„Waidmannsdank“ mit Hörnerklang
Der ehemalige Miltenberger Förster und passionierte Jagdhornbläser Kurt Eichler feiert 95. Geburtstag
- hochgeladen von Werner Wagner
Beständigkeit, Ausdauer und Weisheit. Die Eiche steht symbolisch für all die Kräfte, die in der Gelassenheit liegen. Für das Jagdhornbläserkorps Miltenberg kam kein anderes Geschenk in Frage, um ihr Gründungsmitglied Kurt Eichler anlässlich seines 95. Geburtstag zu ehren, mehrere Ständchen inklusive. Seit 1953 ist der ehemalige Förster der Stadt Miltenberg Teil der Jagdmusik seiner Heimatstadt, bis vor kurzem noch als aktiver Bläser des Fürst-Pless-Horns.
Vieles konnte der Jubilar aus den sieben Jahrzehnten seiner musikalischen Passion berichten. In den ersten Jahren nach der Gründung war das Repertoire klar umrissen: Jagdsignale und nichts als Jagdsignale. Beim Verblasen der Jagdstrecke erklangen die jeder Wildart eigenen Stücke – musikalisch ausgedrückter Respekt vor dem Mitgeschöpf. Ein Aspekt der Jagd, der Kurt Eichler immer wichtig war. Ab Mitte der 1960er Jahre öffnete sich das Korps dann zunehmend konzertanten Stücken, die heute den Großteil des Repertoires bilden. Damit begann eine Entwicklung, die das Jagdhornblasen stärker ins kulturelle Leben Miltenbergs trug.
Geprobt wurde anfangs in der Brauerei Fries. Deren damaliger Wirt war nicht nur leidenschaftlicher Jäger, sondern auch der Jagdmusik sehr zugetan. Im Laufe der Jahrzehnte lernte Kurt Eichler zahlreiche Probeorte kennen, darunter private wie beispielsweise die Ottenmühle oder öffentliche, wie die Weinberge über Bürgstadt. Jeder Ort habe seinen ganz eigenen Klangraum, erinnert sich der Jubilar. Was auch auf seine Lieblingsstücke „Waidmannsdank“ und „Auf, auf zum fröhlichen Jagen“ zuträfe, würden sie unter freiem Himmel noch mitreißender klingen. Während früher nahezu ausschließlich Jäger die Jagdhornmusik pflegten, habe sich das Bild gewandelt. Heute seien es vielfach Musikliebhaber ohne Jagdschein, dafür mit großer Begeisterung für diese seit dem Barock populäre Musikrichtung. Er freue sich darüber, diese Entwicklungen miterlebt und mitgetragen zu haben.
Besonders in Erinnerung bleiben dem 95-jährigen seine Teilnahme an vielen bayerischen Landesbläserwettbewerben seit 1965, immer mit dem Jagdhornbläserkorps Miltenberg, manchmal im Verbund mit anderen Jagdhorngruppen der Region. Ein Höhepunkt war 2018 der zweite Platz der Miltenberger beim Wettbewerb in Dinkelbühl, auf den Kurt Eichler heute noch stolz ist.
Hornmeister Karl-Otto Steiniger und der organisatorische Leiter des Miltenberger Jagdhornbläser, Alfred Meixner, würdigten den großartigen Beitrag Kurt Eichlers. Sieben Jahrzehnte Engagement seien mehr als eine Lebensleistung, sie sind ein Geschenk an seine Bläserkameraden, die Stadt Miltenberg und ihr Kulturleben. Sein guter Ton war nicht nur musikalisch eine Bereicherung, sondern im übertragenen Sinn auch für das Vereinsleben und die Kameradschaft. Manche Menschen, so ihr Fazit, stehen für ihre Erfolge, Musiker für ihr Können, andere wiederum hinterließen ein Gefühl von Wärme und Herzlichkeit. Kurt Eichler verwebe all das zu einem unvergleichlichen Geschenk für seine Umgebung. Mit einem spontanen und lautstarken „Horrido“ darauf bekräftigten der Miltenberger Jagdhornbläser ihre tiefe Verbundenheit mit dem Jubilar.
Die Eiche, bereits ein Jungbaum, fand auf Wunsch Kurt Eichlers ihren Platz am sogenannten Förstereck auf dem Grauberg. Das Einpflanzen übernahmen freundlicherweise Mitarbeiter der Stadt Miltenberg unter sachkundiger Anleitung des Revierleiters Friedrich Schöffler.
Autor:Werner Wagner aus Miltenberg |
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