Bildergalerie und Essay.
Modernes Märchen, Krimi, Komödie & Co.
- hochgeladen von Roland Schönmüller
Begeisterung bei der Premiere im „Bunten Hund“ in Hundheim: „Emmas Glück“
Hundheim. Einen schönen Sommerabend genossen die mehr als 120 Besucherinnen und Besucher im Soziokulturellen Zentrum Bunter Hund e.V. im Külsheimer Stadtteil am vergangenen Donnerstag.
Als neuen Treffpunkt (seit 2020) im Gehöft „Altes Jägerhaus“ lud der für Kunst, Kultur, Gemeinschaft gemeinnützige Verein diesmal nicht zu einem Konzert, zu kreativen Workshops und Projekten ein, sondern präsentierte den Fans das humorvolle Stück “Emmas Glück“.
Das Schauspiel mit Musik und Gesang nach dem Roman von Claudia Schreiber gestaltete sich als Open-Air-Veranstaltung im Hof vor passender, uriger und außergewöhnlicher Kulisse.
Unter der Regie von Axel Brauch sowie dem Kostüm- und Bühnenbild von Gesine Mahr zogen die Akteurinnen Katharina Ries und Antonia Mahr alle Register ihres musikalischen, gesanglichen und schauspielerischen Könnens.
Grundlage war der erfolgreiche Roman von Claudia Schreiber, der auch für das Kino verfilmt wurde.
Es ist Drama und modernes Märchen zugleich, ebenso Krimi und wundervoll skurrile Komödie in einem.
Der wiederholte Applaus bewies: dem Publikum gefiel die Geschichte von der Suche nach dem Glück.
„Es war ein hinreißender Theaterabend über die Liebesgeschichte zwischen einer Bäuerin und einem Städter.
Sehr eindrucksvoll wurde mit viel nachhaltig wirkender Folkmusik (Antonia Mahr) von Eigenverantwortlichkeit, vom Sterben und einer unbändigen Lust am Leben erzählt.
„Emmas Glück“ ist ein Theaterstück, das für seine humorvolle und gleichzeitig tiefgründige Auseinandersetzung mit existenziellen Themen gelobt wird.
Die Geschichte handelt von Emma (Katharina Ries), die auf einem angelegenen Hof lebt und Max (hier fiktiv) trifft, der vor seiner Krebserkrankung flieht.
Gemeinsam erleben sie eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, die von der Suche nach dem Glück und der Akzeptanz des Todes geprägt ist.
„Mir gefiel“, betonte eine 48-jährige Külsheimerin, „dass es eine gelungene Mischung aus Gefühl und Verzicht auf Pathos war. Sehr in Erinnerung wird mir die kraftvolle Darstellung der Hauptfigur durch die Schauspielerin Katharina Ries bleiben. Das Theaterstück behandelte Themen wie Liebe, Tod, Krankheit und die Suche nach dem Sinn des Lebens auf eine leichtfüßige und lustige Weise“.
Ein Besucher aus Wertheim (65) meinte: „Die Darstellung der Emma war hervorragend. Die Schauspielerin verkörperte ihre Rolle mit Wucht und Authentizität.“
In der Tat: Die burschikose und eigenwillige Emma lebt auf einem abgelegenen hoffnungslos verschuldeten Bauernhof. Sie träumt von einem anderen, erfüllten Leben. Das Glück kommt unerwartet: der sterbenskranke Max fliegt auf der Flucht mit gestohlenem Geld und geklautem Auto aus der Kurve und landet auf dem Hof.
Ehe sie sich versieht, hat Emma eine Plastiktüte voller Geldscheine in den Händen und einen Mann im Bett. Doch das Glück bleibt nicht ungestört. Ein überraschendes Ende naht.
Unter der Regie von Axel Brauch entwirft Schauspielerin Katharina Ries als Emma die gesamte Szenerie mit Wohnhaus, Schweinestall, Saunahäuschen vor alter Kulisse mit Spiel, Erzählung und plastisch eigener Gefühls-und Handlungswelt.
In mehr als neunzig Minuten werden intensiv humorvoll und haarscharf Träume, Wünsche und Sehnsüchte artikuliert mit vielfältigen Actions-Szenen und melancholischen Musik- und Gesangsbeiträgen.
In bestechender Bühnen-Präsenz und einer großen Portion Sinnlichkeit zaubert das alles Emma mit kokettem, mutigem, starkem und unbeirrbarem Charakter. Sie kann lachen, grinsen, weinen, trösten und trauern.
Das Premieren-Publikum verfolgte teils atemlos und vollkommen still, teils erheiternd und schmunzelnd die intensiven Tage von Emmas Glück.
Das Bühnenstück bekräftigt den Eindruck, dass die Heimat- und Natur-Erzählung im deutschen Kulturbetrieb derzeit eine Neubelebung erfährt. Es ist eine zunehmende Sehnsucht nach „Erdung“, eine Hinwendung zu greifbaren, natürlichen Dingen.
Es ist auch ein Bild für die Stärke einer Figur und die Stärke der Liebe, sich von etwas zu verabschieden , weil man jemandem liebt.
Das Drama zeigt sich also ganz am Leben bewegend und nah am Tod. Das Genre der Landleben-Komödie wurde nach allen Bauernregeln der Kunst sozusagen „ausgemistet“.
Wer die Premiere verpasst hat, kann folgende Termine dieser Aufführung in Hardheim in der Wertheimer Straße 22 noch wahrnehmen:
08.08.2025.
bzw. 09.08.2025, jeweils ab 20 Uhr.
Roland Schönmüller
BU 1: Humorvolle Szene: Wasser aus der Gießkanne sorgt von oben für Emmas Erfrischung. Foto Roland Schönmüller
BU 2 : Der wiederholte Applaus bewies: dem Publikum gefiel die Geschichte von der Suche nach dem Glück. Foto Roland Schönmüller
Autor:Roland Schönmüller aus Miltenberg |
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