"Wir bleiben zu Hause!"
Ostern 2021 wieder ganz im Zeichen der Familie

Je bunter, desto besser: Ostereier bringen Farbe ins Leben und sorgen für gute Laune.
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  • Je bunter, desto besser: Ostereier bringen Farbe ins Leben und sorgen für gute Laune.
  • Foto: Adobe Stock/Jenko Ataman
  • hochgeladen von Andrea Kaller-Fichtmüller

In wenigen Tagen ist Ostern. Es ist bereits das zweite Fest, das wir im Zeichen der Pandemie feiern werden, die seit über einem Jahr unsere ganze Welt in Atem hält. Kontaktbeschränkungen, an die wir uns notgedrungen gewöhnt haben, digitale Ostergottesdienste an den Kar- und Ostertagen und nicht zuletzt das Fest im kleinsten Familienkreis werden uns – wie schon vor einem Jahr – auch in diesem Jahr wieder begleiten.

Fest der Hoffnung und Zuversicht

Doch etwas ist wie immer: Es wird Ostern! Das christliche Osterfest, wie wir es kennen und feiern, ist ein Fest der Freude, Hoffnung und Zuversicht. Jesus, der Sohn Gottes, ist für uns am Kreuz gestorben und am dritten Tag auferstanden – er hat den Tod überwunden. Damit macht er uns Hoffnung darauf, dass auch wir die derzeitige Situation überwinden werden. Nicht heute und auch nicht morgen, aber irgendwann ganz sicher.

Mit Kinderaugen sehen

Gerade für Kinder ist das Osterfest – wie Weihnachten übrigens auch – ein ganz besonderes Fest im Jahreslauf, auf das sie sich schon seit Tagen freuen. „Schau mal, da liegen bunte Eier im Garten!“, heißt es dann ganz plötzlich. Allerdings sind sie fast nicht zu sehen, weil sie so gut versteckt sind, aber Kinderaugen entgeht bekanntlich nichts. Und da – zwei lange braune Ohren lugen verräterisch hinter dem Haselstrauch hervor! „Das muss der Osterhase sein“, raunen die Kleinen verschwörerisch. Er dreht gerade seine Runde mit der Kiepe auf dem Rücken. „Wir sollten leise sein, er möchte sicherlich nicht gestört werden!“

Eier selbst färben und Osternest basteln

Osterhase und vor allem bunte Eier gehören zum Osterfest einfach dazu. „Dabei ist mittlerweile vielfach in Vergessenheit geraten, was Eier eigentlich mit dem Osterfest zu tun haben“, so Susanne Schwaderer, Ernährungsexpertin der AOK am Untermain. Im Christentum ist das Ei Sinnbild für die Auferstehung von Jesus Christus. Zudem verzichteten im Mittelalter Christen in der vorösterlichen Fastenzeit traditionell auf den Verzehr von Fleisch und auch Eiern. Das führte zu einem Überschuss an Eiern in dieser Zeit. Um diese haltbarer zu machen, wurden sie hartgekocht. So dienten sie den Bauern anschließend auch als Zahlungsmittel für ihr gepachtetes Land oder als Ostergeschenk. Und damit man die hartgekochten Eier von frischen Eiern unterscheiden konnte, wurden sie eingefärbt. Ursprünglich rot – die rote Farbe sollte an das vergossene Blut Jesu und somit an seinen Opfertod am Kreuz erinnern. Später kamen dann auch andere Farben hinzu – so, wie wir die bunten Ostereier heute kennen.

Eier ganz natürlich färben

Das Färben der Eier übernehmen wir in diesem Jahr selbst, um dem Osterhasen ein wenig Arbeit abzunehmen. Das macht den Kindern bestimmt viel Spaß. Besonders gut für die Gesundheit und auch für die Umwelt ist das Einfärben mit Naturmaterialien. Dazu hat die Pflanzenwelt allerhand zu bieten. Kleine Kostprobe gefällig? Um lilafarbene Eier zu erhalten, eignen sich zum Beispiel Heidelbeeren. Für grüne Eier ist Spinat die erste Wahl. Wer rote Eier haben möchte, greift zur Roten Beete und Kurkuma verleiht Eiern ein goldgelbes Äußeres. Susanne Schwaderer weiß, wie das Einfärben mit Naturfarben ganz einfach geht: „Die Pflanzenteile am besten erst abkochen und anschließend die Eier circa zehn Minuten im abgeseihten Sud hart kochen, damit sie die Farbe annehmen können. Für mehr Haftung kann man die Eier vorher noch mit Essig einreiben.“

Ostern kann kommen!

Was Ostern für den neuen evangelischen Pfarrer von Miltenberg, Lutz Domröse bedeutet und woraus der katholische Pfarrer von Klingenberg, Reinhold Ball Kraft schöpft können Sie nachfolgend lesen. Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie ein frohes Osterfest!

Ostern ist ein Schmetterling

Pfarrer Lutz Domröse, Miltenberg

Pfarrer Lutz Domröse, Miltenberg:
„Längst sind die ersten Schmetterlinge unterwegs, Zitronenfalter, Tagpfauenauge und Kleiner Fuchs haben den Winter überlebt und flattern umher. Andere werden später erst aus ihrem Kokon schlüpfen. Denn das ist ihr Lebensweg, der zum Bild für unser Leben geworden ist. Ein Schmetterling hat ein erstes und ein zweites Leben. In seinem ersten Leben ist er eine Raupe. Ganz ausgerichtet darauf, zu fressen und groß zu werden. Eng an die Umgebung gebunden, in der sie geschlüpft ist. Was einmal aus ihr werden kann, ahnt sie nicht. Der Schriftsteller Heinrich Böll sagte: ´Wenn die Raupen wüssten, was einmal sein wird, sie würden ganz anders leben – froher, zuversichtlicher und hoffnungsvoller.´ Denn aus dem verpuppten Kokon wird ein Wesen von anderer Gestalt schlüpfen: Ein Schmetterling, der ein Geschöpf der Leichtigkeit und der Lüfte ist. So wurde er zum Symbol für das, was an Ostern geschieht, für das, was christlicher Glaube für uns alle ist, für die Hoffnung auf neue Anfänge: Jesus hat den Kokon des Grabes verlassen. Damit hat er den Menschen die Hoffnung gegeben, dass kein Grab der letzte Ort ist: Nicht das Grab, in das wir einmal gelegt werden, aber auch nicht die Gräber, in die wir immer wieder unsere Hoffnungen legen. Ostern ist ein Schmetterling, weil das Leben sich neu in die Lüfte schwingt.“

Gedanken zum Osterfest – im 2. Jahr der Corona-Pandemie

Pfarrer Reinhold Ball, Klingenberg

Pfarrer Reinhold Ball, Klingenberg:
„Liebe Leserinnen und Leser, wie bereiten Sie sich in diesen ´seltsamen Zeiten´ auf das Osterfest vor? Wie erleben Sie diese Tage mit einem erneuten Lock-Down? Sind Sie bedrückt und niedergeschlagen, weil die Situation sich scheinbar überhaupt nicht bessert? Haben Sie nach all dem, was hinter uns liegt und dem Unberechenbaren, was noch auf uns zukommt – haben Sie noch Hoffnung? Als ich gebeten wurde, etwas zum Osterfest zu schreiben, habe ich erst gezögert. Denn auch mir als katholischem Pfarrer fällt es nicht leicht, in dieser ´bleiernen Zeit´ durchzuhalten, andere zu ermutigen, die Hoffnung nicht zu verlieren. ´Was hilft Ihnen, woraus schöpfen Sie Kraft?´, wurde ich gefragt. Kraft schöpfe ich aus der täglichen Meditation in Stille am frühen Morgen und dem Gebet – jeden Tag zwischen 6.30 Uhr und 7.30Uhr. ´Das Gebet in der Frühe entscheidet über den Tag.´ Diese Worte von Dietrich Bonhoeffer begleiten mich schon seit Jahrzehnten, wie auch andere von ihm in schwierigen Zeiten: ´Gott, ich kenne deine Wege nicht; aber du weißt den Weg für mich.´ Es ist das Vertrauen, dass der Herr alle Wege mit uns geht, wie es in einem alten Gebet der Bibel heißt: ´DU bist bei mir. Dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.´ (Psalm 23 ). In dieser Zuversicht, dass das Leben und die Liebe, die aus Gott kommen, stärker sind als die Mächte des Todes, wünsche ich Ihnen allen ein frohes und gesegnetes Osterfest.“

Osternest fürs Osterfest

Die schön bunt gefärbten Eier haben natürlich ein hübsches Osternest verdient. Und auch hier schreiten wir selbst zur Tat. Hier ein Basteltipp fürs Osternest.

Das brauchen Sie:
Luftballon
Kleister (Tapetenkleister oder Bordüren-Spezialkleber - Hauptsache Kleister!)
Tortenspitze
Packpapier oder abwischbare Tischdecke als Unterlage
Schale zum Anrühren und als Stütze für den Ballon
Schere
Pinsel

So geht’s:
Zuerst Kleister anrühren oder selbst herstellen (Anleitung siehe unten). Dann die Tortenspitze in „Kuchenstücke“ schneiden. Nun den Luftballon aufpusten und in eine Schale stellen, damit er nicht wegrollt. Jetzt Schicht für Schicht Kleister und Papier auftragen. Damit das Nest stabil wird, mindestens sechs Schichten Tortenspitze aufkleben. 24 Stunden trocknen lassen. Wenn das Nest trocken ist, den Ballon platzen lassen und die Reste entfernen. Mit Ostergras auspolstern und (natürlich vom Osterhasen!) mit Ostereiern befüllen (lassen). Fertig!

Kleister einfach selbst herstellen:
Für drei Nester benötigen Sie 500 ml Wasser, 150 g Mehl, ein großes verschließbares Glas, einen passenden Kochtopf und einen Schneebesen.
So geht’s: Geben Sie das Wasser und das Mehl in einen Topf und lassen Sie das Ganze unter Rühren kurz aufkochen, bis eine dickflüssige Masse entsteht. Rühren Sie solange, bis die Masse klumpenfrei ist. Bei Bedarf Wasser oder Mehl zugeben. Anschließend abkühlen lassen. Gut verschlossen ist der Kleister im Kühlschrank ungefähr zwei Wochen haltbar.

Autor:

Andrea Kaller-Fichtmüller aus Miltenberg

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