Warum Waren trotz „guter Verpackung“ beschädigt ankommen
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Der Karton ist stabil, das Produkt zusätzlich gepolstert und von außen sieht das Paket vollkommen unversehrt aus. Trotzdem kommt die Ware beim Empfänger beschädigt an. Ein gesprungenes Gehäuse, eine eingedrückte Ecke oder Kratzer auf der Oberfläche wirken dann zunächst rätselhaft. Schließlich war doch alles gut verpackt.
Genau darin liegt allerdings häufig das Problem. Beim Verpacken wird der Blick zu stark auf den Karton gerichtet. Ob ein Produkt einen Transport unbeschadet übersteht, hängt aber nicht allein von der Außenverpackung ab. Entscheidend ist vielmehr das Zusammenspiel aus Fixierung, Polsterung, Material, Gewicht und der Art, wie sich die Ware während des Transports bewegt.
Wenn im Karton noch Platz zum Bewegen bleibt
Eine der häufigsten Ursachen für Transportschäden ist erstaunlich unspektakulär: Das Produkt kann sich innerhalb der Verpackung bewegen.
Schon wenige Zentimeter Spielraum reichen aus. Beim Sortieren in einem Paketzentrum, beim Beladen eines Transporters oder bei einer stärkeren Bremsung wird aus dieser Bewegungsfreiheit schnell eine Belastung für die Ware. Das Produkt schlägt gegen die Kartonwand oder gegen andere Gegenstände im Paket.
Besonders problematisch wird das bei schweren Produkten. Je größer die Masse, desto höher sind die Kräfte, die bei einer abrupten Bewegung entstehen. Ein schweres Ersatzteil kann beispielsweise eine Polsterung zusammendrücken, die bei einem leichteren Gegenstand problemlos funktioniert hätte.
Freiräume sollten deshalb nicht einfach nur ausgefüllt werden. Geeignete Füllstoffe müssen dafür sorgen, dass das Produkt tatsächlich stabil in seiner Position bleibt und Stöße nicht unmittelbar auf die Ware übertragen werden.
Viel Polsterung bedeutet nicht automatisch guten Schutz
Auch die Menge des verwendeten Materials sagt zunächst wenig darüber aus, wie sicher ein Produkt verpackt ist.
Mehrere Lagen Papier oder Luftpolsterfolie können zwar beeindruckend aussehen. Werden sie jedoch an der falschen Stelle eingesetzt, bleibt die eigentliche Schwachstelle bestehen. Empfindliche Ecken, Kanten oder hervorstehende Bauteile benötigen häufig einen gezielten Schutz.
Hinzu kommt, dass Polstermaterial unter Belastung seine Form verändern kann. Wird es während des Transports zusammengedrückt, entsteht plötzlich wieder Bewegungsraum.
Eine gute Verpackung muss deshalb zwei Aufgaben gleichzeitig erfüllen: Sie soll auftretende Kräfte abfangen und verhindern, dass das Produkt anschließend durch den Karton wandert.
Der Karton selbst kann zur Schwachstelle werden
Selbst ein hochwertiger Karton schützt nur innerhalb bestimmter Belastungsgrenzen. Wird eine Verpackung zu groß gewählt, fehlt ihr häufig die notwendige Stabilität. Ist sie dagegen zu knapp bemessen, können Stöße nahezu direkt auf das Produkt übertragen werden.
Auch das Gewicht spielt eine Rolle. Ein Karton, der für leichte Waren vollkommen ausreichend ist, kann bei einem schweren Inhalt an Boden oder Seitenwänden nachgeben.
Bei regelmäßig transportierten Produkten lohnt sich deshalb häufig eine Verpackung, deren Aufbau bereits an Form und Belastung der Ware angepasst wurde. Eine passende Konstruktiv- und Umlaufverpackung kann beispielsweise verhindern, dass sensible Produkte jedes Mal neu und aunterschiedlich verpackt werden.
Auf der Palette entstehen andere Kräfte
Bei größeren Sendungen verlagert sich das Problem. Hier bewegt sich nicht unbedingt das Produkt im Karton - manchmal bewegt sich der gesamte Karton auf der Palette.
Sind Kartons nicht sauber gestapelt oder nur unzureichend mit Stretchfolie, Umreifung oder anderen Sicherungen fixiert, können sie während der Fahrt verrutschen. Besonders Kurven, Bremsmanöver und Unebenheiten bringen eine schlecht gesicherte Ladung in Bewegung.
Noch kritischer wird es, wenn das Gewicht auf der Palette ungünstig verteilt ist. Schwere Kartons gehören grundsätzlich in stabile Bereiche der Ladung. Stehen sie auf leichteren Verpackungen, können diese zusammengedrückt werden. Die Palette sieht beim Versand möglicherweise noch ordentlich aus – nach mehreren Stunden Transport jedoch nicht mehr.
Verpacken muss als System betrachtet werden
Viele Schäden entstehen nicht, weil gar nicht geschützt wurde. Sie entstehen, weil einzelne Komponenten durchaus hochwertig sind, aber nicht miteinander funktionieren.
Ein stabiler Karton mit schlechter Fixierung bleibt eine schlechte Verpackung. Ebenso wenig hilft eine dicke Polsterschicht, wenn ein schweres Produkt darin mehrere Zentimeter Anlauf nehmen kann.
„Gut verpackt“ ist deshalb weniger eine Frage der Materialmenge als der Konstruktion. Erst wenn Ware, Verpackung und Transportweg als ein gemeinsames System betrachtet werden, sinkt auch das Risiko, dass ein äußerlich perfektes Paket beim Öffnen eine unangenehme Überraschung bereithält.
Autor:meine-news.de Team aus Miltenberg |