Stabilität im Ernstfall
THW Miltenberg übt das Sichern einsturzgefährdeter Gebäude und vertieft Wissen über stabile Holzverbindungen
- Ablängen von Holz mit der Säbelsäge.
- Foto: THW Miltenberg
- hochgeladen von Wolfgang Bohlender
Das Sichern beschädigter und einsturzgefährdeter Gebäude gehört zu den Kernaufgaben einer Bergungsgruppe beim Technischen Hilfswerk (THW). Beim jüngsten Ausbildungsdienst des Technischen Zuges des THW Miltenberg stand deshalb das sogenannte »Abstützsystem Holz (ASH)« im Mittelpunkt. Ziel der praxisnahen Ausbildung war es, den sicheren Aufbau stabiler Abstützkonstruktionen zu üben und die Einsatzkräfte auf reale Schadenslagen vorzubereiten.
Das »Abstützsystem Holz« wird vor allem im Katastrophenschutz eingesetzt, um beschädigte Bauwerke schnell und zuverlässig zu stabilisieren. Mithilfe standardisierter Holzelemente lassen sich tragfähige Konstruktionen errichten, die Lasten aufnehmen und Gebäude vor einem weiteren Einsturz bewahren. Damit stellt das System einen wichtigen Bestandteil der technischen Hilfeleistung dar.
Präzision an den entscheidenden Punkten
Besonderes Augenmerk legten die Ausbilder Thomas Frieß und Moritz Matthes auf die sogenannten Knotenpunkte. Dabei handelt es sich um die Stellen, an denen mehrere Hölzer miteinander verbunden werden. An diesen Punkten laufen die Kräfte der Konstruktion zusammen und werden weitergeleitet. Entsprechend entscheidend ist eine präzise und stabile Verbindung – denn Schwachstellen an den Knoten können die gesamte Abstützung gefährden.
Ein weiterer Schwerpunkt der Ausbildung lag auf der richtigen Anbringung von Streben. Diese schräg eingebauten Holzbalken sorgen dafür, dass eine Konstruktion ausgesteift wird und nicht seitlich ausweichen oder zusammenklappen kann. Ergänzend dazu übten die 20 Helferinnen und Helfer auch den Aufbau von Rückverankerungen. Dabei werden Abstützungen zusätzlich mit dem Boden oder stabilen Bauteilen verbunden, um ein Verrutschen oder Kippen unter Belastung zu verhindern.
Auch der Bau von sogenannten Knaggen wurde intensiv geübt. Dabei handelt es sich um kleine, meist keilförmige Holzstücke, die an Balken befestigt werden. Sie dienen dazu, Bauteile zu fixieren, Kräfte besser zu übertragen oder ein Verrutschen der Konstruktion zu verhindern.
Praxisübungen bringen wertvolle Erkenntnisse
Ein besonderes Element der Ausbildung war schließlich das Errichten eines sogenannten Sprengwerks. Diese spezielle Abstützkonstruktion mit schräg angeordneten Streben kann große Lasten – etwa von Decken oder Wänden – aufnehmen und gezielt ableiten.
Für Angelo Tropper, Fachhelfer in der Fachgruppe Notversorgung und Notinstandsetzung und Teilnehmer der Ausbildungsveranstaltung, war der Ausbildungsdienst eine rundum gelungene Sache. Besonders positiv hob er hervor, dass auch erfahrene Einsatzkräfte immer wieder Neues dazulernen können. Auch er selbst konnte seine Kenntnisse erweitern und mehr über Holzverbindungen, sowie das Errichten einer Hausabstützung erfahren, sagte er.
Besonders interessant fand er zudem die praktischen Versuche mit unterschiedlichen Verankerungssystemen, die inzwischen zur Verfügung stehen. Dabei konnte er gemeinsam mit den anderen Teilnehmenden direkt vergleichen, wie sich verschiedene Methoden auf die Stabilität und Belastbarkeit der Konstruktionen auswirken – THW Miltenberg .
Autor:Wolfgang Bohlender aus Miltenberg |
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