Einschulungsjahrgang 1951
Klassenausflug in Miltenbergs Vergangenheit
- hochgeladen von Einschulung MIL 1951 Jahrgang 1945
Ein abwechslungsreiches Programm hatte Hermann Behl für ein Treffen seiner ehemaligen Schulkolleginnen und Schulkollegen zusammengestellt, die in Miltenberg im Jahr 1951 eingeschult wurden. Damals verteilten sich die Erstklässler auf drei verschiedene Schulen: Eine Katholische Volksschule für Mädchen, eine Katholische Volksschule für Knaben und eine Evangelische Volksschule mit gemischten Klassen.
Wie schon bei vorausgegangenen Treffen waren auch diesmal ehemalige Schülerinnen und Schüler aus den drei verschiedenen Miltenberger Schulklassen zusammengekommen. In der Schulzeit strikt getrennt, kennt man sich inzwischen und ist zu einer Gemeinschaft zusammengewachsen.
Bei seiner Begrüßung bedauerte Organisator Hermann Behl, dass etliche der mittlerweile betagten Schulanfänger von 1951 aus gesundheitlichen Gründen oder wegen der zu beschwerlichen Anreise absagen mussten. Pater Michael Hubatsch war die Teilnahme nicht möglich, weil am gleichen Wochenende auf dem „Kalvarienberg“ in Füssen ein Festgottesdienst zu seinem 80. Geburtstag stattfand. Ihm galten herzliche Grüße und Glückwünsche der Schulkameraden.
Auftakt des Treffens war der gemeinsame Besuch des Apothekenmuseums, wo Apotheker Karl Enk interessante Einblicke in traditionelle Praktiken und Regeln der Herstellung von Medikamenten gab. Die Besucher durften historische Arzneibücher bestaunen und erfuhren, dass die Alte Stadtapotheke eine sehr lange Tradition hat und zu den ältesten Apotheken der Region zählt. Der Besuch einer Matinee in der katholischen Stadtpfarrkirche rundete das Vormittagsprogramm ab.
Bei einem von Jakob Link geführten Rundgang durch die Altstadt lag der Schwerpunkt auf der Geschichte des Judentums in Miltenberg. So erfuhren die früheren Schüler und Schülerinnen, dass sich in Miltenberg, das im Mittelalter ein bedeutender Handelsplatz war, schon sehr frühzeitig jüdische Geschäftsleute ansiedelten und die Entwicklung der Stadt über Jahrhunderte mitprägten. In der Altstadt von Miltenberg erinnern Relikte von Synagogen und andere Spuren jüdischen Lebens an diese Vergangenheit, die mit Auswanderung, Deportation und Ermordung der Miltenberger Juden in der NS-Zeit ein trauriges Ende fand.
Das Treffen klang nach einer Führung durch die beindruckenden, tief in den Schlossberg getriebenen „Eiskeller“ der St.Kilians-Kellerei mit einer Weinprobe aus, bei der sich die Teilnehmer stärken und Erinnerungen an die gemeinsame Schulzeit austauschen konnten.
Autor:Einschulung MIL 1951 Jahrgang 1945 aus Miltenberg |
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