Besuch wert!

Mit 626 Metern stellt der Katzenbuckel die höchste Erhebung im Odenwald dar. Der einstige Vulkan ist heute erloschen und bietet neben Wandern, Bergsteigen, Radfahren, Klettern noch andere Freizeitmöglichkeiten.
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  • Mit 626 Metern stellt der Katzenbuckel die höchste Erhebung im Odenwald dar. Der einstige Vulkan ist heute erloschen und bietet neben Wandern, Bergsteigen, Radfahren, Klettern noch andere Freizeitmöglichkeiten.
  • hochgeladen von Roland Schönmüller

Sommerliche Impressionen vom höchsten Berg des Odenwaldes.
Weitere Bilder und Informationen folgen!

Der Katzenbuckel ist die höchste Erhebung im Odenwald
Bei optimaler Sicht ist sogar der 120 km entfernte Kreuzberg in der Rhön erkennbar.

Mit 626 Metern stellt der Katzenbuckel die höchste Erhebung im Odenwald dar. Der einstige Vulkan ist heute erloschen und bietet neben Wandern, Bergsteigen, Radfahren, Klettern noch andere Freizeitmöglichkeiten.

Das rund 130 km lange Wanderwegenetz lässt jedes Wanderherz höher schlagen. Der beliebte Wanderweg "Katzensteig" überzeugt mit seiner landschaftlichen Vielfältigkeit. Dieser Weg führt von Eberbach nach Neckargerach vorbei an der Hochebene des Winterhauchs sowie dem romantischen Höllgrund und bietet somit ein wunderschönes Wandererlebnis.

Die modernisierte Turmschenke lädt nach einer Wanderung zur Einkehr und zum Verweilen ein.

Auf dem "Weg der Kristalle" lässt sich die Vulkangeschichte des Katzenbuckels mithilfe ausgebildeter Geopark-Ranger oder durch prägnante Bildtafeln vor Ort mit Original-Funden an einzelnen Stationen erkunden.

Ein weiteres Highlight ist der Karl-Drais-Radweg. Durch Karl Drais´Erfindung des Urfahrrads eröffnete er neue Welten in der Technik. Auf dem Familien-Radweg, der ganz Waldbrunn umspannt, erfährt man viel zum Leben seiner Zeit und zu seinen Erfindungen.

Zum Lehrpfad „Weg der Kristalle“: Die leichte Tour ist ein Ausflug in die Erdgeschichte und erklärt in Bildern und Begleittexten verschiedene Gesteinsformationen und Mineralien am Weg.

Der Lehrpfad ist von Familien mit Kindern gut zu bewältigen. Vom Aussichtsturm bietet sich ein beeindruckender Ausblick auf die Höhenzüge des Odenwaldes.
Bei klarer Sicht reicht der Blick bis zur Pfalz, dem Schwarzwald, dem Taunus und dem Spessart.

Auch der leichte Abstieg hinunter zum Restaurant, Café und Hotel „Villa Katzenbuckel“ punktet mit schönen Ausblicken,.

Hintergrund: Der Katzenbuckel ist ein erodierter Schlot eines erloschenen Vulkans und mit 626,8 m ü. NHN, der höchste Berg des Odenwaldes. Er befindet sich bei Waldkatzenbach im baden-württembergischen Neckar-Odenwald-Kreis.

Auf dem Berg steht der Aussichtsturm Katzenbuckel. Er ist Ort des Katzenbuckelsees (Ex-Steinbruch) und vom Weg der Kristalle (Lehrpfad).

Der Katzenbuckelsee in ehemaligem Steinbruch. Zu erkennen ist die Färbung von kristallinem Grundgestein, die vom sonst an der Oberfläche des Odenwaldes aufgeschlossenen Buntsandstein und Muschelkalk deutlich abweicht.

Geographische Lage:

Der Katzenbuckel erhebt sich im Naturpark Neckartal-Odenwald in der Gemarkung der Gemeinde Waldbrunn. Sein Gipfel liegt 3 km westlich von deren Kernort und 4 km ostnordöstlich des Kernorts von Eberbach am Neckar. Am südöstlichen Hangfuß liegt Waldkatzenbach.

Geologie:

Der Katzenbuckel-Vulkan überragt heute die Buntsandsteinhochfläche des Odenwaldes. Sein Schlot hatte einen Durchmesser von etwa 1000 Metern.

Zur Zeit seiner Tätigkeit lag über der heutigen Landoberfläche noch ein Paket von Sedimentgesteinen mit einer Mächtigkeit von über 600 Metern bis hinauf zu den Schichten des Jura.[

Diese Schichten wurden im Laufe der Jahrmillionen abgetragen (durchschnittlich 1 mm in 100 Jahren), wobei das harte Basaltgestein des Vulkans freigelegt wurde, der Foidit Sanidin-Nephelinit.

Der am Nebengipfel Michelsberg abgebaute Natrium-Shonkinit entstand durch Nachfluss von Magmen, die in den weitaus größeren Sanidin-Nephelinit-Magmenkörper einströmten.

Tuffe und kleine vulkanische Bomben beweisen, dass der Katzenbuckel-Vulkan ausgebrochen war, vermutlich explosiv infolge einer Wasserdampfexplosion durch Grundwasser-Magmen-Berührung im Untergrund (Maar-Vulkanismus), darauf deuten jedenfalls Tuffe mit Nebengesteinseinschlüssen hin.

Spuren eines Einsturztrichters oder einer Caldera wurden bisher nicht gefunden. Die Entwicklung des Vulkanismus am Katzenbuckel muss durch geologische Untersuchungen auf der Basis der aktuellen Forschungslage noch genauer geklärt werden; die letzten geowissenschaftlichen Forschungsprojekte wurden in den 1970ern und 1980er Jahren unternommen.

Jüngere Messungen datieren das Alter des vulkanischen Gesteins auf 69,6 Millionen Jahre und damit in die obere Kreidezeit. Damit ist der Katzenbuckel-Vulkan eine der ältesten vulkanischen Bildungen des Vulkanismus am nördlichen Oberrheingraben.

Das vulkanische Gestein wurde als Schotter in zwei Steinbrüchen abgebaut. Im Steinbruch am Gaffstein gewann man eine Varietät des Katzenbuckel-Hauptgesteins Sanidin-Nephelinit,

im Steinbruch am Michelsberg (Zweitgipfel des Katzenbuckels) Natrium-Shonkinit;

die Michelsbergkuppe wurde abgetragen. Nach einer Sprengung im Jahr 1970 trat hier Grundwasser zu Tage und verfüllte die unteren Sohlen im Steinbruch; hierdurch entstand der Katzenbuckelsee.

Am Katzenbuckel treten Ganggesteine mit einer Fülle von Mineralen auf, die heute kaum noch zu finden sind, da nach dem Ende des Steinbruchbetriebs keine frischen Aufschlüsse mehr bestehen.

Früher nachgewiesen wurden beispielsweise Natrolith und Apatit.

Ein hoher Gehalt an Magnetit lenkt an einigen Stellen, besonders am Gipfelfelsen, Kompassnadeln von der magnetischen Nordrichtung ab.

Der Katzenbuckel und seine Gesteine waren Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen.

So erschien die Dissertation über den „Nephelinit vom Katzenbuckel“ von H. Rosenbusch im 19. Jahrhundert.

Weiter zu nennen sind etwa die Untersuchungen von W. Freudenberg aus dem Jahr 1906,
H. Nieland 1931,oder G. Frenzel 1955 und 1975.

1982 erschien ein Geologischer Führer zum südlichen Odenwald von Volker Schweizer in Zusammenarbeit mit Reinhart Kraatz, in dem unter anderen die Geologie des Katzenbuckels und seine Aufschlüsse beschrieben werden.

Namensherkunft

Zur Herkunft des Wortes „Katzenbuckel“ gibt es verschiedene, ungesicherte Erklärungen.

Nach einer soll die Gestalt des Bergs die Umwohner an den gekrümmten Rücken einer Katze erinnert haben.

Andere leiten den Bergnamen vom Stammesnamen der Chatten ab, die einst ihr Hauptsiedlungsgebiet in Nord- und Mittelhessen hatten; er lebt auch im Namen des nur drei Kilometer entfernten Bundeslandes Hessen fort.

Klima

Der Katzenbuckel und seine Umgebung sind merklich kühler als andere Teile des Odenwaldes, was seinen Hochflächen auch den volkstümlichen Namen „Winterhauch“ eingebracht hat.

Meist fällt ab Anfang November der erste Schnee. Über den ganzen Winter lagen ehedem dann auf dem Katzenbuckel meist um die 30 Zentimeter Schnee, zuweilen auch bis zu 70 Zentimeter.

Oft taute er erst Ende April ab, die Langlaufloipen und die Sprungschanze (Katzenbuckelschanze) am Katzenbuckel galten daher früher als besonders schneesicher.

Da der Schnee zuletzt aber immer häufiger ausblieb, wurde die Katzenbuckel-Schanze vom Betreiber, der Skizunft Katzenbuckel-Eberbach, in eine Mattenschanze umgebaut.

Inzwischen verfügt der Anlauf über eine Keramikspur, so dass ganzjährig gesprungen werden kann. Um den Nachwuchs zu fördern, wurden in den vergangenen Jahren eine sogenannte Minischanze und eine Kleinschanze angebaut.

Weg der Kristalle

Ein geologischer und mineralogischer Lehrpfad – der „Weg der Kristalle“ – erklärt die Entstehungsgeschichte des Katzenbuckels.

Er beginnt im ehemaligen Steinbruch am Katzenbuckelsee und endet auf dem Berggipfel am Aussichtsturm. Der 1,5 Kilometer lange, ausgeschilderte Weg ist in einer guten Stunde zu begehen.

Aussichtsturm Katzenbuckel

Auf der Kuppe des Katzenbuckels steht der 18 m hohe Aussichtsturm Katzenbuckel, der 1820 aus Sandstein erbaut wurde.

Er bietet Rundsicht über die bewaldeten Kuppen und Bergrücken des Odenwaldes und zu den benachbarten Mittelgebirgen.

Bei günstiger Wetterlage sind sogar Fernsichten bis zum Donnersberg (83 km) und in den Taunus (>90 km) hinein möglich; bei optimaler Sicht ist sogar der 120 km entfernte Kreuzberg in der Rhön sichtbar.

Kontakt:

Tourist-Info Waldbrunn
& Katzenbuckel-Therme
Zu den Kuranlagen 18
69429 Waldbrunn
Tel. 06274 - 928590

Autor:

Roland Schönmüller aus Miltenberg

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