Richtige Abfallsortierung
Abfallwirtschaft informiert in Schulen
- Einblicke in die Unterrichtseinheit in Klingenberg mit Infopaket und einen Teil der behandelten Abfallarten.
- Foto: Landratsamt Miltenberg
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Ziel: Sensibilisierung für richtige Abfallsortierung und bewussten Umgang mit Ressourcen
Vom Flyer bis zur Fragerunde, von der Abfalltüte bis zum Aha-Moment im Klassenzimmer: Mit einer landkreisweiten Kampagne möchte die Kommunale Abfallwirtschaft alle Schülerinnen und Schüler des Landkreises für richtige Abfallsortierung und den bewussten Umgang mit Ressourcen sensibilisieren.
Das Konzept ist einfach und wirksam: Jedes Kind soll altersgerechtes Informationsmaterial erhalten – auf Wunsch ergänzt durch eine Unterrichtsstunde durch die Abfallberatung des Landkreises. Ziel der Kampagne ist es, Abfallwissen früh zu vermitteln, Missverstände aufzuklären und Umweltschutz im Alltag greifbar zu machen.
Für die Jahrgangsstufen 1 bis 4 ist ein Infopaket zusammengestellt, das anschaulich an das Thema heranführt. Es enthält eine Papierabfalltüte und eine Broschüre zu Bioabfall, das Heft „Lara & Ben – Die Legende der Zipfelmützen-Wichtel“ zur Abfalltrennung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz, eine Postkarte der Stiftung „e-schrott-entsorgen.de“ mit Figuren aus der Sesamstraße wie Grobi, Oskar oder Elmo sowie „Das Müll 1x1“ von den Olchis. Höhere Jahrgangstufen erhalten ebenfalls eine Papierabfalltüte und Bioabfallbroschüre, zusätzlich eine Broschäre zu Lithium-Ionen-Akkus, E-Zigaretten und zur sicheren Datenlöschung auf alten Geräten.
Für jede Klasse gibt es zudem ein Poster zum Aufhängen. Wie lebendig und alltagsnah eine solche Unterrichtsstunde sein kann, zeigt sich etwa in der Dr.-Konrad-Wiegand-Schule in Klingenberg.
Dort erklärt Abfallberaterin Kristina Strüber in rund 45 Minuten, wie Abfälle richtig getrennt werden – nicht abstrakt, sondern mit vielen Beispielen aus dem täglichen Leben der Kinder. Im Mittelpunkt stehen fünf Tonnen mit unterschiedlich farbigen
Deckeln, analog zu den Mülltonnen zuhause. Die Blaue steht für Altpapier, die Braune für Bioabfall, die Gelbe für den Gelben Sack Plus und die Schwarze für Restmüll. Außerdem eine rote Tonne, die Abfälle symbolisiert, die nicht über den Hausmüll entsorgt werden können.
Besonders anschaulich wird es beim Thema Verpackungen. Ein einfacher Joghurtbecher wird zum Beispiel für richtige Mülltrennung. Die Karton-Umverpackung gehört ins Altpapier, der Plastikbecher und der Aludeckel in den Gelben Sack Plus. Strüber erklärt auch den Unterschied zwischen dem klassischen Gelben Sack und dem Gelben Sack Plus. In den Gelben Sack kommen alle Verkaufsverpackungen, gleich ob mit oder ohne grünem Punkt. Über den Gelben Sack Plus dürfen zusätzlich stoffgleiche Nicht-Verpackungen und Holzgegenstände wie etwa Küchenutensilien oder Holzspielzeuge entsorgt werden. Dafür zahlt der Landkreis einen Beitrag an die Dualen Systeme.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Bioabfall. Kompostierbare Plastiktüten sind Strüber zufolge im Landkreis Miltenberg nicht zugelassen. Der Grund: Diese Plastiktüten sind nach der Intensivrotte in der Kompostieranlage Guggenberg noch deutlich zu erkennen und müssen mühsam aus dem Kompost aussortiert werden. Diese Plastiktüten belasten Böden und Umwelt. Als Strüber die Klasse fragt: „Wollt ihr den Kompost mit Plastiktüten auf euren Garten verteilen und auf diesem Boden euer Obst und Gemüse anpflanzen?“, kommt die Antwort prompt und lautstark aus dem Kreis der Schülerinnen und Schüler mit einem klaren „Nein!“
Auch bei Elektroschrott gibt es viele Aha-Momente. Ein Fahrradhelm mit Licht, blinkende Schuhe oder singende Grußkarten gehören nicht in den Hausmüll, sondern zählen zum Elektroschrott. Die Entsorgung erfolgt über den Wertstoffhof oder über den Handel, welcher Elektronik verkauft. Gerade diese Beispiele machen deutlich, wie wichtig konkrete Aufklärung ist. Denn nur wer weiß, was wohin gehört, kann Abfälle richtig sortieren.
Mit der Kombination von Infopaketen mit Unterrichtseinheiten setzt die Abfallwirtschaft des Landkreises auf Umweltbildung mit direktem Praxisbezug. Sie erreicht Kinder und Jugendliche direkt dort, wo Wissen am besten vermittelt werden kann: in der Schule. Und sie zeigt, dass richtige Abfallsortierung keine Nebensache ist, sondern ein Thema, das jeden betrifft – jeden Tag. ece
Autor:Blickpunkt MIL aus Miltenberg |
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