Investitionen im Kompostierwerk notwendig

Im Guggenberger Kompostwerk soll unter anderem der Verdunstungskühler (im Bild) entfernt werden und am Ende des Intensivrotteprozesses ein leistungsfähiger Biofilter installiert werden, erklärte Wolfgang Höhler (gelbe Jacke) dem Ausschuss für Natur- und Umweltschutz.
2Bilder
  • Im Guggenberger Kompostwerk soll unter anderem der Verdunstungskühler (im Bild) entfernt werden und am Ende des Intensivrotteprozesses ein leistungsfähiger Biofilter installiert werden, erklärte Wolfgang Höhler (gelbe Jacke) dem Ausschuss für Natur- und Umweltschutz.
  • hochgeladen von Landratsamt Miltenberg

Bei einem Rundgang über die Kreismülldeponie Guggenberg haben sich die Mitglieder des Ausschusses für Natur- und Umweltschutz am Montag einen Eindruck verschafft, was sich hier getan hat und welche Pläne es gibt. Erste Station war das Kompostierwerk, das der Landkreis Miltenberg in Kooperation mit der Firma Herhof baute und das seit 1997 von der Firma Herhof betrieben wird.
Dieser Vertrag läuft noch bis mindestens Ende September 2022. Der Landkreis Miltenberg ist dann Eigentümer des Kompostierwerks. Allerdings sind bereits jetzt Investitionen notwendig. Ruth Heim, Leiterin der Kommunalen Abfallwirtschaft, berichtete von einem bisher störungsfreien Verlauf der Anlage, die in den vergangenen Jahren immer wieder den Anforderungen angepasst wurde – etwa durch eine Verfeinerung der Absiebtechnik. Durch die 42. Bundesimmissionsschutzverordnung sei es aber nun notwendig, die Abluftreinigung zu ertüchtigen, erklärte Herhof-Geschäftsführer Michael Koch und brachte unter anderem die Wegnahme des Verdunstungskühlers und die Installation eines leistungsfähigen Biofilters am Ende des Intensivrotteprozesses ins Spiel. Für die Kühlung würde man künftig mehr Luft verwenden und damit auch den Luftaustausch in der Halle gemäß der TA Luft deutlich verbessern. Seine Firma wäre bereit, für alle notwendigen Maßnahmen die immissionsschutzrechtliche Genehmigung einzuholen und auch die Arbeiten selbst umzusetzen. Sollte der Betreibervertrag Ende September 2022 enden, würde Herhof bei Bedarf die Genehmigung an den Landkreis Miltenberg weiterleiten. Wie es von Oktober 2022 an mit der Kompostieranlage weitergeht, müssen die Kreisgremien noch entscheiden. Der

Landkreis Miltenberg könnte die Anlage selbst betreiben oder mittels Ausschreibung einen Betreiber suchen. Da auch der Sanitärbereich neugestaltet werden muss, damit Arbeits- und Aufenthaltsbereich getrennt werden können, ist mit Gesamtkosten von rund 1,5 Millionen Euro zu rechnen.
Wolfgang Höhler (Firma Herhof) führte den Ausschuss durch die Anlage und zeichnete den Weg des Biomülls nach. Nach der Anlieferung wird der Müll zerkleinert und kommt in Rotteboxen, in denen der Verrottungsvorgang beschleunigt wird. Anschließend ist er hygienisiert – also garantiert frei von keimfähigen Samen und austriebsfähigen Pflanzenteilen. Der nach einer festgelegten Rottezeit verwendbare qualitativ hochwertige Kompost habe nicht nur das RAL-Gütezeichen, sondern sei sogar für den Öko-Landbau zugelassen, erklärte Höhler. Mit Erschrecken sahen die Ausschussmitglieder die Berge von Störstoffen. Darunter ist viel Plastik, das mit dem Bioabfall angeliefert wird und mit hohem Aufwand aussortiert werden muss. Deshalb der eindringliche Appell an alle Bürgerinnen und Bürger: Bitte kein Plastik in die Biotonne geben, sondern lieber Zeitungspapier als Umhüllung verwenden! Auch auf die teuren kompostierbaren Plastikbeutel sollte man verzichten, denn diese brauchen unterschiedlich lange, bis sie sich aufgelöst haben. Auch ist es für Mitarbeiter nicht gleich erkennbar, ob die Plastikbeutel kompostierbar sind oder nicht.
Thomas Bräutigam (Kommunale Abfallwirtschaft) erläuterte die derzeit laufende Hausmüllanalyse, bei der in ausgewählten Orten (Obernburg, Großwallstadt, Collenberg, Weilbach mit Ortsteilen) und Straßen alle maßgeblichen Abfallströme – Restmüll, Altpapier, Bioabfälle, gelbe Wertstoffsäcke, Sperrmüll, Altholz und Elektroschrott – analysiert werden. Auch die Direktanlieferungen in den Wertstoffhöfen, die gesammelten Elektrokleingeräte und Gewerbeabfälle würden unter die Lupe genommen, zudem werde die Füllmenge in den Tonnen ermittelt. In Guggenberg wird der eingesammelte Abfall in einer Halle in Fraktionen sortiert und ausgewertet. Die Ergebnisse dienen der Abfallwirtschaft als Anhaltspunkt, ob man das Abfallwirtschaftskonzept weiter entwickeln soll. Der zweite Teil der Analyse wird im Frühjahr 2021 folgen, mit den Ergebnissen wird Ende Juni 2021 gerechnet.

Ruth Heim stellte die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen vor, die infolge des Deponieausbaus nötig waren. Demnach wird als Ausgleich für die Rodung von 1,3 Hektar Wald und für die Umsiedlung von Eidechsen ein Ersatzhabitat für Zauneidechsen sowie ein Biotop mit Gehölzen, Totholzbereichen, Saumstreifen und Tümpel in Guggenberg geschaffen. Dieses

Biotop dient zudem den Eidechsen als zusätzliche Nahrungsquelle und bietet viele Unterschlupfmöglichkeiten.

Laut Kai Strüber (Kommunale Abfallwirtschaft) fällt in Teilen des Deponiekörpers noch Deponiegas mit Methankonzentration an, das behandelt werden muss. Die derzeit verwendete Gasfackel, die rund 30.000 Euro Miete pro Jahr kostet, soll, wenn möglich, durch eine Anlage mit Regenerativer-Thermischer-Oxidation (RTO) abgelöst werden. Mit dieser Technik kann Deponiegas mit Methangaskonzentrationen von 0,5 Volumenprozent behandelt werden. Die Gasbehandlung kann damit mit dem Faktor 3 bis 4 beschleunigt werden, sodass auch Setzungsvorgänge deutlich früher abgeschlossen sind. Die Abwärme der Anlage könnte zudem Maschinenhalle und Betriebsgebäude mit Wärme versorgen, die Erdgas-Heizkessel könnten entfallen. Eine solche Anlage wäre ein „deutlicher Schritt in Richtung Klimaschutz“, stellte Strüber fest. Notwendig wäre zunächst eine Potenzialstudie, die bis zu 45.000 Euro kostet; dank Förderung würden am Ende aber lediglich 18.000 Euro für den Landkreis anfallen. Sollte das Potenzial für eine solche Anlage vorhanden sein, könnte eine Anlage mit Kosten von bis zu 450.000 Euro errichtet werden. Auch diese Anlage würde gefördert, so dass dem Landkreis am Ende weniger als 200.000 Euro in Rechnung gestellt würden.

Am Ende des Rundgangs wies Ruth Heim den Ausschuss auf den umgestalteten Eingangsbereich der Kreismülldeponie hin. Fahr- und Fußgängerverkehr wurden mit Absperrungen und Zebrastreifen voneinander getrennt, Wege und Sperrflächen wurden besser gekennzeichnet. Auch wurde die Fläche neben dem Eingangstor durch eine pflege- und insektenfreundliche Staudenbepflanzung aufgewertet.

Im Guggenberger Kompostwerk soll unter anderem der Verdunstungskühler (im Bild) entfernt werden und am Ende des Intensivrotteprozesses ein leistungsfähiger Biofilter installiert werden, erklärte Wolfgang Höhler (gelbe Jacke) dem Ausschuss für Natur- und Umweltschutz.
Bergeweise liegt der Plastikmüll im Guggenberger Kompostwerk – alles Störstoffe im Bioabfall, die aufwendig heraussortiert werden müssen.

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Bauen & WohnenAnzeige

Was ist meine Immobilie wert?
Kostenloses Einwertungsgespräch bei Kaibel Immobilien aus Freudenberg

Wer eine Immobilie verkaufen möchte, steht oft früher vor Fragen als gedacht. Welche Unterlagen werden benötigt? Was ist das Haus oder die Wohnung tatsächlich wert? Welcher Verkaufspreis passt zum Markt? Und was passiert, wenn bei einer geerbten Immobilie mehrere Personen mitentscheiden? Gerade bei diesen Fragen lohnt es sich, nicht mit einem geschätzten Preis aus einem Online Rechner zu starten. Eine Immobilienbewertung in Freudenberg sollte die konkrete Immobilie, ihre Lage und ihren Zustand...

Energie & UmweltAnzeige

Wie viel Kabel braucht ein SOMA-Schaltschrank?

Bei WIRL Elektro und Automatisierungstechnik in Kleinheubach entstehen jedes Jahr rund 80 bis 100 individuell gefertigte Schaltschränke. Sie kommen sowohl in unseren eigenen Sondermaschinen als auch bei Projekten für externe Kunden zum Einsatz. Jeder Schaltschrank wird passend zur jeweiligen Anwendung geplant, aufgebaut, verdrahtet und geprüft. Dabei müssen Komponenten, Leitungswege und Steuerungstechnik exakt aufeinander abgestimmt sein. Durch die Verbindung von Schaltschrankbau,...

Bauen & WohnenAnzeige

Wasser speichern
Regenwasser neu gedacht

Regenwasser soll heute möglichst lange im System bleiben. Damit verändern sich die Anforderungen an Freiräume. Versickerung, Wasserspeicher und Klimaanpassung werden zunehmend gemeinsam gedacht.  Regenwasser ist lange nicht als Ressource, sondern als Abwasser behandelt worden. Heute wird Regenwasser zunehmend sowohl im privaten als auch im gewerblichen und öffentlichen Umfeld als wertvolle Ressource betrachtet, die gespeichert, genutzt und in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt werden...

Auto & Co.Anzeige
0:52

Elektroauto
Reichweitencheck: Welches Fahrzeug passt zu eurem Alltag

Reichweitencheck bei Hyundai: Welches Elektroauto passt zu eurem Alltag? Wie viel Reichweite braucht ihr wirklich?Kurz zur Arbeit, schnell zum Einkaufen oder doch regelmäßig mehrere hundert Kilometer unterwegs? Bei einem Elektroauto kommt es vor allem darauf an, wie ihr euer Fahrzeug im Alltag nutzt. Denn nicht jeder braucht die maximale Reichweite. Entscheidend ist, dass sie zu den eigenen Fahrgewohnheiten passt. Genau deshalb lohnt sich ein Blick auf die verschiedenen Elektromodelle von...

Energie & UmweltAnzeige

Welches Waschprogramm ist das richtige?

Pflegeleicht, Feinwäsche, Baumwolle oder Eco? Die Auswahl an Waschprogrammen ist groß. Trotzdem nutzen viele im Alltag fast immer dieselbe Einstellung. Dabei kann das passende Programm einen deutlichen Unterschied machen. Es bestimmt unter anderem, wie stark sich die Trommel bewegt, wie lange gewaschen wird und mit welcher Drehzahl die Maschine schleudert. Das wirkt sich direkt auf Sauberkeit und Materialpflege aus. Baumwolle für robuste Wäsche Das Baumwollprogramm eignet sich vor allem für...

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Karte einbetten

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Code einbetten

Funktionalität des eingebetteten Codes ohne Gewähr. Bitte Einbettungen für Video, Social, Link und Maps mit dem vom System vorgesehenen Einbettungsfuntkionen vornehmen.
Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.