Zurück zur Natur!

Das ist nicht nur der Trend bei Lebensmitteln oder Bekleidung, sondern auch beim Bauen und Wohnen. Mit natürlichen Baustoffen lässt es sich gut leben.
Wenn es um das Thema Energieeffizienz und Ressourcenschonung im privaten Eigenheim geht, steht zumeist die Betrachtung des Energieverbrauchs für Heizung und Warmwasser im Vordergrund. Doch in einer Gesamtbetrachtung des "ökologischen Fußabdrucks" eines Hauses müssen auch der Ressourcenverbrauch und die Umwelteingriffe einfließen, die durch die Gewinnung, die Herstellung und den Transport der Baustoffe, den Bau selbst sowie durch die Entsorgung oder Wiederverwertung der Materialien nach einem Rückbau entstehen. Außerdem können Experten mittlerweile 8 000 chemische Verbindungen im Hausinneren von herkömmlich gebauten Häusern identifizieren, die für den Menschen belastend sein können.

Baubiologisch empfehlenswert

Aus diesem Grund entscheiden sich immer mehr Menschen für Natur beim Hausbau. Was sind natürliche Baustoffe? Natürliche Baustoffe bestehen aus mineralischen oder nachwachsenden Rohstoffen und werden nahezu ohne Einsatz von synthetischen Zusätzen als Baumaterialien eingesetzt.

Naturstoff Ziegel

Ziegel sind nachweislich wohngesund und dünsten keine Schadstoffe aus.
Das haben unabhängige Zertifikate bestätigt. So habe beispielsweise das unabhängige Institut für Baubiologie in Rosenheim Mauerziegeln unlängst das Prädikat "baubiologisch empfehlenswert" verliehen. Die Schadstofffreiheit zahlt sich auch unter Extrembedingungen aus: Im Brandfall bieten Mauerziegel nicht nur hohen Brandschutz für die Bewohner, sondern geben auch keine giftigen Rauchgase ab. Das ist auch nicht verwunderlich, denn massive Mauerziegel werden bereits während der Herstellung im Tunnelofen bei rund 1.000 Grad Celsius gebrannt und sind daher frei von Lösungsmitteln und anderen Schadstoffen.

Wärmedämmung inklusive

Mauerziegel haben aber noch weitere gesundheitliche Vorteile: Als rein mineralischer Baustoff beugen sie Schimmelbildung wirkungsvoll vor. Die hohe Masse sowie eine Vielzahl kleiner Poren im Ziegel wirken regulierend auf Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit. Das zahlt sich für die Bauherren auch finanziell aus. Die hohe Wärmedämmung der Mauerziegel macht eine einschalige Bauweise ohne Zusatzdämmung der Außenwände möglich und schont so auch den Geldbeutel.

Einfach hält besser

„Doppelt hält besser", so lautet zwar die Devise im Sprichwort. Auf dem Bau allerdings gilt das Gegenteil: Drei von vier Bauherren in Deutschland errichten ihr Eigenheim in einschaliger Bauweise. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM). Viele Gründe sprechen dafür, dass "einfach" in der Tat eine gute Lösung ist: Monolithisches Mauerwerk, beispielsweise aus massivem Leichtbeton, erfüllt alle Anforderungen an die Wärmedämmung, unterstützt die Wohngesundheit und weist gute Werte beim Brand- und Schallschutz auf.

Energieeffizient ohne Zusatzdämmung

Eine Besonderheit des massiven Leichtbetons sind mineralische Zuschläge, wie etwa Bims oder Blähton. Dadurch entsteht eine porige Struktur, die eine temperaturausgleichende Wirkung aufweist und zugleich die energetischen Anforderungen von morgen erfüllt. Aufgrund seiner mineralischen Bestandteile gehört Leichtbeton der Baustoffklasse A1 ("nicht brennbar") an und schirmt zudem die eigenen vier Wände verlässlich gegen Lärm ab.
Auch ein Schutz vor übermäßiger Feuchtigkeit in den Wänden und vor Schimmelpilzbildung ist gewährleistet: Möglich machen es die natürlichen Poren im Mauerwerk, die feuchteregulierend wirken. Ein weiterer Vorteil des Baustoffs ist seine Langlebigkeit. Eine Nutzungszeit von über 100 Jahren, während der kaum Wartungsarbeiten anfallen, ist keine Seltenheit. Das macht Wände aus Leichtbeton zu einer Investition mit langfristigem Werterhalt.

Holz - das ideale Baumaterial seit Jahrtausenden

Stark wie ein Baum – das ist nicht nur eine Floskel. Denn Holz besitzt trotz geringem Eigengewicht eine sehr hohe Tragfestigkeit. Voraussetzung dafür ist jedoch das fachgerechte Verbauen. Die Tragwerkskonstruktion von Dächern wird beim Hausbau fast immer aus Holz errichtet.
Aber auch für stabile Außenwände eignet sich das nachwachsende Material sehr gut: Ob als Blockhauswand, in Form von Holzrahmen- oder Holzskelettbau - verschiedene Konstruktionsformen sind möglich. Durch den zumeist mehrschichtigen Aufbau der Wände werden technische und physikalische Anforderungen der Standsicherheit, des Wärme- und Feuchteschutzes, des Schall- und Brandschutzes und des baulichen Holzschutzes optimal erfüllt.
Klimaneutraler und nachhaltiger Baustoff

Holz ist klimaneutral, da Bäume Kohlendioxid aus der Luft ins Holz einlagern und speichern, solange das Holz genutzt wird. Holz aus Deutschland ist zudem ein nachhaltiger Werkstoff, denn die Waldbestände nehmen hierzulande nicht ab, sondern zu, es wird also insgesamt mehr nachgepflanzt und aufgeforstet als eingeschlagen. Im Unterschied zu anderen aus dem Boden gewonnenen Baustoffen hinterlässt Holz keine langfristig sichtbaren Spuren in der Landschaft. Und wenn ein Massiv-Holz-Mauer-Haus nach vielen Jahren tatsächlich nicht mehr genutzt wird, lassen sich die Wandelemente sowie Holzfaser-Dämmungen beispielsweise als Hackschnitzel noch für die Heizung nutzen. Andere Materialien wie Mineralfaserdämmungen etwa müssen teuer als Sondermüll endgelagert werden.
Mit Metall gut leben
Metalldächer sind weitaus leichter als Dachziegel oder -steine. Damit eignen sie sich auch für leichte Dachkonstruktionen mit geringer statischer Belastbarkeit. In vielen Fällen ist es aufgrund des geringen Gewichts von rund fünf Kilogramm pro Quadratmeter sogar möglich, ein altes Dach neu zu decken, ohne eine alte Eindeckung zuvor zu entfernen - das spart Zeit und teure Entsorgungskosten.
Metalldächer überstehen im Unterschied zu Tonziegeln oder Faserzement-Eindeckungen auch heftige Unwetter. Zum Einen sind sie bruchsicher und können auch von überdurchschnittlich großen Hagelkörnern nicht durchschlagen werden. Zum Anderen werden Metalldachpfannen als größere Plattenelemente verarbeitet und fest mit der Dachkonstruktion verschraubt.

Vier bis sechs Schrauben pro Quadratmeter sorgen für eine sehr hohe Sturmfestigkeit, jede einzelne Schraube hält Anzugskräften von etwa 225 Kilogramm Stand. Damit stellen auch die Sogkräfte, die an der windabgewandten Seite eines Steildachs entstehen können, keine Gefährdung für die Metalldacheindeckung dar. Einzeln verlegte Dachziegel oder Dachpfannen werden dagegen häufig durch ihr Gewicht und ohne weitere Fixierung auf dem Dach gehalten, so dass starke Winde hier schneller angreifen können.
Edelstahl - der Star beim Bauen

Edelstahl ist nahezu ohne Abfall zu produzieren.

Edelstahl ist nahezu ohne Abfall zu produzieren. Er besticht durch hohe Belastbarkeit, ist sparsam im Materialverbrauch, unempfindliche gegen Verschleiß oder Vandalismus, dauerhaft korrosionsbeständig, feuer- und sturmfest sowie zu 100 Prozent ohne Qualitätseinbuße recyclebar. So erfüllt er in allen Punkten selbst strengste Vorgaben beim ökologischen Bauen. Ferner ist Edelstahle absolut emissionsfrei, geruchsneutral und resisteng gegen mikrobiologischen Befall. Edelstahl trägt anspruchsvollen Anforderungen an gesundes Bauen Rechnung und ist durch seine chemikalienfreie Pflege und seine minimalen Instandhaltungskosten ein idealer Baustoff.
Ob Stahl als dekoratives Element oder als starker Leistungsträger eingesetzt wird, seine Qualität und seine Funktionalität sind grenzenlos. Bei der Fassadengestaltung ist Stahl ebenso universell anwendbar wie im Innenraum. Stahl ist variantenreich überall einsetzbar. Die Herstellen bieten deshalb eine breite Produktauswahl vom einfachen Blech bis zum ausgeklügelten Gewebesystem an.

Autor:

Liane Schwab aus Miltenberg

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