Freundschaft über Grenzen hinweg
Lions aus Amorbach-Miltenberg und Thann-Cernay begegnen sich in Speyer
- Die Lionsfreunde aus Amorbach-Miltenberg und Thann-Cernay vor dem Kaiserdom zu Speyer.
- Foto: Waldemar Stockert
- hochgeladen von Lions Club Amorbach-Miltenberg
Es gibt Partnerschaften, die auf dem Papier bestehen – und Freundschaften, die über Jahrzehnte wachsen, weil Menschen sie immer wieder mit Leben erfüllen. Die Verbindung zwischen dem Lions Club Amorbach-Miltenberg und dem französischen Partnerclub Lions Club Thann-Cernay gehört zweifellos zur zweiten Kategorie.
Am Wochenende des 3. und 4. Oktober 2026 trafen sich Mitglieder beider Clubs mit ihren Partnerinnen und Partnern in Speyer. Ein abwechslungsreiches kulturelles Programm bildete den Rahmen. Im Mittelpunkt standen jedoch die persönliche Begegnung, die Pflege langjähriger Freundschaften und der Austausch über die sozialen Aktivitäten beider Clubs.
Gerade Speyer hätte dafür kaum symbolträchtiger sein können. Die Stadt erinnert eindrücklich daran, wie konfliktreich die deutsch-französische Geschichte einst war. 1689 wurde Speyer im Pfälzischen Erbfolgekrieg weitgehend zerstört. Umso bemerkenswerter ist der Weg, den Deutschland und Frankreich seitdem gegangen sind: Aus Gegnern wurden Partner und Freunde.
Was auf politischer Ebene mit der deutsch-französischen Aussöhnung begann, muss im Alltag immer wieder mit Leben erfüllt werden. Genau darin liegt die besondere Bedeutung solcher Clubfreundschaften.
Eine Freundschaft mit Geschichte
Bereits kurz nach der Gründung des Lions Clubs Amorbach-Miltenberg entstanden Kontakte zu den Lionsfreunden im Elsass. Aus regelmäßigen Begegnungen entwickelte sich eine feste deutsch-französische Partnerschaft und schließlich eine über Jahrzehnte gewachsene persönliche Freundschaft.
Wie lebendig diese Verbindung ist, zeigte sich auch beim 60-jährigen Jubiläum des Lions Clubs Amorbach-Miltenberg im vergangenen Jahr, bei dem die Freunde aus Thann-Cernay zahlreich vertreten waren. Im kommenden Jahr werden nun die französischen Lions Gastgeber sein.
Kultur, Geschichte und vor allem Begegnung
Nach einem gemeinsamen Mittagessen am Domplatz begann der Samstag mit einer Führung durch den Kaiserdom zu Speyer. Es folgten ein Rundgang durch die historische Innenstadt und der Besuch des Judenhofes.
Zwischen den Programmpunkten blieb bewusst viel Raum für persönliche Gespräche, Erinnerungen an frühere Treffen und den Austausch über aktuelle Projekte beider Clubs.
Als wahre Organisationstalente erwiesen sich Lionsfreund Philipp Ehni und seine Frau Tanja. Mit enormem Einsatz, Herzlichkeit und viel Liebe zum Detail hatten sie ein Programm zusammengestellt, das Kultur, Geschichte, Geselligkeit und vor allem viel Raum für persönliche Begegnungen ideal miteinander verband. Ihnen gebührt dafür der besondere Dank aller Teilnehmer.
Beim gemeinsamen Abendessen wurde die Verbundenheit besonders spürbar. Die Präsidentin des Lions Clubs Thann-Cernay, Anne Duchene, und der Präsident des Lions Clubs Amorbach-Miltenberg, Prof. Dr.-Ing. Gerhard Ziegmann, hielten engagierte, geradezu flammende Ansprachen.
Beide machten deutlich, dass eine solche Partnerschaft weit mehr ist als ein jährliches Treffen. Sie lebt von persönlichen Freundschaften, gegenseitigem Respekt und dem gemeinsamen gesellschaftlichen Engagement. Zugleich tauschten sich die Clubs über ihre sozialen Aktivitäten, Jugendförderung und weitere Projekte im Sinne des Lions-Mottos „We Serve“ aus.
Von Speyer nach Hambach
Am Sonntag führte das gemeinsame Programm zum Hambacher Schloss. Auch dieser Ort passte hervorragend zum Charakter des Treffens. Beim Hambacher Fest von 1832 wurden Freiheit, Bürgerrechte, Toleranz und europäische Verständigung eingefordert.
Damit spannte das Wochenende einen eindrucksvollen historischen Bogen: von den Spuren einstiger Feindschaft und Zerstörung in Speyer über die Freiheitsideen von Hambach bis zu einer deutsch-französischen Freundschaft, die heute ganz selbstverständlich gelebt wird.
Internationale Verständigung entsteht eben nicht allein durch Verträge und politische Erklärungen. Sie wächst dort, wo Menschen miteinander reden, lachen, einander zuhören und über Grenzen hinweg Freundschaften schließen.
Der Lions Club Amorbach-Miltenberg und der Lions Club Thann-Cernay pflegen diese Freundschaft seit Jahrzehnten.
Denn Frieden und Freundschaft zwischen Nachbarn sind keine Selbstverständlichkeit – sie wollen immer wieder neu gelebt werden.
Und so endete das Wochenende nicht mit einem Abschied, sondern mit Vorfreude:
Im kommenden Jahr sehen sich die Freunde in Frankreich wieder.
Waldemar Stockert
Autor:Lions Club Amorbach-Miltenberg aus Miltenberg |
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