THW trainiert die Arbeit in Führungsstellen
Zugtrupps aus Unterfranken üben den Ernstfall
- Der Zugführer informiert seinen Zugtrupp über die Einsatzlage.
- Foto: THW Miltenberg
- hochgeladen von Wolfgang Bohlender
Beim THW Miltenberg stand kürzlich die Führungsarbeit im Mittelpunkt: Im Rahmen eines umfangreichen Zugtrupptrainings kamen Einsatzkräfte aus den Ortsverbänden Alzenau, Aschaffenburg, Karlstadt, Marktheidenfeld, Miltenberg und Würzburg zusammen, um den Aufbau und die Arbeit einer THW-Führungsstelle unter realitätsnahen Bedingungen zu üben.
Begrüßt wurden die Teilnehmer von Ausbilder und Multiplikator Thomas Frieß sowie stellvertretend von Frank Arnold. Gemeinsam stellten sie die Ziele und den Ablauf des Ausbildungstages vor. Das Zugtrupptraining ist Bestandteil eines bayernweiten Ausbildungskonzeptes des THW-Landesverbandes Bayern. Ziel ist es, die Arbeitsabläufe innerhalb einer Führungsstelle praxisnah zu festigen, die Zusammenarbeit der Zugtrupps weiterzuentwickeln und die Einsatzkräfte auf komplexe Schadenslagen vorzubereiten.
Führungsarbeit als Schlüssel zum Einsatzerfolg
»Beim Zugtrupptraining geht es darum, zu üben, auszuprobieren und zu lernen«, betonte Thomas Frieß zu Beginn der Ausbildung. Im Mittelpunkt standen bewusst die grundlegenden Aufgaben und Arbeitsweisen einer Führungsstelle. Jede Einsatzkraft sollte möglichst viele neue Erkenntnisse für die eigene Tätigkeit gewinnen – ohne dabei den Spaß an der Ausbildung aus den Augen zu verlieren.
Nach einer kurzen Einweisung errichteten die Zugtrupps eigenständig ihre Führungsstellen. Parallel dazu erhielten die jeweiligen Zugführer gesonderte Einweisungen in die Übungslage sowie die erforderlichen Unterlagen. Nach der Meldung der Einsatzbereitschaft begann die eigentliche Einsatzübung.
Eine Besonderheit des Ausbildungskonzeptes bestand darin, dass die Zugführer gleichzeitig die Rollen als Abschnittsleiter, Einsatzleiter und Einspieler übernahmen. Dadurch mussten die Mitglieder der Führungsstellen weitgehend eigenständig arbeiten. Informationen waren aufzunehmen, auszuwerten, zu dokumentieren und übersichtlich darzustellen. Darüber hinaus mussten Entscheidungen vorbereitet sowie deren Umsetzung koordiniert werden. Das Training Übung machte eindrucksvoll deutlich, welche zentrale Rolle eine Führungsstelle im Hintergrund spielt, damit die Einheitsführer vor Ort ihre eigentlichen Führungsaufgaben wahrnehmen können.
Realistische Hochwasserlage fordert die Zugtrupps
Als Übungsszenario diente eine angespannte Hochwasserlage am Fluss Inn. Im Bereich Kraiburg drohten durch den anhaltend hohen Wasserstand aufgeweichte Deichstrukturen ihre Stabilität zu verlieren. Nach Ausrufung des Katastrophenalarms erhielt die Einsatzleitung des THW im Landkreis Mühldorf den Auftrag, Deichanlagen sowie die angrenzende Infrastruktur zu sichern.
Hierzu wurde eine Einsatzabschnittsleitung »Deich« eingerichtet, die gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt sämtliche Maßnahmen koordinierte. Die Zugtrupps hatten dabei zahlreiche Aufgaben zu bewältigen: THW-Einheiten mussten geführt und mit Einsatzaufträgen versorgt, Quellkaden errichtet, Deichbereiche überwacht sowie Deichfußsicherungen und Auflasten organisiert werden. Gleichzeitig galt es, die Versorgung der Einsatzkräfte mit Sandsäcken, Betriebsstoffen und Verpflegung sicherzustellen.
Über einen Zeitraum von rund zwei Stunden wurden den Führungsstellen fortlaufend neue Lageentwicklungen eingespielt und bearbeitet. Zum Abschluss mussten die Zugtrupps ihre Ergebnisse in Form strukturierter Lagemeldungen »zur Information bzw. zur Entscheidung« aufbereiten und vorstellen. Damit trainierten die Einsatzkräfte insbesondere die Fähigkeit, entscheidungsrelevante Informationen präzise zusammenzufassen und der Führungsebene übersichtlich bereitzustellen.
Thomas Frieß zog am Ende der Ausbildung ein positives Fazit. Das Zugtrupptraining biete den Einsatzkräften eine hervorragende Möglichkeit, den eigenen Ausbildungsstand realistisch einzuschätzen, Verbesserungspotenziale zu erkennen und die Zusammenarbeit innerhalb der Führungsstellen weiter zu stärken. Gleichzeitig leiste eine solche Ausbildung einen wichtigen Beitrag, um die Einsatzkräfte bestmöglich auf anspruchsvolle und komplexe Einsatzlagen vorzubereiten.
Autor:Wolfgang Bohlender aus Miltenberg |
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