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Stille Feste: Der Buß- und Bettag hat aktuell eine soziale Bedeutung.

Der Buß- und Bettag bedeutet in der Gegenwart eher ein Innehalten und Nachdenken über sich selbst, über eigene Werte und Ideale, über menschliches  Verhalten im Umgang mit anderen Lebewesen, über die  Beziehung zu Gott und zum Glauben. Buße ist ein Motiv, das in allen Religionen vorkommt.  - Kreuz in der herbstlichen Abendstimmung - Foto Roland Schönmüller
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  • Der Buß- und Bettag bedeutet in der Gegenwart eher ein Innehalten und Nachdenken über sich selbst, über eigene Werte und Ideale, über menschliches Verhalten im Umgang mit anderen Lebewesen, über die Beziehung zu Gott und zum Glauben. Buße ist ein Motiv, das in allen Religionen vorkommt. - Kreuz in der herbstlichen Abendstimmung - Foto Roland Schönmüller
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Nachdenken über individuelle und gesellschaftliche Irrtümer.

Der Buß- und Bettag am heutigen Mittwoch ist ein evangelischer Feiertag. Obwohl es sich dem Namen nach so anhört, muss am Buß- und Bettag keine eigentliche Buße geleistet werden.

Es gehe dabei nicht um Strafen für bestimmte Taten, auch nicht mehr um Reue für begangene Sünden, sondern um Selbstreflexion und zukünftiges Handeln, betont ein evangelischer Pfarrer aus der Region.

Heute hat der Buß- und Bettag vor allem eine soziale Bedeutung. Laut der Evangelisch-Lutherischen Kirche nehmen viele Ortsgemeinden den Feiertag zum Anlass, auf sozio-ökologische Probleme und mögliche Lösungen hinzuweisen.

Der Buß- und Bettag ist der letzte Feiertag im evangelischen Kirchenjahr und somit auch eine Art Neujahrstag, erklärt die Evangelisch-Lutherische Kirche. An diesem Tag könne man in sich gehen und das vergangene Jahr Revue passieren lassen.

So kann jeder mit Fehlern und Verlusten abschließen.
"Der Gedenktag dient dem Nachdenken über individuelle und gesellschaftliche Irrtümer wie beispielsweise Ausländerhass, Umweltzerstörung und die Ausgrenzung von Armen und Obdachlosen", heißt es bei der Evangelischen Kirche selbst.

Buß- und Bettag: Ein Problem-Tag für viele Eltern in Bayern.

Als gesetzlicher Feiertag wurde er - mit Ausnahme von Sachsen - längst abgeschafft. Doch alle Jahre wieder verärgert er bayerischen Eltern, weil er sie vor Probleme stellt und die Kinder unterrichtsfrei haben.
Als ein wichtiger Tag für die Protestanten, wurde er bereits 1995 als gesetzlicher Feiertag nicht mehr begangen.

Trotzdem praktizieren noch immer viele Protestanten den Buß- und Bettag an diesem Mittwoch mit Gottesdienstbesuchen. Mit Rücksicht auf Berufstätige würden die Feiern in vielen Gemeinden allerdings auf den Nachmittag oder Abend verschoben, heißt es von protestantischer Seite.

Der Buß- und Bettag bringt aber nicht nur Freude und Besinnung. Viele berufstätige Eltern werden vor das Problem gestellt, an dem Tag einen Betreuungsplatz für ihre Kinder finden zu müssen. Denn Schulen und Kindergärten haben anders als Betriebe und Behörden am Buß- und Bettag geschlossen. Immer mehr Firmen bieten daher für Mitarbeiter-Kinder Kindererlebnistage an.

Der Buß- und Bettag bedeutet in der Gegenwart eher ein Innehalten und Nachdenken über sich selbst, über eigene Werte und Ideale, über menschliches  Verhalten im Umgang mit anderen Lebewesen, über die  Beziehung zu Gott und zum Glauben. Buße ist ein Motiv, das in allen Religionen vorkommt.

Seit wann gibt es den protestantischen Buß- und Bettag?

1532: Seinen Ursprung hat er im ausgehenden Mittelalter und in der beginnenden Neuzeit.

1852 beschloss die Eisenacher Evangelische Kirchenkonferenz den Mittwoch vor dem Totensonntag als gemeinsamen Buß- und Bettag der deutschen Länder. Allerdings dauerte es noch ein paar Jahrzehnte, bis sich alle darauf einließen.

1995 wurde er zugunsten der Arbeitgeber als gesetzlicher Feiertag abgeschafft - einzig den Sachsen blieb der arbeitsfreie Tag erhalten. Evangelische Arbeitnehmer können sich aber überall in Deutschland freistellen lassen. Für die Zeit nach Dienstschluss bieten viele Gemeinden Abendandachten an.

2021: Mindestens einmal im Jahr gibt der Buß- und Bettag den Menschen die Gelegenheit, sich Zeit zu nehmen zum Besinnen und zum In- sich- gehen. Selbstkritisch müsste man sich auch fragen: Was habe ich für den sozialen Zusammenhalt getan, damit wir  alle gemeinsam die gegenwärtige Pandemie besiegen. Der Buß- und Bettag ist also aktueller denn je.

Weitere Bilder und Infos folgen!

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Autor:

Roland Schönmüller aus Miltenberg

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