Exkursion des Landschaftspflegeverbandes in Mömlingen

Der Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands Sigmar Hartlaub mit den Teilnehmern und Teilnehmerinnen der Exkursion.
  • Der Geschäftsführer des Landschaftspflegeverbands Sigmar Hartlaub mit den Teilnehmern und Teilnehmerinnen der Exkursion.
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Kreis Miltenberg. Den Artenreichtum zu erhalten und zu fördern ist das Hauptziel des Landschaftspflegeverbandes im Kreis Miltenberg. Hierzu gehört das Projekt »Artenreiche Kulturlandschaft um Mömlingen«, dessen Teilgebiet im Holzberg rund um die Eichwaldhütte am Samstagnachmittag bei einer Exkursion in Augenschein genommen wurde. Mit dabei auch Landrat Jens Marco Scherf und Mömlingens Bürgermeister Siegfried Scholtka. Der Landschaftspflegeverband ist eine hervorragende Möglichkeit, gemeinsam mit Landwirtschaft, Naturschutz und anderen Interessenvertretern gemeinsam Verantwortung für den Artenschutz und die Artenvielfalt im Landkreis Miltenberg zu bewahren und zu fördern, betonte Landrat Jens Marco Scherf, der auch Vorsitzender des Landschaftspflegeverbandes ist.

Zur Exkursion eingeladen waren die Vorstandsmitglieder des Landschaftspflegeverbandes, die Fraktionsvorsitzenden des Mömlinger Gemeinderats und alle Grundstückseigentümer. Zu Beginn der Führung erläuterten Siegmar Hartlaub, gleichzeitig auch Geschäftsführer des Verbands, und Kerstin Maier, beide Biologen und Ansprechpartner im Landratsamt für den Landschaftspflegeverband, Grundlegendes: Eine mit fast 44 Hektar große Fläche in Mömlingen steht für die Freilegung, Pflege und Bewirtschaftung der Streuobstbestände zur Verfügung.

Im Holzberg sind es 5,8 von insgesamt acht Hektar mit über 80 Grundstücken, die vom Landschaftspflegeverband gekauft oder gepachtet wurden. Einige Eigentümer bewirtschaften ihre Flächen noch selbst, erfuhren die knapp zwei Dutzend Teilnehmer. Auch in Mömlingen stehen die Bemühungen um das Offenhalten von Flächen laut Kerstin Maier im Vordergrund. »Das Ersatzgeld aus der Windkraftnutzung ist gut in Projekte des Biotop- und Artenschutzes investiert«, stellte sie fest. Der Hintergrund: Die für den Ausgleich zum Natur- und Umweltschutz zur Verfügung gestellten Mittel werden bei den Maßnahmen des Landschaftspflegeverbandes eingesetzt.

Kerstin Maier fasste zusammen: Am Holzberg werden die Streuobstwiesen seit Mai 2017 mit Schafen beweidet. Bereits im Winterhalbjahr 2017/2018 wurden auf Pacht- und Eigentumsflächen viele Bäume fachgerecht geschnitten. Das wird kontinuierlich fortgesetzt. Auch eine zugewachsene Streuobstwiese wurde wieder freigestellt und in die Beweidung integriert. Zunächst wolle man so dem im Boden erhaltenen Samen Luft, Raum und Licht geben zum Erblühen, bei Bedarf werde man heimisches Saatgut nutzen.

Der Mömlinger Schafhalter Walter Zirkel erzählte Wissenswertes über die Schafhaltung mit einer selten gewordenen, aber besonders robusten Tierart und den Einsatz der Tiere zur Beweidung der Streuobstwiesen unter Berücksichtigung des Baumschutzes. Er hat sich auch bereit erklärt, in diesem Jahr die Pflege der Obstbäume und die Ernte vorzunehmen, dort wo er auch seine Schafe einsetzt. »Es sind viele Obstbäume vorhanden, die lange nicht gepflegt wurden«, erklärte Maier. Durch die Schafbeweidung werde außerdem neuer Bewuchs mit Gehölzen, vor allem Brombeeren, im Zaum gehalten, die sonst schnell wieder die Oberhand gewännen. Zum Artenreichtum gehörten viele Pflanzen und Tiere, die durch die Freilegung und Pflege der Kulturlandschaft wieder Raum zur Entfaltung erhielten.

Zum Abschluss lobte Jens Marco Scherf die vorbildlichen Projekte des Landschaftspflegeverbandes als Beitrag zum Artenschutz. »Besonders zu erwähnen ist, dass alle an einem Tisch sitzen und mitarbeiten«, sagte er. Wie er im Gespräch erläuterte, kommen die Mitglieder aus den Bereichen Naturschutz, Landwirtschaft und Kommunalpolitik. Auch die Jägerschaft sei eingebunden. Das sah auch Bürgermeister Siegfried Scholtka als besonders wichtig an. »Gerade auch die Jäger leisten einen erheblichen Beitrag zum Artenschutz«, sagte er.

Als Belohnung nach der Exkursion gab es für die Teilnehmer Weck und Worscht aus heimischem Lammfleisch, Säfte aus heimischen Früchten wie Apfel und Quitte sowie Apfelwein – fair und regional, wie die gleichlautende Initiative des Landkreises Miltenberg.

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