Seniorennetzwerk ist wieder aktiv

Nach fast zweijähriger Pause tagte das Seniorennetzwerk wieder – hier mit Konrad Schmitt am Mikrofon, der Neues von der Beratungsstelle für Senioren und pflegende Angehörige berichtete.
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Nach fast zweijähriger Pause, bedingt durch eine längere Krankheit der Seniorenfachkraft am Landratsamt und eine notwendige Stellenneubesetzung, hat am Dienstagmorgen das Seniorennetzwerk wieder getagt.

Sozialamtsleiter Manfred Vill freute sich, in Christina Jung eine Fachkraft präsentieren zu können, die zuvor viele Jahre lang an der Universitätsklinik Freiburg in der Beratung tätig war – unter anderem beriet sie Senioren und deren Angehörige. Christina Jung, die sich anschließend kurz vorstellte, leitete über zu mehreren Vorträgen, die Aktuelles aus der haupt- und ehrenamtlichen Seniorenarbeit im Landkreis Miltenberg zum Inhalt hatten.

Konrad Schmitt stellte die Arbeit der Beratungsstelle für Senioren und pflegende Angehörige vor, die in Miltenberg, Erlenbach und Stadtprozelten berät. Neu sei, dass der BRK-Kreisverband seit Januar 2017 die geschäftsführende Stelle sei, zudem sei die Pflegeüberleitung seit Januar 2016 nicht mehr bei der Beratungsstelle angesiedelt. Für die ausgeschiedene Christa Buchschmid im Freiwilligenzentrum suche man noch eine ehrenamtliche Kraft, sagte er, für die Ende März ausscheidende Antje Roth-Rau habe man eine geeignete Nachfolgerin gefunden. Neu sei, dass die Fachstelle für pflegende Angehörige um eine 450-Euro-Stelle aufgestockt worden sei. Schmitt verwies zudem auf die Internetseite der Beratungsstelle, auf der stets aktuelle Informationen veröffentlicht seien, etwa zum Kursangebot.

Rainer Müller, Seniorenbeiratsvorsitzender in Sulzbach, stellte den Beirat vor, der aus zwölf Mitgliedern besteht. Der Beirat, der mit seinen Anliegen vorbildlich von der Gemeinde und den drei Seniorenbeauftragten unterstützt wird, habe eine eigene Geschäftsordnung und treffe sich im drei- bis viermonatlichen Turnus. Man habe das Seniorenpolitische Gesamtkonzept des Landkreises auf Gemeindeebene überarbeitet und aktualisiert, sagte er. Ein Maßnahmenkatalog diene als Grundlage für die weitere Arbeit. Von besonderer Bedeutung sei die Herstellung der Barrierefreiheit – etwa auf dem Friedhof und den Friedhofstoiletten. Das werde zurzeit angegangen, freute er sich. Auch die Anpassung der Bahnsteige bewertete er als positiv, ebenso die Neugestaltung des Vorplatzes der St.-Anna-Kirche. Gut angekommen sei auch der Seniorenbeiratsstammtisch der Brückengemeinden Kleinwallstadt, Großwallstadt, Niedernberg und Sulzbach.

Alfred Zenger stellte den seit 1968 existierenden Seniorenkreis Laudenbach vor, der sich wöchentlich trifft und einmal pro Monat eine besondere Veranstaltung anbietet. Als besonders wichtig habe sich die Vermittlung von Haushaltshilfen erwiesen, die vor allem alleinstehenden Seniorinnen und Senioren das längere Verbleiben in der eigenen Wohnung ermöglicht. Zenger ging zudem auf die Ehrenamtsinitiative „Wir für uns“ ein, in den die Seniorenarbeit eingebunden sei. Die organisatorische Arbeit leiste ein mehrköpfiges Team, in dem verschiedene Zuständigkeiten verteilt würden. Daneben würden auch die örtlichen Vereine Angebote für Senioren unterbreiten, führte Zenger aus. Seit 2015 leiste ein kleines Team Integrationsarbeit für durchschnittlich 30 bis 35 Asylbewerber mit Crash-Deutschkursen, Behördenbegleitung, Gesundheitsvorsorge und Wohnungssuche für anerkannte Asylbewerber, listete Zenger auf.

Die vielen Fragen aus der Teilnehmerrunde zum Thema Haushaltshilfen veranlassten Christina Jung, dieses Thema in einem der kommenden Seniorennetzwerke zu vertiefen. Aus dem Gremium wurden auch Forderungen laut, bei den Kirchengemeinden verstärkt auf die Herstellung der Barrierefreiheit zu drängen.

Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt der Sitzung war die anstehende Evaluation und Fortschreibung des Seniorenpolitische Gesamtkonzept für den Landkreis Miltenberg. Es gelte laut Christina Jung nun, zu prüfen inwieweit die darin geforderten Maßnahmen bereits umgesetzt seien und den Maßnahmenplan für die Zukunft anzupassen. Die Pflegebedarfsplanung müsse ebenso fortgeschrieben werden wie auch das komplette Seniorenpolitische Gesamtkonzept. Dies werde man als „Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für Seniorinnen und Senioren mit und ohne Handicap (Inklusion)“ tun, stellte sie fest, um alle Bevölkerungsgruppen einzuschließen. Sie rechnet mit der Beschlussfassung im Kreistag für das Jahr 2019. Die Evaluation des Konzepts werde mit Hilfe zahlreiche Befragungen von Bürgern, Kommunen, Seniorenbeauftragten, ambulanter, teilstationärer und stationärer Einrichtung auf eine solide Basis gestellt, auch würden Anbieter der offenen Altenhilfe befragt. Ebenso seien Expertenworkshops vorgesehen. Aus dem Gremium wurde angeregt, die Bürgerbefragungsformulare über die Amtsblätter zu verteilen.
In Gruppenarbeiten befassten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anschließend mit verschiedenen Szenarien, in denen konkrete Angebote für Hilfesuchende erfragt sowie noch vorhandene Lücken im bestehenden Hilfenetz aufgezeigt wurden. Angesprochen wurden dabei die Themenfelder Freizeit, Kultur und Seelsorge, Wohnen, medizinische Versorgung, Barrierefreiheit im öffentlichen Raum sowie Unterstützungs- und Versorgungsangebote. Die Ergebnisse werden laut Christina Jung in den weiteren Evaluationsprozess mit einfließen.

Das nächste Seniorennetzwerktreffen wurde für Donnerstag, 12. Oktober 2017, von 9 bis 12 Uhr im großen Sitzungssaal des Landratsamts angesetzt.

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