Bildergalerie und Essay.
Cyrano de Bergerac zu Gast in Miltenberg.
- Blick auf Miltenberg.
- hochgeladen von Roland Schönmüller
Cyrano über der Burg – Ein feuilletonistischer Vorbericht.
Wort, Wunde, Widerhall: Die theaterachse bringt Rostands Klassiker zurück nach Miltenberg.
Ein Stück, das sich selbst übersteigt.
Cyrano de Bergerac ist kein gewöhnliches Theaterstück. Es ist ein poetischer Kraftakt, ein Duell zwischen Sprache und Schicksal, ein Spiel, das sich mit jeder Aufführung neu entzündet. Edmond Rostand hat eine Figur geschaffen, die größer ist als ihr eigenes Leben – und zugleich verletzlicher als jeder Musketier, der je über eine Bühne fegte.
Die theaterachse Salzburg greift diesen Kern auf und legt ihn frei:
Cyrano, der Mann mit der übergroßen Nase und dem übergroßen Herzen, kämpft nicht nur mit dem Degen, sondern mit Worten, die schärfer schneiden als jede Klinge. Sein Liebesgeständnis bleibt ungesagt, seine Leidenschaft versteckt sich hinter den Briefen, die er für Christian schreibt. Die Tragik entsteht aus der Schönheit – und die Schönheit aus dem Mut, sich selbst zu verbergen.
Gehalt – Die Kunst der Maskierung.
Das Ensemble spielt Cyrano nicht als romantische Heldengeschichte, sondern als feines Geflecht aus Ironie, Melancholie und Übermut. Die Sprache ist das eigentliche Schlachtfeld:
• Die berühmten Wortduelle funkeln wie frisch geschliffene Klingen.
• Die Liebesszenen tragen jene bittersüße Schwere, die nur im Freien wirklich atmet.
• Die Komik entsteht aus Übertreibung, aber nie aus Albernheit.
Die theaterachse zeigt, wie Cyrano seine eigene Größe nicht erträgt – und wie er gerade dadurch zu einer der berührendsten Figuren der Theatergeschichte wird.
Wirkung – Die Mildenburg als Resonanzraum.
Die Mildenburg ist kein neutraler Ort. Sie antwortet.
Ihre Mauern werfen die Sprache zurück, ihre Höhen öffnen den Blick, ihr Burghof verwandelt jedes Wort in ein Echo, das länger bleibt als der Abend selbst.
Die Wirkung des Stücks entsteht hier aus drei Schichten:
• Der historische Atem der Burg, der Rostands Welt glaubhaft macht.
• Das Sommerlicht, das die Szenen zwischen Komik und Tragik weich moduliert.
• Die Nähe zum Publikum, das die Figuren fast körperlich spürt.
Cyrano wirkt auf der Mildenburg nicht wie ein Klassiker – sondern wie ein lebendiger Mensch, der sich in den Wind lehnt und hofft, dass seine Worte tragen.
Stimmen zweier Zuschauer der Premiere
Zuschauerin (68) aus Miltenberg:
„Man vergisst, dass man im 21. Jahrhundert sitzt. Diese Sprache, diese Energie – als würde die Burg selbst die Sätze weitersprechen.“
Zuschauer (71) aus Bürgstadt:
„Cyrano ist ein Stück, das man kennt. Aber hier oben wirkt es anders. Intimer. Ehrlicher. Fast so, als würde man ihm beim Denken zuhören.“
Termine – Cyrano de Bergerac 2026
Die Aufführungen finden im Burghof der Mildenburg statt, jeweils 20 Uhr:
• 15.07. – Premiere
• 17.07.
• 18.07.
• 21.07.
• 22.07.
• 23.07.
• 24.07.
• 25.07. – Abschluss
Autor:Roland Schönmüller aus Miltenberg |
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