"Ich passe gut hierher" - Natascha Kohnen trifft Nilüfer Aktürk



Rund 90 Besucher zog die Gesprächsreihe Kohnenplus trotz der großen Hitze in die Kleinwallstädter Zehntscheune. Natascha Kohnen, Spitzenkandidatin der BayernSPD bei der anstehenden Landtagswahl, tourt derzeit durch Bayern und will sich in allen Landkreisen mit interessanten Persönlichkeiten treffen. Im Landkreis Miltenberg betrat Nilüfer Aktürk, Vorsitzende des Vereins Frauen für Frauen e.V. und Trägerin des Staatspreises für Integration 2017 mit Kohnen die Bühne.

Zur Begrüßung servierte Aktürk der Münchnerin Kohnen zuerst türkischen Tee.

Im Gespräch mit Kohnen schilderte Aktürk ihren Lebensweg. Als Kind im badischen Freudenberg aufgewachsen, kehrten ihre Eltern in die Türkei zurück, als sie 10 Jahre alt war. So schön sie dort ihre Kindheit empfand, Aktürk zog es zurück nach Deutschland. Sie heiratete und zog nach Klingenberg, lebte dort mit Ehemann und zwei Söhnen. Die Trennung von ihrem damaligen Mann ließ Aktürk neue Wege beschreiten. So begann sie sich bei einem AWO Projekt für Integration zu engagieren. Als die Bundesmittel für dieses Projekt ausliefen, folgte die Vereinsgründung. Wie erfolgreich das Projekt läuft, zeigt der Preis der bay. Staatsregierung.

Kohnen zeigte sich beeindruckt von der Stärke Aktürks, die sich gegen viele Widrigkeiten durchgesetzt hat und wie sie ihren Weg geht. Sie fragte auch nach den Aktivitäten des Vereins und wohin die Reise gegen soll.
Wichtig ist Aktürk, das es mehr Zusammenhalt zwischen Bürgern mit und ohne Migrationshintergrund gibt. Sie verspüre eine gewisse Abkapselung der türkischen Gemeinschaft. Dies wolle der Verein auflockern. Dazu gehöre ein Aufeinander-zu-gehen. Als Mitglied im Integrationsrat sei es ihr wichtig, dass man auch über Wertschätzung und Akzeptanz spreche. Damit fange es an.

Nilüfer Aktürk ging auch auf Anfeindungen ein, die sie höre und lese. Ich lasse mich nicht durch Beschimpfungen von Rassisten provozieren, sagte Aktürk. „Ich passe gut hierher. Ich bin für Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit und Demokratie. Die Leute, die so schimpfen und geh weg rufen, scheinen dies nicht zu sein. Sollen die doch gehen. Ich fühle mich hier wohl, ich bleibe.“

Kohnen spannte den Bogen im Gespräch über zahlreiche Themen und bezog ihre Lebenserfahrungen mit ein. Als Kind einer 68er Familie, später mit einem alleinerziehenden Vater aufgewachsen schilderte sie ihren Werdegang. Zur Politik kam Kohnen recht spät über Gemeinde- und Kreisrat im Münchner Umland.

Einen großen Unterschied zwischen medialer Berichterstattung und den Alltagssorgen stellte Kohnen mehrfach fest. Der politische Mitbewerber habe mit seiner angezettelten Staatskrise den Blick auf die wahren Probleme völlig verstellt. Sie wolle sich um bezahlbaren Wohnraum, sichere Renten und familienfreundliche Arbeitszeiten kümmern.

Nach einer Stunde Gespräch lud Landtagskandidat Jörg Pischinger die Gäste zur Fragerunde. Dabei sprachen die Anwesenden viele verschiedene Dinge an. Durchaus auch Kritik aus der Besucherreihe, mit denen Kohnen offen umging.
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