Mehr reden, weniger wischen:
Die Johannes Hartung Realschule Miltenberg setzt auf Handytaschen.
- Schülerinnen und Schüler präsentieren ihre Handytaschen.
- Foto: Michael Birkmann
- hochgeladen von Silke Bundschuh
Smartphones bleiben während des gesamten Schultags sicher verstaut, ohne dass die Schüler sie abgeben müssen.
Kein Scrollen in der Pause, kein Vibrieren unter der Bank: An der Johannes-Hartung-Realschule Miltenberg gilt in diesem Schuljahr eine neue Handyordnung. Ziel ist es, den Schulalltag ruhiger zu gestalten, Ablenkungen im Unterricht zu reduzieren und die persönliche Kommunikation unter den Schülerinnen und Schülern zu stärken. Die gesetzlichen Vorgaben sehen ein Handyverbot während des Schultags zwar nur bis zur 7. Jahrgangsstufe vor, die Schule hat die Regelung jedoch bewusst auf alle Klassen ausgeweitet. Damit gilt: Auf dem gesamten Schulgelände bleibt das Smartphone bis zum Ende des individuellen Schultags aus. Damit das im Alltag funktioniert, führt die Schule verpflichtende, verschließbare Handytaschen ein.
Das Prinzip ist einfach: Die Schülerinnen und Schüler schalten ihr Smartphone morgens aus und stecken es spätestens um 8 Uhr in ihre eigene Tasche, die per Magnetverschluss verriegelt wird. Ein signalblockierendes Innenmaterial sorgt zudem dafür, dass das Gerät keinen Empfang hat, sodass auch keine Anrufe oder Nachrichten stören. Das Handy bleibt dabei den ganzen Tag bei ihnen, etwa in der Schultasche, lässt sich aber nicht benutzen. Erst am Ende der letzten Stunde wird die Tasche wieder geöffnet. So sind die Jugendlichen auf dem Heimweg sofort erreichbar und können digitale Fahrkarten verwenden. Wer Nachmittagsunterricht hat, lässt die Tasche auch in der Mittagspause geschlossen.
Gleichzeitig bedeutet die neue Handyregelung keineswegs einen Rückzug aus der digitalen Bildung. Im Gegenteil: Die Schule setzt weiterhin gezielt auf digitale Medien im Unterricht. Ab der 8. Jahrgangsstufe gibt es Tabletklassen, in denen zielorientiert mit iPads gearbeitet wird. Für die Klassen 5 bis 7 stehen Leihgeräte zur Verfügung, die in der Medienerziehung zum Einsatz kommen. Digitale Geräte bleiben damit ein wichtiger Bestandteil des Lernens, allerdings bewusst eingebunden in den Unterricht und pädagogisch begleitet.
Die Schule verbindet so zwei Anliegen miteinander: einen möglichst störungsfreien Schulalltag und die gezielte Vermittlung digitaler Kompetenzen im Unterricht. Schülerinnen und Schüler sollen lernen, moderne Technik sinnvoll und verantwortungsbewusst einzusetzen und zugleich erfahren, dass Schule auch ein Ort für Konzentration, gemeinsames Lernen und direkte Begegnung ist.
Autor:Silke Bundschuh aus Miltenberg |
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