Komplexes Szenario fordert Einsatzkräfte
Sirenen im Wald: Große Rettungsübung im Amorbacher Wald
- Die Einsatzkräfte beim Abtransport einer verletzten Person.
- Foto: THW Miltenberg
- hochgeladen von Wolfgang Bohlender
Sirenen heulen, Blaulicht flackert zwischen den Bäumen: Was wie ein realer Großeinsatz wirkt, ist eine aufwendig geplante Gemeinschaftsübung der Feuerwehr Amorbach, mehrere BRK-Bereitschaften und des THW Miltenberg. Mehr als 60 Einsatzkräfte übten dabei die Rettung und Versorgung von Verletzten, sowie die Bergung eines Unfallfahrzeugs im unwegsamen Gelände im Amorbacher Wald.
Bereits am Morgen trafen sich die Beteiligten zu einem gemeinsamen Frühstück und Austausch auf dem Altstadtparkplatz in Amorbach. Kurz darauf erfolgte die Alarmierung: »PKW mit LKW kollidiert, Fahrzeug den Abhang hinabgerutscht, mehrere Verletzte im Gelände« – so lautete das Übungsauftrag.
Rettung unter schwierigen Bedingungen
Am Einsatzort angekommen, verschafften sich die ersten Kräfte von Feuerwehr, THW und Rettungsdienst einen Überblick, setzten Lagemeldungen ab und strukturierten den Einsatz. Schnell wurde klar: Die Lage ist komplex! Insgesamt sieben »Verletzte« mussten versorgt und gerettet werden – teils aus schwer zugänglichem Gelände.
Während die Sanitäter des Roten Kreuzes die Versorgung der Verletzten sicherstellten, übernahmen Feuerwehr und THW gemeinsam die technische Rettung der Eingeklemmten. Gleichzeitig bereiteten die Einsatzkräfte den Abtransport vor: Sie legten eine Schneise an, sicherten die Wege und transportierten die Verletzten mit Schleifkorbtragen und Sicherungsseilen den Steilhang hinauf.
Teamarbeit bei der Fahrzeugbergung
Nach der erfolgreichen Personenrettung folgte der zweite anspruchsvolle Teil der Übung: die Bergung des Unfallfahrzeugs. Feuerwehr und THW arbeiteten hier eng zusammen. Zunächst wurde das Fahrzeug gesichert und mithilfe von Mehrzweck-Seilzügen aufgerichtet. Anschließend kam die Seilwinde des Hilfeleistungslöschfahrzeugs zum Einsatz, um den Wagen Stück für Stück den Hang hinauf auf einen Waldweg zu ziehen. Zwischensicherungen und präzises Ausrichten waren dabei unerlässlich.
Die Übung, die sich über rund vier Stunden erstreckte, stellte hohe Anforderungen an Mensch und Material – und brachte so manche Schweißperle auf die Stirn der Beteiligten.
Ziel der groß angelegten Einsatzsimulation war es, die Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen zu stärken, Abläufe im unbekannten Gelände zu üben und Schnittstellen zwischen Rettungsdienst, Feuerwehr und THW zu optimieren. Die Übungsleiter Thorsten Fritz (Feuerwehr Amorbach), Andreas Zang (SEG Süd Kirchzell) und Michael Zipf (THW Miltenberg) zeigten sich zufrieden mit dem Verlauf.
Das Übungsgelände erwies sich als ideal: Auf einer Fläche von mehr als einem halben Quadratkilometer waren die sieben Verletzten mit unterschiedlichen Verletzungsmustern verteilt – von Knochenbrüchen bis hin zum Herz-Kreislauf-Stillstand.
Nach Abschluss der Übung endete der Tag mit einer kurzen Nachbesprechung und einem gemeinsamen Mittagessen im Feuerwehrhaus Amorbach. Die Verantwortlichen lobten insbesondere die reibungslose Zusammenarbeit und den hohen Ausbildungseffekt.
Autor:Wolfgang Bohlender aus Miltenberg |
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