Schulbauprogramm III nimmt Kontur an

Sollte der Kreistag dem einstimmigen Empfehlungsbeschluss des Ausschusses für Bau und Verkehr zustimmen, wird der Landkreis Miltenberg noch in diesem Jahr das nächste große Schulbauprogramm auf den Weg bringen. Derzeit ist der Kreis noch intensiv mit den Arbeiten des Schulbauprogramms II an den Gymnasien in Miltenberg und Erlenbach tätig. Dadurch ist ersichtlich, dass dem Landkreis die Bildung sehr viel Geld wert ist.

Der Schwerpunkt im Schulbauprogramm III wird auf der beruflichen Bildung liegen, speziell der Berufsschule Miltenberg-Obernburg mit den Standorten Miltenberg und Obernburg. Aber auch die sanierungsbedürftigen Schulturnhallen der Gymnasien in Miltenberg und Erlenbach sowie der Neubau einer Sporthalle am Amorbacher Gymnasium stehen im Fokus. Insgesamt will der Landkreis dafür rund 72 Millionen Euro in die Hand nehmen, wobei man diese Summe aber mit Vorsicht genießen muss: Zum jetzigen Zeitpunkt muss man sich möglicher Kostenabweichungen von bis zu 30 Prozent nach oben oder unten bewusst sein, denn es handelt sich zum aktuellen Zeitpunkt um eine grobe Kostenschätzung entsprechend dem aktuellen Planungsstand.

Dass an der Berufsschule Handlungsbedarf besteht, hatte der Ausschuss bei seiner letzten Besichtigungsfahrt gesehen. Die Gebäude in Miltenberg und Obernburg sind zwischen 1952 und 1979 errichtet worden und trotz erfolgten Bauunterhalts zum Teil stark sanierungsbedürftig. Kreisbaumeister Andreas Wosnik rechnet alleine für die Berufsschule mit Kosten von insgesamt 61 Millionen Euro für die beiden Standorte. Der Landkreis habe mit der Regierung das weitere Vorgehen abgestimmt, erklärte er.

So soll zunächst der Raumbedarf ermittelt werden, damit die Regierung ein abstraktes Raumprogramm erstellen kann. Dabei wird der gesamte Raumbedarf ermittelt unabhängig von den Berufsschulstandorten. Danach wird geklärt, ob der Raumbedarf im jetzigen Bestand umgesetzt werden kann und ob saniert oder neu gebaut werden muss. Anschließend werde entschieden, welche Maßnahmen an welchem Standort erfolgen und wo welche Klassen untergebracht werden.

Für die Sporthallen rechnet der Kreisbaumeister mit Sanierungs- und Neubaukosten von insgesamt rund 11 Millionen Euro. Während in Miltenberg und Erlenbach saniert werden soll, erscheint das in Amorbach nicht möglich. Wie der Kreisbaumeister sagte, sei das dortige Gebäude, das eine Sporthalle und ein Schwimmbad beherbergt, in so schlechtem Zustand, dass es abgerissen und neu gebaut werden muss. Damit der Landkreis hier einsteigt, muss der Kreistag allerdings erst über die Übernahme des Karl-Ernst-Gymnasiums in die Trägerschaft des Landkreises entscheiden. Bereits in der Konzeptionsphase, und damit formal nicht Teil des Schulbauprogramms III, ist der Bau der Doppelsporthalle an der Main-Limes-Realschule Obernburg.

Der Ausschuss nahm zudem einen Antrag der CSU-Fraktion zur Kenntnis, wonach der Landkreis seine Schulen bis Ende 2020 mit Trinkwasserspendern versorgen soll. Kreisbaumeister Wosnik stellte dem Gremium mit einer Auflistung aber dar, dass bereits jetzt alle Schulen darüber verfügen. Manche Schulen wünschten nur eine Trinkwasserentnahmemöglichkeit aus dem Hahn, andere dagegen hätten sich für einen Wasserspender mit Kühlung und Kohlensäurezugabe gewünscht. Letztgenannte Anlagen seien wartungs- und pflegeintensiv, verwies Wosnik auf eine Auskunft der Lebensmittelaufsicht, laut der Anlagen mit behandeltem Trinkwasser der Schankanlagenverordnung und somit hygienischen Standards unterliegen. Der Spender müsse so aufgestellt werden, damit das Wasser nicht manipuliert werden kann, außerdem müsse die Anlage von geschultem Personal täglich gereinigt und gewartet werden. Wenn eine Schule einen solchen Spender will, helfe der Landkreis, so Wosnik: Er stellt den Anschluss an das Trinkwasser- und das Abwassersystem her und lässt das Trinkwasser jährlich untersuchen. Hygienemaßnahmen sind Sache der Schule, ebenso der Wechsel der Kohlensäure- und Filterpatronen. Die Anschaffungskosten und die laufenden Kosten des Wasserspenders müssen ebenfalls von der Schule übernommen werden. Wosnik bezifferte die Kosten für den Wasserspender einschließlich Wartung und Reparatur auf monatlich rund 90 Euro, dazu kommen verbrauchsabhängige Kosten für die Patronen – im Schulzentrum Elsenfeld rund 120 Euro pro Monat. Diese Kosten seien von den Schulen aus ihrem umfangreichen Sachkostenbudget zu bestreiten, aber auch der Elternbeirat könne sich gerne beteiligen.

Die Spender würden sehr gut angenommen, ergänzte Kreisrat Rudi Schuck und berichtete von 3000 Litern Abnahme in drei Monaten am Schulzentrum Elsenfeld. Sein Antrag, der Landkreis möge die Wartungs-, Reparatur- und Patronenkosten außerhalb des Schulbudgets übernehmen, wurde aber mit großer Mehrheit abgelehnt. Dass Wasserspender in den Schulen wichtig sind, war im Gremium unumstritten, die Kosten hierfür würden die Schulen aber nicht überfordern, so die überwiegende Meinung im Gremium.

Aus nichtöffentlicher Sitzung gab der Kreisbaumeister mehrere Vergaben im Rahmen der Generalsanierung des Gymnasiums Miltenberg bekannt: die sanitärtechnischen Anlagen für 126.589 Euro, die heizungstechnischen Anlagen für 141.977 Euro sowie die Stahlbau- und Schlosserarbeiten für 241.748 Euro. Der Großteil der Aufträge sei im Landkreis geblieben, informierte Wosnik.

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